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dimanche 1 avril 2012

Toulouse: Von einem antisemitischen Verbrechen zu einem antirepublikanischen (deutschen) Erinnerungsort?


Die JW vom 29.3. titelt:

Frankreich hält Händchen. Wahlkampf nach dem Terroranschlag

Die "Antifa"-Perspektive des Blattes, in der die Sorge um jüdisches Leben bestenfalls an zweiter oder dritter Stelle rangiert, äußert sich, ebenfalls auf S. 1, in der folgenden Ankündigung der "Themen-Seiten" zu Frankreich:

Zur befürchteten Hetze gegen muslimische Migranten ist es trotz des Wahlkampfs in Frankreich nicht gekommen. Ist der Rassismus etwa auf dem Rückzug?

In dieser Logik sind nicht nur Islamisten, sondern auch klassische Nazis lupenreine Antirassisten: Morde an Juden nehmen die mit größtmöglicher Gelassenheit auf.

Oder liegt es vielmehr daran, dass der jihadistische Attentäter von Toulouse nicht nur Juden, sondern auch Muslime erschoss?

Es sei denkmöglich, so die Botschaft, dass der französische Republikanismus auch anlässlich der antisemitischen Bluttat in Toulouse seine judäophilen und islamophoben Affekte hemmungslos würde ausgelebt haben, hätte ihm nicht der jihadistische Mörder Mohammed Merah selbst einen Strich durch die Rechnung gemacht, indem er "nicht nur Juden" ermordete. Die List der Vernunft, eine linksdeutsche Postille vermag sie sich nicht anders vorzustellen denn als einen Mörder von Juden und Muslimen, dessen Handeln die "Islamophobie" ad absurdum zu führen geeignet sei.

jeudi 15 mars 2012

"Null Toleranz" für Kriegsbrandstifter Erdogan


Pressemitteilung der Hochschulgruppe Rostock der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), 14.3.2012

Am 17. März soll der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Bochum mit dem Steiger Award ausgezeichnet werden. Der Steiger Award ehrt „Persönlichkeiten, die sich durch Geradlinigkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Toleranz auszeichnen“.

Die Preisverleiher müssen wissen, wofür die Politik der Regierung Erdogan steht:

- für die Aufrechterhaltung der völkerrechtswidrigen Besetzung über eines Drittels des Staatsterritoriums der Republik Zypern, eines Mitgliedstaates der EU;

- für die staatlich verordnete Leugnung des Völkermordes an den Armeniern 1915/16;

- für Hetzkampagnen gegen Staaten wie Frankreich, die der Völkermordleugnung durch den türkischen Staat energisch entgegentreten;

- für das Fortbestehen der Blockade gegen den Nachbarstaat Armenien;

- für eine Nichtanerkennung der bürgerlichen und politischen Rechte ethnischer und religiöser Minderheiten: der Kurden, der Aleviten, der Christen …;

- für militärische Angriffe auf kurdische Zivilisten in der Türkei wie im Nordirak und

- für die offizielle Unterstützung antiisraelischer Provokationen etwa in Gestalt der Mavi-Marmara-„Solidaritätsflottille“ im Mai 2010, verbunden mit wüster antisemitischer Hetze seitens der türkischen Regierung unter persönlicher Beteiligung Erdogans.

Unsere DIG-Hochschulgruppe betrachtet es als ungeheuerlichen Vorgang, dass durch die Auszeichnung Ministerpräsident Erdogans in der Kategorie „Europa“ die Konzeption eines Europa der Toleranz, der Liberalität und der Demokratie öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Dabei verbietet es das Kaliber des Steiger Award, diesen provokatorischen Akt einer „Umwertung aller Werte“ als Provinzposse abzutun.

Wir unterstützen die Proteste gegen die Preisverleihung an Erdogan, wie sie u. a. durch den Zentralrat der Armenier und die Alevitische Gemeinde artikuliert wurden. Im öffentlichen Raum einer demokratischen Republik muss gegenüber Kriegsbrandstiftern und antisemitischen Agitatoren das Prinzip „Null Toleranz!“ zur Geltung gebracht werden.

Daniel Leon Schikora

lundi 23 mai 2011

Rostocker Leitkultur (2)


Das rechtssozialdemokratische Blog Endstation Rechts berichtet:

"In Mecklenburg-Vorpommern leben zurzeit weniger als 2 Prozent Ausländer, doch im Wahlprogramm der CDU bilden sie merkwürdigerweise einen Schwerpunkt. Nachdem letzte Woche bereits der Vorstoß zum Kopftuchverbot an Schulen für Furore sorgte, legten die Christdemokraten auf ihrem Landesparteitag nach. So beschlossen die Delegierten einstimmig eine Kita-Pflicht – aber nur für bestimmte Ausländergruppen.

An der Basis komme das Thema unglaublich gut an, erklärte CDU-Fraktionspressesprecher Wolfram Axthelm auf Nachfrage der 'Ostsee-Zeitung' zum umstrittenen Vorstoß, ein Kopftuchverbot an Mecklenburg-Vorpommerns Schulen einführen zu wollen. Ein wirklichen Bedarf für eine solche Gesetzesinitiative gebe es nämlich nicht, wie der CDU-Sprecher ebenfalls einräumte, denn eine muslimische Lehrerin gibt es bislang nicht im Land.

Auf dem Parteitag am Wochenende in Ludwigslust hatte die CDU aber noch mehr Zugeständnisse am Stammtisch parat. Zwar betonte CDU-Spitzenkandidat und Innenminister Lorenz Caffier, dass Erziehung in erster Linie Recht und Pflicht der Eltern sei. Das gelte aber nicht für alle Bewohner des Landes, denn die Delegierten beschlossen auch eine Kindergartenpflicht für bestimmte Ausländergruppen. So heißt es im Programm: 'Für Kinder, die in einem Elternhaus ohne deutsche Muttersprache aufwachsen, soll es vom Herbst 2012 an Pflicht sein, vom dritten Lebensjahr an den Kindergarten zu besuchen'.

Ein durchschaubares Manöver, meint die Schweriner Volkszeitung, der sich der Eindruck aufdrängt, 'hier geht es weniger um die Lösung von Integrationsproblemen als vielmehr um die Lufthoheit über den Stammtischen zwischen Boizenburg und Ueckermünde.'"
(ER, 23.5.2011)

Die Aussage, dass es sich bei der Frage der Notwendigkeit eines Kopftuchverbots in öffentlichen Schulen um ein Ausländerproblem handele, geht auf das Konto des ER-Autors Robert Scholz. Gleiches gilt für die Bewertung der CDU-Forderung einer besonderen Kindergartenpflicht für nichtdeutsche Muttersprachler als einer gegen "bestimmte Ausländergruppen" gerichteten Politik.

mardi 12 avril 2011

Mannerheims Erben: Staat und lutherische Kirche in Finnland decken antirussische Extremisten

RIA Novosti, 12.4.2011:

"Der finnische Pfarrer Juha Molari, der wegen seiner Kritik an der extremistischen tschetschenischen Webseite „Kawkas-Zentr“ beschuldigt wird, nationale Zwietracht zu schüren, hält es laut der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ für notwendig, die Teilnehmer der genannten Web-Ressource beim Namen zu nennen.

In einem am Dienstag veröffentlichten Zeitungsinterview fordert der Geistliche, die Webseite „Kawkas-Zentr“ für die finnischen Nutzer unzugänglich zu machen.

