Affichage des articles dont le libellé est Grass. Afficher tous les articles
Affichage des articles dont le libellé est Grass. Afficher tous les articles
mardi 9 septembre 2014
Dienstleister antisemitischer Krimineller (5): Günter Grass (früher: SS, später: SPD)
Lübecker Nachrichten Online, 8.9.2014:
"Günter Grass hat sich energisch gegen deutsche Waffenlieferungen ins Ausland ausgesprochen. Natürlich müsse Deutschland helfen, aber nicht durch Lieferung von Kriegsmaterial, sagte der Schriftsteller am Montag in Lübeck bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem früheren israelischen Botschafter in Deutschland, Avi Primor, zum Ersten Weltkrieg.
Wenn die Bundeskanzlerin von der Sicherheit Israels als Teil der deutschen Staatsraison spreche, müsse das auch für die Sicherheit der Palästinenser gelten.
Primor forderte, Deutschland müsse Israel mit mehr Offenheit begegnen. „Wir brauchen Deutschland politisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich“, sagte der ehemalige Diplomat. Grass entgegnete, dann müssten auch die Juden aufhören, jede Kritik an der Politik Israels als Antisemitismus auszulegen. „Das habe ich selbst ja schmerzlich erfahren.“ Der Schriftsteller hatte 2012 wegen seiner israelkritischen Äußerungen in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ in Israel Einreiseverbot erhalten."
Libellés :
Antisemitismus,
Grass,
Israel,
Neonazismus,
Republikanität,
SPD,
Zeitläufte
lundi 8 septembre 2014
Dienstleister antisemitischer Krimineller (4): Ralf Stegner goes Günter Grass
DIE WELT, 6.9.2014:
"Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die Ausfuhr von Waffen deutlich restriktiver handhaben als zu Zeiten der schwarz-gelben Koalition. Während der SPD-Vorsitzende bei CDU und CSU auf erheblichen Widerstand trifft, gehen seinem Stellvertreter in der Partei die Pläne noch nicht weit genug. Ralf Stegner stellt jetzt sogar deutsche Waffenlieferungen nach Israel infrage.
Bei den Rüstungsexporten "wollen wir einen klaren Politikwechsel", sagte der SPD-Vize der "Welt am Sonntag". "Deutschland darf keine Waffen in Spannungsgebiete liefern und nicht an Diktatoren." Stegner wörtlich: "Was ist mit Saudi-Arabien? Was ist mit Katar? Ich frage auch: Was ist mit Israel?" Zwar habe Deutschland für die Sicherheit Israels eine große Verantwortung, fügte Stegner hinzu. "Es ist aber nicht mein Eindruck, dass Waffen im Nahen Osten dazu beitragen, das Problem zu lösen."
Zuletzt hatte der Bundessicherheitsrat im August einen U-Boot-Export an Israel gebilligt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelte es sich um ein U-Boot der Dolphin-AIP-Klasse von der ThyssenKrupp-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW), das am 30. Juni in Kiel an die israelische Marine übergeben wurde. Es sei das erste von insgesamt drei U-Booten, die Israel bestellt habe.
Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, unterstützt die Haltung von Wirtschaftsminister Gabriel, weniger Rüstungsexporte zu genehmigen. "Die Verfassung enthält ein Friedensgebot, an das die Bundesregierung auch bei der Genehmigung von Rüstungsexporten gebunden ist", sagte Papier der "Welt".
"Deshalb ist es durchaus erwägenswert, die Genehmigungspraxis zu verschärfen und strenger darauf zu achten, ob man das Friedensgebot wahrt." Waffen weder in Diktaturen noch in Krisengebiete zu liefern sei "eine durchaus vertretbare Interpretation" des Grundgesetzes. Mit Blick auf die besondere Partnerschaft mit Israel fügte der ehemals höchste Richter allerdings hinzu, dass Waffenlieferungen auch "der Wahrung und Wiederherstellung des Friedens dienen" könnten. "Wenn eine Genehmigung von Rüstungsausfuhren mit dem Ziel erteilt wird, Sicherheit und Frieden in der Region zu schaffen, ist sie rechtlich möglich."
Scharfen Widerspruch erfährt Stegners Vorstoß in der CSU. Der verteidigungspolitische Sprecher Florian Hahn sagte der "Welt am Sonntag": "Israel ist der Leuchtturm der Demokratie im Nahen Osten und ein befreundeter Staat. Aufgrund unserer Geschichte genießt Israel unsere besondere Fürsorge." Auch deshalb, sagte Hahn, würden Wünsche Israels nach Waffenlieferungen anders bewertet als im Falle anderer Staaten des Nahen Ostens. Die Bundeskanzlerin hat nie einen Zweifel an ihrer Haltung gelassen: Das Existenzrecht Israels gehört für Angela Merkel zur deutschen Staatsräson."
"Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die Ausfuhr von Waffen deutlich restriktiver handhaben als zu Zeiten der schwarz-gelben Koalition. Während der SPD-Vorsitzende bei CDU und CSU auf erheblichen Widerstand trifft, gehen seinem Stellvertreter in der Partei die Pläne noch nicht weit genug. Ralf Stegner stellt jetzt sogar deutsche Waffenlieferungen nach Israel infrage.
Bei den Rüstungsexporten "wollen wir einen klaren Politikwechsel", sagte der SPD-Vize der "Welt am Sonntag". "Deutschland darf keine Waffen in Spannungsgebiete liefern und nicht an Diktatoren." Stegner wörtlich: "Was ist mit Saudi-Arabien? Was ist mit Katar? Ich frage auch: Was ist mit Israel?" Zwar habe Deutschland für die Sicherheit Israels eine große Verantwortung, fügte Stegner hinzu. "Es ist aber nicht mein Eindruck, dass Waffen im Nahen Osten dazu beitragen, das Problem zu lösen."
Zuletzt hatte der Bundessicherheitsrat im August einen U-Boot-Export an Israel gebilligt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen handelte es sich um ein U-Boot der Dolphin-AIP-Klasse von der ThyssenKrupp-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW), das am 30. Juni in Kiel an die israelische Marine übergeben wurde. Es sei das erste von insgesamt drei U-Booten, die Israel bestellt habe.
Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, unterstützt die Haltung von Wirtschaftsminister Gabriel, weniger Rüstungsexporte zu genehmigen. "Die Verfassung enthält ein Friedensgebot, an das die Bundesregierung auch bei der Genehmigung von Rüstungsexporten gebunden ist", sagte Papier der "Welt".
"Deshalb ist es durchaus erwägenswert, die Genehmigungspraxis zu verschärfen und strenger darauf zu achten, ob man das Friedensgebot wahrt." Waffen weder in Diktaturen