„Als erstes gilt es, Strafverfahren wegen jeder Publikation des ‚Kawkas-Zentr’, die rassistische und sonstige Ausfälle enthält, zu fordern. Als zweites müssen die Mitglieder der Organisation ‚Pro Kawkas’, der die Ressource ‚Kawkas-Zentr’ gehört, beim Namen genannt werden. Es ist gerade die Geheimhaltung, die dem ‚Zentrum’ einen guten Ruf in der Bürgergesellschaft sichert“, so Molari.

Nach Angaben der Zeitung hat die finnische Polizei gegen den Pastor ein Untersuchungsverfahren wegen des Schürens nationaler Feindschaft eingeleitet, nachdem sich Molari Anfang April in einem Interview für den Fernsehsender Russia Today gegen die Tätigkeit der Webseite „Kawkas-Zentr“ in Finnland gewendet hatte.

Molari hatte bereits früher beim Vernehmen durch die finnische Polizei die Webseite der tschetschenischen Separatisten ein „Sprachrohr der Terroristen“ genannt. Wegen seiner scharfen Äußerungen verhängte die lutherische Kirche gegen den Pfarrer ein zeitweiliges Dienstverbot.

Laut Molari erkennt die finnische Kirche „Kawkas-Zentr“ als eine legitime Organisation an und verbietet deshalb öffentliche Äußerungen gegen diese Webseite.

[...]

Das russische Außenministerium hatte früher wiederholt die Tätigkeit der Webseite „Kawkas-Zentr“, die „unverhohlen zu Gewalt aufhetzt und zwischennationale und interreligiöse Feindschaft anheizt“, als unzulässig bezeichnet."

dimanche 20 février 2011

Braun-Rot-Grün: Mit attac und Ataka wächst zusammen, was zusammengehört


Marianne2 berichtet über den EU-politischen Schulterschluß des Ökologisten, "Globalisierungskritikers", radikalen Antiisraelisten und Islamismus-Apologeten José Bové, der gemeinsam mit Daniel Cohn-Bendit in den Europawahlen 2009 ein grünes Wahlbündnis zu einem fulminanten Wahlerfolg führte, mit Dimitar Stoyanov, der die bulgarische Partei Ataka im EU-Parlament repräsentiert:

Demander une « répartition équitable des subventions agricoles entre les nouveaux et les anciens Etats membres » de l’Union européenne, voilà une très noble initiative. Mais faut-il, pour parvenir à ses fins, accepter de s’associer à un des personnages les plus controversés siégeant au Parlement européen ? À l’évidence, pour José Bové, la réponse est oui.

Le 13 décembre dernier, une « déclaration écrite » affirmant la nécessité de « garantir un traitement équitable de tous les agriculteurs de l’Union » est déposée. Les déclarations écrites, comme le stipule le règlement du Parlement européen, peuvent compter jusqu’à cinq coauteurs et permettent d'ouvrir un débat devant le Parlement si le texte reçoit suffisamment de signatures. Sans sectarisme donc, le faucheur d’OGM français apparaît aux côtés de quatre parlementaires non-écologistes originaires d’Europe centrale et de l’Est. Il y a là deux membres du groupe PPE au Parlement : Mariya Nedelcheva, député bulgare du Gerb, parti de centre-droit et Rareş-Lucian Niculescu, député élu sous les couleurs du Parti démocrate libéral roumain. À ceux-là vient s’ajouter Janusz Wojciechowski de Droit et justice, la formation conservatrice polonaise des frères Kaczyński. Enfin, le texte comporte le nom d’un « humaniste parmi les humanistes », Dimitar Stoyanov, du parti bulgare Ataka.

[...]

Alors que Daniel Cohn-Bendit s’était farouchement opposé à l’idée de laisser Jean-Marie Le Pen, en tant que doyen du Parlement, présider la séance inaugurale, José Bové, lui, ne verrait donc aucun mal à cosigner un texte avec le très sulfureux Stoyanov ? « Il faut remettre ça dans le contexte du Parlement européen, explique-t-il, En France, une telle configuration paraîtrait singulière. Mais pas à Strasbourg où il m’arrive de travailler avec des gens du PPE, de l’UMP. » Il est vrai que la « tradition » du compromis qui a cours à Strasbourg veut qu’un parlementaire auteur d’une déclaration écrite n’hésite pas à s’associer à des députés prêchant dans des chapelles politiques différentes de la sienne. Mais faut-il le faire avec n’importe quelle chapelle ? « Ce texte a été proposé à des pays de l’Est et ce sont ces pays qui ont proposé en retour leur représentant », se défausse José Bové. Un argument un peu léger d’autant que la Bulgarie, en la personne de l’eurodéputée Mariya Nedelcheva, possédait déjà un émissaire parmi les co-auteurs de la déclaration écrite. Nul besoin donc d’accepter Stoyanov.

Mais José Bové a de la ressource et finit par décocher un argument qui fait mouche : « Ce texte prône une répartition plus juste des subventions entre les nouveaux et les anciens membres de l’UE. Ne pas le soutenir aurait contribué à renforcer le repli identitaire. » Qu’on se le dise : le « repli identitaire » façon Ataka et Stoyanov ne passera pas par José Bové !

Wer hätte es zu denken gewagt, daß attac und Ataka, die bulgarischen Faschisten und die "linken" alterglobalistes, sich nicht nur in ihren Namen ähneln?

mardi 31 août 2010

Deutsch-sozialdemokratische Geschichtsklitterung (1)


Daß es der SPD bislang nicht gelungen ist, Thilo Sarrazin auszuschließen, hindert den "Vorwärts" nicht daran, auf dem Fall Sarrazin sein antikommunistisches und islamophiles Süppchen zu kochen. Aus Kommunisten werden Hetzer "gegen Volksgruppen", mithin Antizipatoren des SPD-Mitglieds Sarrazin. Als Ursache des "heutige[n] Terrorismus" wird "die schlechte Politik der westlichen Welt" angeführt, "die nach dem zweiten Weltkrieg begangen wurde", welcher bekanntlich in einer Niederlage auch des Panislamisten Amin al-Husseini geendet hatte. "Der Terror in der heutigen Form besteht erst seit wenigen Jahrzehnten, der Islam jedoch seit Jahrtausenden." Bis vor wenigen Jahrzehnten zeichnete sich die Geschichte des Islam nur durch Petitessen wie Sklaverei, Geschlechter-Apartheid, Ausrottung religiöser Minderheiten aus.

jeudi 29 avril 2010

jW-Privatmann (= griech. ἰδιότης) erklärt islamisches Kopftuch zu Privatsache


Da eine Lehrerin sich i. d. R. außerhalb des "zentralen Blickfeldes" ihrer Schüler(innen) befindet, muß das Kopftuch, das sie trägt, als "ein persönliches Kleidungsstück, das, sofern von muslimischen Frauen getragen, eine private religiöse Überzeugung zum Ausdruck bringt", und das die Schulpflichti...gen nicht zu interessieren habe, gelten:

"Die »erste muslimische Ministerin Deutschlands« sprach sich nicht nur gegen die schulische Zurschaustellung einer grausamen Hinrichtung aus, sondern auch gegen Lehrerinnen mit Kopftüchern. Doch läßt sich das eine mit dem anderen wohl nicht vergleichen. Das Kopftuch ist ein persönliches Kleidungsstück, das, sofern von muslimischen Frauen getragen, eine private religiöse Überzeugung zum Ausdruck bringt. Ein im Klassenzimmer hängendes Kreuz befindet sich hingegen im zentralen Blickfeld der Schüler als Symbol christlicher Vorherrschaft in der Gesellschaft." (jW, 28.4.2010)

Daß das Tragen oder Nichttragen des islamischen Kopftuchs in öffentlichen Räumen Privatsache sei, gilt in der Logik der Islamophilen freilich ausschließlich für nichtislamische Gesellschaften: Ein Eintreten für das Recht iranischer Frauen, sich ihrer Verschleierung zu entledigen, gilt ihnen als Ausdruck ebenjener Islamophobie, die sich hierzulande darin zeige, das "Recht" auf Verschleierung im öffentlichen Dienst in Frage zu stellen ...

mercredi 26 août 2009

Multikulturalistische Anti-Antifa


DER TAGESSPIEGEL, 27.8.2009:

"Der Vorgang erinnert an die „Idomeneo“-Absage in der Deutschen Oper. Deren Intendantin hatte 2006 Mozarts Werk aus Angst vor islamistischen Attacken abgesetzt. Nun ist es die Werkstatt der Kulturen in Neukölln, die offenbar aus Sorge, nahöstliche Befindlichkeiten zu verletzen, einer seit Monaten geplanten Ausstellung die Tür verschließt. Streitpunkt sind drei von 96 Schautafeln zum Thema „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“.

In der Schau, die am 1. September eröffnen sollte, geht es um Soldaten aus Afrika und Asien, um Zwangsarbeiter und Sexsklaven. Und es geht, eher am Rande, um Kollaboration mit den Nazis. Diese gab es etwa in Indien oder Argentinien, aber eben auch im Nahen Osten. So schildert eine der umstrittenen Tafeln, wie der oberste Repräsentant Palästinas, Hadsch Amin al Husseini, in Deutschland von Heinrich Himmler zum SS-Gruppenführer ernannt wurde. Eine zweite Tafel benennt die „Sympathisanten der Faschisten im Nahen Osten“ wie Ägyptens König Faruk; eine dritte würdigt „Arabische Retter“, die Juden vor dem Tod bewahrten.

Für die Werkstatt der Kulturen und deren Geschäftsführerin Philippa Ebéné sind diese Darstellungen nicht akzeptabel. Sie verlangt, die drei Tafeln wegzulassen oder will vom Hausrecht Gebrauch machen. Ausstellungsmacher Karl Rössler vom Kölner Verein „recherche international“ will jedoch die Schau (im Internet unter www.3www2.de) „ganz oder gar nicht zeigen“. Er spricht von „Zensur“ und zieht nun in die Uferhallen in Wedding.

Ebéné weist den Vorwurf der Zensur zurück; ein Ausstellungskonzept, in dem es auch um Mitschuld gehe, sei nie abgesprochen gewesen. „Geplant war eine Hommage an die gefallenen POCs (People of Colour), die Deutschland vom Faschismus befreiten“, sagt sie. Für eine Völkerschau nach dem Motto „Edler Wilder, böser Wilder“ stehe die Werkstatt nicht zur Verfügung. Auch bei anderen Gedenkveranstaltungen, etwa zu Stauffenberg, zeige man nicht auf die Kollaborateure. Dass Rössel dies gemacht habe, nennt sie „rassistisch“.

Berlins Migrationsbeauftragter Günter Piening äußert Verständnis für die Absage. „In einem Viertel wie Neukölln brauchen wir eine differenzierte Darstellung der Verwicklung der arabischen Welt in den Zweiten Weltkrieg“, sagt er. Der Widerstand von arabischer Seite werde in der Schau nicht ausreichend gewürdigt. Für Freitag hat er die Beteiligten zum Gespräch eingeladen. Der Nahostexperte Wolfgang G. Schwanitz hält die Darstellung von Amin al Husseini in der Schau für korrekt. Dieser sei keine Randfigur gewesen, Hitler sah in ihm den „berufendsten Sprecher der Araber“, sagt er, das könne man nicht aus der Geschichte verbannen.

Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) ärgert sich über die Werkstatt der Kulturen, die mit öffentlichen Geldern gefördert wird: „Gerade die Werkstatt reklamiert für sich, ein Ort der Freiheit und Kultur zu sein. Geschichte muss man aushalten können.“ Buschkowsky vermutet hinter der Absage die Intervention arabischer „Platzhirsche“."

vendredi 24 avril 2009

Zum 94. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern


„Am 22. April 1939, also am Vorabend des von ihm und dem nationalen Kollektiv seiner Anhänger vorsätzlich vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkriegs, erklärte Adolf Hitler den versammelten Kommandeuren der SS-Todesschwadronen und einer höchst willfährigen Wehrmachtsgeneralität:

‚Ich habe meine Totenkopfverbände bereitgestellt mit dem Befehl, unbarmherzig und mitleidslos Mann, Weib und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken. Nur so gewinnen wir den Lebensraum, den wir brauchen.’ Und dann:

„WER REDET DENN HEUTE NOCH VON DER VERNICHTUNG DER ARMENIER?“

Wer? Wir, wir! Atome, Moleküle jenes schlaflosen Gewissens der Menschheit, das soviel Ausdauer braucht.“


Ralph Giordano in seiner Rede zum 90. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern, 24. April 2005

Ein Verdienst von Otfried Höffes Werk „Demokratie im Zeitalter der Globalisierung“ (1999) ist es, der Tendenz zu einer widerstandslosen Hinnahme totalitärer Angriffe unter dem Vorwand des „Dialogs der Kulturen“ die Konzeption eines weltrepublikanischen Gemeinwesens entgegengesetzt zu haben. Als dessen Voraussetzung betrachtet Höffe die Universalisierung von Bürgertugenden, zu welchen er einen zunächst weitgehend auf die nationalstaatliche Solidargemeinschaft konzentrierten, tendenziell und potenziell jedoch kosmopolitisch aufgefassten Gerechtigkeitssinn zählt. Als dessen höchste Stufe manifestiert sich der Welt-Gerechtigkeitssinn auch in einem „kritischen Weltgedächtnis“, das der weit verbreiteten Verharmlosung von „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ (z. B. solcher, die in anderen Kontinenten an Angehörigen fremder Kulturen verübt und u. a. von „westlichen“ Anhängern des Multikulturalismus „aus ihrem kulturellen Kontext“ erklärt werden) Einhalt zu gebieten vermag: „Daß gewisse Genozide tief ins Weltgedächtnis eingegraben, andere dagegen lieber kleingeredet oder verdrängt werden, ist ein elementares ‘anamnetisches Unrecht’, dem ein gerechtes Weltgedächtnis dadurch entgegentritt, daß es die unterschiedlichen Gewalttaten in Erinnerung hält.“

Das „anamnetische Unrecht“ an den Armeniern findet innerhalb der türkischen Grenzen seine institutionelle Garantie nicht zuletzt in der strafrechtlichen Verfolgung türkischer Menschenrechtler, die den Genozid öffentlich als solchen thematisieren, wie es auch der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink getan hatte, bevor er im Januar 2007 von fanatischen Nationalisten ermordet wurde. Jedoch beteiligten (und beteiligen) sich auch „westliche“ Regierungen an der Verschleierung des völkermörderischen Charakters des jungtürkischen Armeniermordes.

Bis heute hat sich der Deutsche Bundestag nicht dazu durchgerungen, auf gesetzgeberischem Wege einem angemessenen öffentlichen Gedenken der Opfer des anti-armenischen Völkermordes bundesweit zur Geltung zu verhelfen. Ein solcher Vorstoß könnte sich etwa an dem diesbezüglichen Gesetzestext der Französischen Republik aus dem Jahre 2001 orientieren: „Frankreich erkennt öffentlich den armenischen Genozid von 1915 an. Dieses Gesetz wird als staatliches Gesetz angewandt.“

dimanche 29 mars 2009

Deutscher Menschenrechtler prangert Abschaffung der Leibeigenschaft als kulturimperialistisch an


Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) des Annemarie-Schimmel-Apologeten Tilman Zülch sieht das "alte Tibet" durch prokommunistische Agitatoren verleumdet:

"Der von China ausgerufene Feiertag zur 'Befreiung Tibets von Leibeigenschaft und Sklaverei' am kommenden Samstag markiert nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen historischen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Tibetern und Chinesen. Es sei eine grobe Geschichtsfälschung, dem traditionellen Tibet Sklaverei zu unterstellen, erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. 'Niemand leugnet, dass es Missstände im alten Tibet gegeben hat, doch kein zeitgenössischer Reisender hat über Sklaverei berichtet.*'

'Wenn Chinas Führung ernsthaft an einem friedlichen Ausgleich mit den Tibetern interessiert wäre, hätte sie für ihre Jubelfeiern nicht den 28. März ausgesucht, der wie kein anderer Tag für die Demütigung und Verhöhnung der Tibeter steht', sagte Delius. Nach der Flucht des Dalai Lama hatte der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai die tibetische Regierung am 28. März 1959 aufgelöst.

Offenbar wollten Chinas Machthaber mit diesem Feiertag nur den Dalai Lama diskreditieren und ihren Machtanspruch über Tibet bekräftigen. Chinas Führung rühme sich zwar der Vielzahl von Nationalitäten in der Volksrepublik, zeige jedoch in keiner Weise Respekt gegenüber der Kultur, Gesellschaft und Religion der Tibeter. So versuche Peking, eine eigene Version der Geschichte und Kultur des alten Tibet festzuschreiben. 'Dafür wird eine Heerschar von systemkonformen Tibetologen regelmäßig auf Propagandareisen in alle Welt gesandt, um die Sichtweise der Kommunistischen Partei zu verbreiten.' Auch in Deutschland würden diese Propagandisten regelmäßig ihre sonderbaren Thesen vertreten, die jedoch wissenschaftlichen Standards nicht genügten. In verantwortungsloser Weise würden so die traditionellen Werte Tibets verspottet mit dem Ziel, die Tibeter bedingungslos zu assimilieren."
(Pressemitteilung der GfbV vom 27.3.2009)

Als einer, der gern "traditionelle Werte" verspottet, die darin zum Ausdruck kommen, daß Menschen ihrer persönlichen Freiheit beraubt werden, daß ihnen im Falle "unbotmäßigen" Verhaltens die Augen ausgestochen werden oder bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen wird, vermag ich nichts Verwerfliches an der Befreiung Tibets von der lamaistischen Theokratie zu erkennen. Einen "friedlichen Ausgleich" zwischen den (politischen) Erben der Träger des tibetischen Feudalismus einerseits und den Nachkommen der Opfer dieses Systems andererseits kann es nicht geben. Daß China an den menschenrechtswidrigen Charakter der Mönchsherrschaft erinnert, steht einem "Ausgleich" zwischen Han-Chinesen und Tibetern nicht entgegen (ebenso wenig, wie etwa die Erinnerung an Nazi-Verbrechen jemals einem "Ausgleich" zwischen deutschen Antifaschisten und Russen, Amerikanern, Briten oder Franzosen entgegenstand)! Was das Ziel einer bedingungslosen Assimilierung der Tibeter anbelangt, so scheinen die chinesischen Kommunisten hier bislang ziemlich zaghaft vorgegangen zu sein: Die tibetischen Pogromisten, die sich im März 2008 an Leben, körperlicher Unversehrtheit und Eigentum von Han-Chinesen vergriffen, könnten in Anbetracht ihrer Verhaltensweisen im albanisierten Kosovo als "assimiliert" betrachtet werden, nicht jedoch in einem Zivilstaat.

* Bemerkenswerterweise wird die Tatsache der Leibeigenschaft im "alten Tibet" seitens dessen Apologeten Delius mit keinem Wort in Abrede gestellt. Zu den Zuständen in Tibet vor dessen Befreiung 1950/59 vgl. unseren Beitrag "Die 'Tibet-Solidarität' kennt keine Parteien mehr ..." (11.5.2008) - Anm. von mir, Daniel L. Schikora.

lundi 12 janvier 2009

Dhimmitude: "Wehrhafte Demokratie" zeigt sich hamastankonform


jW, 13.1.2009:

"Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat das Verhalten der Polizei bei der Duisburger Demonstration gegen den israelischen Militäreinsatz kritisiert. 'Offensichtlich steht das Recht auf Demonstrationsfreiheit nur einer Seite zu', sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer. 10000 Menschen hatten am Samstag gegen die Gewalt in Gaza protestiert. Zwei israelische Fahnen, die am Rande des Zuges aus den Fenstern eines Hauses hingen, wurden von Polizei entfernt, nachdem Demonstranten sie beworfen hatten. 'Der Wohnungsbesitzer wollte nur provozieren', verteidigte ein Polizeisprecher das Vorgehen."

samedi 3 janvier 2009

Deutsche Zivilgesellschaft (2)


Es wächst zusammen, was zusammengehört. Ausgerechnet in der Berliner tageszeitung nimmt Moshe Zuckermann sich die Freiheit, die (jüdisch-)israelische (Mehrheits-)Gesellschaft tribalistischen Verhaltens zu bezichtigen (als ob die Multikultis der Fischer-Partei, als eifrige Förderer eines türkisch-islamischen Kommunitarismus in deutschem Territorium, dem Konzept einer postethnischen Republik grundsätzlich etwas abzugewinnen vermöchten!):

"Ein weiterer Grund für den aktuellen Gewaltausbruch liegt im Bedürfnis, das Fiasko des zweiten Libanonkrieges von 2006 zu kompensieren und daraus entsprechend Kapital für den laufenden Wahlkampf zu schlagen. Der tiefere Grund liegt in der dauerhaft fehlenden Bereitschaft der israelischen Gesellschaft, den Preis zu zahlen, den ein Frieden mit den Palästinensern bedeuten würde. Und man weiß auch, warum: Zahlte man ihn, würde alsbald das innerisraelische Stammesfeuer erlöschen und man sähe sich womöglich einem potenziellen Bürgerkrieg ausgesetzt. Dann schon lieber das periodische Tamtam-Gedröhn - es suhlt sich so schön im Einheitsmorast. Bis zum nächsten Mal wieder." (taz, 3.1.2009)

Als Postzionist hat Zuckermann es wahrhaftig nicht leicht: Um seine Kritik der Archaismen eines "innerisraelischen Stammesfeuers" an den Mann bringen zu können, muß er sich im "alten Europa" an das "Stammesfeuer" jener setzen, die 1999 in Anbetracht der Vertreibung auch aller im Kosmet beheimateten Juden von einer humanitären Friedensoperation der Nato sprachen, die vor einem Jahr durch eine leidenschaftliche Mitwirkung an einer Hetzkampagne gegen assimilationswillige Muslime - die Aleviten - hervortraten und die in den Gewaltexzessen von Hamas, Hisbollah und anderer islamofaschistischer Bestrebungen offenbar so etwas wie eine Rache für den Mai 1945 sehen. (Bestände die israelische Staatsführung aus Postzionisten, so wäre der Bestand der nach Gaza verlegten Alpenfestung durchaus gesichert ...)

mardi 11 novembre 2008

Tilman schmollt


Über die Revitalisierung islamischer Barbarei in Somalia berichtet SPIEGEL ONLINE vom 1.11.2008:

"Ein 13-jähriges Mädchen in Somalia ist nach Angaben von Amnesty International unter dem Vorwurf des außerehelichen Geschlechtsverkehrs gesteinigt worden. Aisha sei einen schrecklichen Tod gestorben, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Wochenende unter Berufung auf Augenzeugen.

Das Mädchen hatte angegeben, von drei Männern vergewaltigt worden zu sein. Die islamische Miliz, die die Stadt Kismayo kontrolliert, verurteilte sie laut Amnesty aber wegen Sex außerhalb der Ehe. Die Steinigung war bereits am 27. Oktober vollstreckt worden, rund tausend Zuschauer sollen in einem Stadion in der Hafenstadt Zeugen des brutalen Schauspiels gewesen sein.

Die Medien hatten das Alter der Verurteilten in ihrer Berichterstattung nach der Hinrichtung noch mit 23 angegeben. Aishas Vater bestätigte nun aber nach Angaben von Amnesty, dass das Mädchen erst 13 gewesen sei."

Als die erschütternden Berichte über die Vollstreckung "islamischen Rechts" gegenüber einem unschuldigen Kind um die Welt gingen und den zivilisierten Teil (nicht nur) der "westlichen" Öffentlichkeiten in seiner Verachtung für eine multikulturalistische Politik des Fairständnisses für islamische Integristen bestätigten, wartete die "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) nur wenige Tage ab, bis sie sich ihrerseits zu Wort meldete:

"Seit dem 30. Oktober wurden mindestens 15 Regimekritiker in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba verhaftet, die der Oromo-Volksgruppe angehören. Dies berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen. Unter den der Menschenrechtsorganisation namentlich bekannten Festgenommenen befinde sich auch Bekele Jirata, der Generalsekretär der Oppositionspartei 'Föderalistische Demokratische Oromo Bewegung (OFDM)'. Die OFDM hatte die äthiopische Regierung mehrfach öffentlich kritisiert, sie habe die Wähler bei den Parlamentswahlen im April 2008 massiv eingeschüchtert.

Viele der Verhafteten seien Oromo in führenden Positionen in Politik und Wirtschaft, sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. Ihnen werde vorgeworfen, die Oromo-Befreiungsbewegung OLF finanziell unterstützt zu haben. 'Den Verhafteten drohen Folter und jahrelange Haftstrafen, weil sie der Unterstützung des Terrorismus beschuldigt werden.' Dieser pauschale Vorwurf werde von Äthiopiens Sicherheitsbehörden regelmäßig geäußert, um missliebige Kritiker der staatlich angeordneten Verfolgung von Oromo mundtot zu machen und führende Repräsentanten der unterdrückten Bevölkerungsgruppe zu kriminalisieren.

Verhaftet worden sei auch Frau Lelise Wadajo, die als Journalistin für einen verbotenen Oromo-Fernsehsender gearbeitet habe. Ihr Ehemann hatte jüngst eine dreijährige Gefängnisstrafe als politischer Häftling verbüßt und war danach ins Ausland geflohen. Festgenommen worden sei auch Herr Assefa Dibaba, Dichter und Dozent der Oromo-Sprache an der Universität Addis Abeba. Weitere Verhaftete seien der Hotelbesitzer Eshetu Kitil sowie Kebede Borena, stellvertretender Manager des Hilton Hotels in Addis Abeba, und sein Bruder Dejene Borena, der Eigentümer einer Reiseagentur sei, sowie der Geschäftsmann Bekele Negeri.

'In äthiopischen Gefängnissen werden zurzeit mehrere tausend Oromo als politische Häftlinge festgehalten', erklärte Delius. Allein aufgrund der ethnischen Abstammung würden immer wieder Oromo vor allem in den ländlichen Gebieten Äthiopiens unter dem Pauschalverdacht der 'Unterstützung des Terrorismus' verhaftet. Seit 2004 seien mehrere hundert Oromo-Studenten wegen ihrer Kritik an der Verfolgung ihrer Bevölkerungsgruppe zwangsweise exmatrikuliert worden. Verfolgt würden aber auch Journalisten, Liedermacher und Lehrer, die sich friedlich für die Erhaltung der Oromo-Sprache einsetzten. Die Oromo stellen die größte Bevölkerungsgruppe in dem Vielvölkerstaat Äthiopien."
(GfbV-Pressemitteilung vom 7.11.2008)

Was haben die (angeblichen oder wirklichen) Menschenrechtsverletzungen eines durchschnittlich autoritären Regimes wie des gegenwärtigen äthiopischen mit islamischen Bestialitäten in Somalia zu tun? Zunächst einmal nichts. In der Logik der GfbV jedoch eine ganze Menge. Denn die äthiopische Regierung malträtiert zur Empörung der deutschen Ethnozoologen nicht nur liebe "Oromo-Studenten", sondern sie "erdreistete" sich Ende 2006 auch, den Sturz eines islamofaschistischen Terrorregimes im Nachbarland Somalia militärisch herbeizuführen, so daß dessen einstige Träger heute nur noch regional begrenzt ihre "Rechtsauffassung" in einer Weise zur Geltung bringen können, wie es die erwähnte Dreizehnjährige erfahren mußte.

In einer - im folgenden dokumentierten - Pressemitteilung vom 27.12.2006 hatte die GfbV nicht davor zurückgeschreckt, offen für die radikalen somalischen Islamisten Partei zu ergreifen und die Bundesregierung zu einer Aussetzung der Entwicklungshilfe für Äthiopien aufzufordern, das nicht bereit war, auf eine Politik der guten Nachbarschaft mit dem somalischen Äquivalent der Taliban zu setzen. Äthiopiens Ministerpräsident Meles Zenawi galt (und gilt) deutschen Weißwäschern des djihadistischen Islamismus offenkundig als ein äthiopisches Pendant zu Ariel Sharon ...

"Deutschland muss seine Entwicklungshilfe für Äthiopien aussetzen, wenn die äthiopischen Truppen nicht sofort aus Somalia abgezogen und jegliche Angriffe auf das Nachbarland eingestellt werden. Diese Forderung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Mittwoch erhoben. 'Deutschland und die Europäische Union müssen ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass Krieg kein Mittel der Konfliktlösung ist', erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius in Göttingen und warnte davor, dass zehntausende Menschen ins Flüchtlingselend getrieben werden. Das Horn von Afrika sei ein Pulverfass und daher müsse jeder zur Rechenschaft gezogen werden, der mutwillig mit dem Feuer spiele und so die Stabilität einer ganzen Region gefährde.

In Europa sei Deutschland wichtigstes Geberland Äthiopiens. Berlin habe Äthiopien 2005 nicht nur Hilfen in Höhe von 69 Millionen Euro für die folgenden drei Jahre zugesagt. Darüber hinaus seien dem Land im Dezember 2004 auch 67 Millionen Euro Schulden erlassen worden, um die Armutsbekämpfung voranzutreiben. Die Bundesregierung müsse jetzt sicherstellen, dass mit diesen direkten und indirekten Hilfen nicht Äthiopiens Kriegstreiberei gefördert werde.

Äthiopiens Ankündigung, seine Truppen innerhalb einer Woche abzuziehen, sei wenig glaubwürdig, da sie bereits seit August 2006 in Somalia operierten. 'Dieser Krieg wird auch nicht in sieben Tagen enden, sondern droht zu einem Flächenbrand zu werden', warnte Delius. Zwar versuche Äthiopien, sich als Bollwerk gegen Somalias Islamisten zu empfehlen. Das Land betreibe jedoch knallharte Interessenspolitik, die nicht mit deutschen Steuergeldern finanziert werden dürfe. Seit 1964 hätten Äthiopien und Somalia bereits mehrfach Krieg um das rohstoffreiche Gebiet Ogaden geführt. Im Horn von Afrika stünden sich nicht 'böse' Islamisten in Somalia und 'gute' Äthiopier gegenüber, wie vereinfachend oft behauptet werde, sondern sowohl Somalia als auch Äthiopien strebten nach Expansion auf Kosten des jeweiligen Nachbarlandes. Verschärft werde der Konflikt noch durch Eritreas Einflussnahme auf Seiten radikaler Muslime in Somalia, um dem verfeindeten Nachbarland Äthiopien zu schaden.

'Äthiopiens Machthaber sind für schwere Menschenrechtsverletzungen in dem zwischen Somalia und Äthiopien umstrittenen Ogaden verantwortlich', erklärte Delius. Mit großer Brutalität gingen die äthiopischen Sicherheitskräfte dort seit Jahren gegen die Somali-Zivilbevölkerung vor, um die Widerstandsorganisation Ogaden National Liberation Front zu zerschlagen. So seien seit 1992 mehr als 2900 Menschen verschwunden und 2030 Personen gewaltsam getötet worden. Der Streit mit Somalia um den Ogaden werde noch weiter eskalieren, nachdem umfangreiche Öl- und Erdgasvorkommen in der Region entdeckt wurden.

Scharfe Kritik übte die GfbV am Verhalten der Afrikanischen Union (AU). Sie verspiele ihre Kompetenz als regionaler Schlichter, weil sie einseitig auf Seiten Äthiopiens interveniert habe."

mardi 30 septembre 2008

Deutsche Nazis und Ethnopluralisten für Auslöschung der Republika Srpska


I

In der Online-Ausgabe des NPD-Organs Deutsche Stimme vom 26.8.2008 plappert der deutsch-bosnische Rechtsextremist Safet Babic unkritisch jene Tatsachenbehauptungen nach, die die Vorgänge von Srebrenica im Juli 1995 - im Interesse der intervenierenden nordatlantischen und islamischen Mächte - als unprovozierte bosnisch-serbische Angriffe auf eine wehrlose muslimische Bevölkerung erscheinen lassen sollten (und sollen). Nicht einmal vor dem "Genozid"-Vorwurf gegenüber den bosnischen Serben schreckt Babic (der an anderer Stelle gern den "Antiimperialisten" gibt) zurück. Sein Pamphlet schließt er mit den Worten:

"Auf den Schauprozeß können wir gespannt warten. Gerechter wäre es, die heutige Republika Srpska als Produkt des Völkermordes schnellstmöglich aufzulösen."

II

Wie schade für Babic - einen Bewunderer des den Juden- und Serbenmord propagierenden Panislamisten Amin al-Husseini, des Großmuftis von Jerusalem -, daß ihm die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in seinem Anliegen, die Republik der bosnischen Serben zu "delegitimieren", um mehrere Jahre voraus ist! So forderte die GfbV, die sich andernorts vehement für die Ahndung der vermeintlichen Aggressionsverbrechen Rußlands oder Äthiopiens an den niedlichen tschetschenischen resp. somalischen Islamisten ausgesprochen hat, im September 2005:

"Ein sofortiges Verbot der Karadzic-Partei SDS und die Auflösung des bosnischen Teilstaates Republika Srpska hat die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) auch im Namen ihrer bosnischen Sektion am Donnerstag von der internationalen Gemeinschaft gefordert."

Anläßlich der Festnahme des früheren Präsidenten der Republika Srpska im Juli 2008 wiederholte die GfbV ihre Forderung nach einer vollständigen Kolonialisierung des serbischen Teils Bosniens - und klärte ganz nebenbei den geneigten Leser darüber auf, daß es sich bei den osmanischen wie den hitlerdeutschen Besatzern des westlichen Balkan - man höre und staune: - um Garanten eines multikulturellen Bosnien gehandelt habe, welches in dieser Lesart erst dem "großserbischen" Nationalismus der 1990er Jahre zum Opfer gefallen sei:

"Seit 500 Jahren ist Bosnien Herzegowina multiethnisches, multireligiöses und multikulturelles Land. Die beiden Teilungsstaaten, 'Republika Sprska' und 'bosnisch-kroatische Föderation' müssen aufgelöst und die gemeinsame Republik wiederhergestellt werden."

Auf daß ganz Bosnien ins islamische "Haus des Friedens" eingemeindet werde ...

mardi 2 septembre 2008

Ist Erdogans Türkei zu wenig panturanisch und panislamisch?


Daß eine NGO, die den Namen "Gesellschaft für bedrohte Völker" trägt, auch die Türkei in den Blick nimmt, erscheint als durchaus kohärent:

Als "skandalös und beschämend" bezeichnete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag

die fortlaufende Okkupation Nordzyperns, die Verfolgung kurdischer Oppositioneller oder die Beteiligung des Nato-Frontstaates am Bosporus an der Schaffung eines weitgehend "ethnisch reinen" albanischen Kosovo?, nein, weit gefehlt:

die Verweigerung der Einreise in die Türkei für einen führenden uigurischen Menschenrechtler aus China. Türkische Behörden hatten den Generalsekretär des in München ansässigen Weltkongresses der Uiguren, Herrn Dolkun Isa, am 22. August 2008 am Flughafen Antalya an der Einreise gehindert, wie jetzt bekannt wurde. In einem Schreiben an den türkischen Botschafter in Deutschland, Herrn Ahmet Acet, protestierte die GfbV am Dienstag gegen diesen offensichtlichen "Kotau vor Chinas Führung", die weltweit versuche, uigurische Menschenrechtler zu isolieren und zu kriminalisieren. "Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage der Uiguren in China ist das Verhalten der türkischen Behörden unverständlich und befremdend", erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius in dem Protestschreiben an den Botschafter.

Halten wir fest: Als "unverständlich und befremdend" gilt den Ethnopluralisten der GfbV, daß die Behörden der - zur Freude von NGO-"Menschenrechtlern" wie Eurokraten - einer sukzessiven Re-Islamisierung ausgesetzten türkischen Republik sich im Falle der uighurischen Separatisten so verhält, als werde sie noch von bö-bö-bösen Laizisten regiert, die in Fragen panislamischer Solidarität naturgemäß "unmusikalisch" sind und sich zudem - wenigstens in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der kemalistischen Republik - auch von panturanischen (panturkistischen) Bestrebungen fernzuhalten pflegten.

Herr Dolkun Isa wurde 25 Stunden lang am Flughafen Antalya festgehalten, bevor er mit einem Flugzeug nach Deutschland zurückgeschickt wurde. Als Generalsekretär des Weltkongresses der Uiguren, eines Dachverbandes der uigurischen Verbände in der Welt, gilt Herr Isa als einer der wichtigsten Vertreter der im Exil lebenden Uiguren.

Die Entscheidung der türkischen Behörden schade dem Ansehen der Türkei nicht nur in Europa, sondern auch in der muslimischen Welt, erklärte Delius. [...]


Der Umstand, daß - in der Terminologie des liberal-republikanischen Islamismus- und Multikulturalismus-Kritikers Bassam Tibi - Erdogans und Güls AKP keinen djihadistischen, sondern einen "institutionellen" Islamismus verkörpert - weshalb türkische Behörden nicht zuletzt unter Berücksichtigung außenpolitischer Interessen der Türkei auch schon einmal einem islamischen "Freiheitskämpfer" die Einreise verwehren -, läßt die gegenwärtige Türkei in den Augen einer deutschen NGO so dastehen, als sei sie noch so "gottlos" wie unter Kemal Atatürk.

lundi 11 août 2008

Gegen Antisemitismus und Islamismus-Verherrlichung! Kein "Durban 2"!


Im September 2001 wurde die UNO-”Weltkonferenz gegen Rassismus” im südafrikanischen Durban systematisch für aggressive antiisraelische Manifestationen genutzt, die vielfach in offen antisemitischen Invektiven mündeten. Die Konferenz “mutierte zu einem regelrechten Tribunal gegen Israel und dessen Existenzrecht und zu einer Verteidigung unfreier Staaten und Diktaturen”. Mit Blick auf die geplante “Durban Review Conference” des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, die für den Zeitraum vom 20. bis zum 24. April 2009 in Genf angesetzt ist, warnte der französische Philosoph Pascal Bruckner unlängst vor einer Neuauflage der unter dem Banner der internationalen Staatengemeinschaft durchgeführten antisemitischen Kampagne vom September 2001. Wie berechtigt die Befürchtungen Bruckners sind, führt etwa der Umstand vor Augen, daß der Iran, Pakistan und Libyen in das Vorbereitungskomitee für die Durban-Nachfolgekonferenz gewählt wurden. Darüber hinaus demonstrieren die zutiefst antidemokratischen Stellungnahmen eines Kämpfers gegen “antimuslimischen Rassismus” wie des VN-Sonderberichterstatters für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, Doudou Diene, etwa zum “Karikaturenstreit” stets von neuem die Inkompatibilität seines pro-islamistischen “Menschenrechts”verständnisses, wie es im “Westen” radikale Multikulturalisten teilen, zu den Normen und Prinzipien einer liberalen (”westlichen”) Demokratie, in der religiöse Befindlichkeiten keine Übergriffe auf die Meinungsäußerungsfreiheit Anders- oder Nichtgläubiger rechtfertigen.

Mit dem Aufruf "Boykottiert Durban 2" soll Bruckners Anliegen einer Abwehr islamistischer Herrschaftsansprüche öffentlichkeitswirksame Unterstützung erhalten.

samedi 7 juin 2008

Religiozid-Verbrechen im Irak


In der FAZ vom 6. Juni 2008 tritt Wolfgang Günter Lerch der Manier deutscher Multikulturalisten entgegen, die die "selektive" Aufnahme irakischer Opfer islamistischer Religionsverfolgung in Europa allen Ernstes als einen "Kampf der Kulturen" begünstigend zu diffamieren trachten (vgl. unseren Beitrag: "Solidarität mit irakischen Christen oder 'Offene-Grenzen'-Rhetorik" vom 16. April 2008):

"Dass das reiche und in Frieden lebende Europa Menschen aufnehmen muss, die aus dem kriegsgeschüttelten Irak fliehen, steht außer Frage. Viele dieser Flüchtlinge sind Christen, entweder Chaldäer oder Assyrer; doch auch Angehörige anderer christlicher Konfessionen sowie Mandäer - deren Gemeinde im Irak offenbar vor dem Verschwinden steht - sind unter denen, die zu Hunderttausenden ihre nahöstliche Heimat verlassen haben. Kann man Menschen, die an Leib und Leben bedroht sind, in Kategorien einteilen, also entscheiden, welche Flüchtlinge man lieber aufnimmt und welche eher nicht? In den Verdacht der Voreingenommenheit gerät schnell, wer bevorzugt Christen aufnehmen möchte, weil sie eben Christen sind und in der Regel leichter zu integrieren. Die EU hat jetzt über Mittel und Wege der Aufnahme beraten. Um eine gewisse Kontingentierung wird man wohl nicht herumkommen, einfach weil die Aufnahmefähigkeit begrenzt ist. Vorrang könnten zunächst einmal all diejenigen haben, denen im Irak aus religiösen und/oder ethnischen Gründen Folterungen oder Tod drohen."

Soweit in dem letzten Satz könnten durch müssen ersetzt würde, vermöchten wir Lerchs Plädoyer vorbehaltlos zuzustimmen.

lundi 12 mai 2008

Unter dem Banner des Propheten


In der Tageszeitung junge Welt, deren islampolitische Deklarationen bisweilen den Eindruck vermitteln, man habe es mit einem Hausblatt der Grünen Jugend zu tun, widmet sich Knut Mellenthin dem Phänomen eines "Antimoslemismus". Dieser wird von dem jW-Autor einerseits einem (bundesdeutschen) Mainstream zugerechnet, während ihm andererseits - in einer antiamerikanischen und antiisraelischen "linken" Zeitung - bescheinigt wird, "weit rechts von der offiziellen Politik der USA und Israels" zu stehen.

"Präsident George W. Bush sagte zum Beispiel mehrmals Dinge wie: »Manche nennen es üblen islamischen Radikalismus, andere militanten Jihadismus, wieder andere Islamofaschismus. Wie immer man es nennt, diese Ideologie ist sehr verschieden von der Religion des Islam. Diese Form des Radikalismus beutet den Islam aus, um einer gewalttätigen politischen Vision zu dienen« (Rede am 6. Oktober 2005). Mit dieser Differenzierung ist Bush in den Koordinaten der Antimoslemisten ein »Islamversteher«, ein »Einknicker«, ein »Appeaser«, kurz gesagt ein Wegbereiter des Weltkalifats." (jW, 13.5.2008)

Handelte es sich bei dem US-Präsidenten Bush wenigstens um einen Gegner des Islamismus, so müßten etwa im gegenwärtigen Afghanistan nicht Hindus oder zum Christentum übergetretene Ex-Muslime um ihr Leben bangen, sondern sein Amtskollege Karzai und andere islamistische Staatsterroristen. In der Logik der "jW", die der US-Administration indirekt eine Rolle als Kronzeugin gegen "Antimoslemismus" zugesteht (nach der Devise: "Selbst der Taliban-Bekämpfer Bush nimmt den Islam in Schutz!"), steht ein den Menschenrechten verpflichteter echter Linker wie Günter Wallraff als Kritiker des muslimischen Kommunitarismus in Deutschland rechts von den Nato- und EU-Protektoren eines (re-)islamisierten Kosovo.

Auch die Anti-Antimoslemisten der "jW" kennen keine Parteien mehr, sondern nur noch Verteidiger des "Hauses des Friedens": "Soll es ausgerechnet einem CDU-Politiker, Jürgen Todenhöfer, vorbehalten bleiben, angesichts der antimoslemischen Mainstreamstimmung Anstand und Achtung vor der Menschenwürde anderer zu zeigen?" Welches Verständnis von der Menschenwürde und den Menschenrechten "unbotmäßiger" Afghanen die niedlichen Taliban (und andere traditionalistische Muslime) an den Tag legten (und legen), nachdem sie sich unter dem Beifall Todenhöfers, von Habsburgs und Fischers von sowjetischer "Fremdherrschaft" befreit hatten, ist bekannt. Daß die schwarzen und grünen Streiter gegen den sowjetischen "Imperialismus" dereinst in einem ehemaligen FDJ-Organ als Kämpfer für die Menschenwürde und (potentielle) Bündnispartner der Linken gefeiert würden - und zwar nicht trotz, sondern wegen des anti-modernistischen Sentiments, das sie einst an die Seite anti-sowjetischer "Freiheitskämpfer" trieb und sie heute das Feindbild Islam problematisieren läßt -,gemahnt unwillkürlich an das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Welcher christdemokratische Verächter des "gottlosen" Kommunismus, welcher in die Führungsriege der Fischer-Partei aufgestiegene (ex-)maoistische Gegner des sowjetischen "Sozialimperialismus" hätte die Eile erwartet, mit der prosowjetische "Linke" nach der Selbstauflösung der DDR die Protagonisten der westdeutschen Mainstream-Islamophilie um Aufnahme in ihren Club bitten würden?

In der west-östlichen und lagerübergreifenden Parteinahme für die "feudale Rechte" (Oriana Fallaci), die der traditionale* Islam darstellt, wächst zusammen, was zusammengehört.

* Nichts liegt Mellenthin ferner, als die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte etwa eines liberalen muslimischen Islamismus- und Multikulturalismus-Kritikers wie Bassam Tibi oder der seitens sunnitischer Traditionalisten als Häretiker angefeindeten Aleviten.

mardi 6 mai 2008

Islamische Integristen - Opfer eines neuen Faschismus?


Dem Kabarettisten Hagen Rether gebührt das Verdienst, im Rahmen der ARD-Kabarettsendung Scheibenwischer vom 29. Dezember 2007 eine der Lieblingsbeschäftigungen „politisch korrekter“ Tugendwächter unserer Republik in extenso vorgeführt zu haben: den Kampf gegen die „Islamophobie“. Dieses Verdienst wird nicht dadurch geschmälert, dass Rether dies keineswegs in einer kritisch reflektierenden Weise tat, sondern indem er durch eine (offenkundig ernst gemeinte) Polemik hervortrat, welche die Argumentationsmuster der multikulturalistischen Kämpfer gegen das „Feindbild Islam“ derart zuspitzte, daß sie – ungewollt – die Abstrusität der islamophilen Haltung deutscher (und europäischer) „Linker“ offen legte.

Analog zu den sich selbst als „zivilcouragiert“ begreifenden Verfechtern eines im Jahr 2000 sogar regierungsoffiziell proklamierten „Aufstandes der Anständigen“ (Gerhard Schröder) gegen „Rechts“, präsentiert sich Rether als der vor Kühnheit zitternde Rebell, der sich dem „aktuellen Lieblingsspiel der Deutschen“, dem „Moslem-Bashing“, verweigert – und der stattdessen die für terroristische Aktivitäten „in Sippenhaft“ (sic!) genommenen Muslime vor der „Präventiv-Paranoia“ seiner Landsleute in Schutz nimmt. Henryk M. Broder, Ralph Giordano und sogar Günter Wallraff stellt Rether als Stichwortgeber einer faschistoiden anti-muslimischen Meute dar. Tatsächlich gehören diese drei Persönlichkeiten zwar keinem gemeinsamen politischen Lager (etwa irgendeiner „Anti-Islam-Partei“) an, stimmen aber zumindest in einem Punkt überein: Ihre islam(ismus)kritischen Stellungnahmen haben weder eine fremdenfeindliche oder gar „rassistische“ Tendenz, noch haben sie jemals die Menschen- und Bürgerrechte eines Muslims in Frage gestellt, etwa indem sie von ihm verlangt hätten, seinem Glauben abzuschwören.

Für die realen muslimischen Opfer des von „Islamophoben“ thematisierten islamischen Integrismus inmitten Deutschlands hat Rether hingegen nur Hohn und Spott übrig: „Und dann noch ’ne Prise Zwangsheirat und ’ne Prise Ehrenmord, und dann haben wir den bösen Moslem. Wir backen uns einen Feind, zugeschaut und mitgegraut.“ Ralph Giordanos Absage an einen „Multi-Kulti-Kuschelkurs“ kontert Rether, wie folgt: „Die Alternative zum Kuschelkurs, die können wir seit zwanzig, dreißig, vierzig Jahren im Nahen Osten uns angucken.“ In dieser Logik könnte die Tatsache, daß seit 2003 über eine halbe Million irakischer Christen ihre Heimat verlassen mußte, darauf zurückgeführt werden, daß die christlichen Gemeinschaften des Irak sich zu wenig tolerant gegenüber der muslimischen Mehrheitsbevölkerung verhalten hätten …

Darüber hinaus versteigt sich Rether – ohne ein Gran an Selbstironisierung erkennen zu lassen – zu der Unterstellung, im Falle einer Aufführung von Monty Pythons “Das Leben des Brian” im Kölner Dom würden von katholischen Fanatikern “fundamentalistische” (Gewalt-)Akte ausgehen, wie sie tatsächlich von jenen islamischen Fundamentalisten verübt werden, die in Salman Rushdies “Satanischen Versen” eine ahndungswürdige Gotteslästerung sehen (deretwegen Ajatollah Khomeini 1989 zur Tötung des Schriftstellers aufrief – ein Mordaufruf gegen einen EG/EU-Bürger, den die Islamische Republik Iran bis heute nicht zurückgenommen hat). Nicht einmal vor einer ausdrücklichen Identifikation gegenwärtiger Abneigung gegen “den Islam” mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft schreckt Rether zurück: “Wir hatten hier schon mal ’ne Zeit in Deutschland, wo man Bücher für gefährlich hielt”, mahnt er, wohl ohne zu merken, daß er durch “historische Vergleiche” dieser Art – mit Blick auf Bücherverbrennungen in islamistisch regierten Ländern – sehr schnell auf sich selbst den Verdacht der “Islamophobie” ziehen könnte.

jeudi 17 avril 2008

Warum sich Multikultis nicht für verfolgte Christen interessieren

Die Ursachen für das Desinteresse "westlicher" Pseudo-Menschenrechtler, bei denen es sich tatsächlich vielfach um multikulturalistische Ethno-Zoologen handelt, an dem Martyrium verfolgter Christen im Irak (und in anderen islamistischen Staaten) bringt Volker Zastrow auf den Punkt:

"Die Ereignisse in Tibet verursachen im Westen eine etwas haltlose Erregung - der als Dalai Lama wiedergeborene Buddha und seine Mönche genießen hier etwa dasselbe Ansehen wie gewisse vom Aussterben bedrohte Walarten, möglicherweise sind sogar die Quellen dieser Sympathie benachbart. Dass zur selben Zeit das Christentum im muslimisch beherrschten Teil dieser Welt ausgerottet wird, interessiert im Westen weniger." (FAZ.NET, 16.4.2008)

Die irakischen Christen sind jenen Kulturrelativisten, deren Forderungen auf "Überlebensgarantien" (Jürgen Habermas) für vormoderne gesellschaftliche Kulturen hinauslaufen und die - konsequenterweise - gern "für Tibet" sowie für jedwede islamische "Befreiungsbewegung" demonstrieren, offenbar zu wenig archaisch, als daß ihnen Solidarität entgegengebracht werden könnte: Ein Analogon zu pogromartigen Ausschreitungen gegen Han-Chinesen oder gar dem Kindermassenmord der tschetschenischen Lieblinge deutscher Friedensfreunde haben sie nicht zu bieten. Daher gilt ihr Martyrium in den Augen deutscher Gutmenschen als in ähnlichem Maße unbeachtlich, wie etwa das der Kosovo-Serben, die einem von dem albanisch-muslimischen Ethno-Nationalismus ausgehenden kulturellen Genozid ausgesetzt worden sind.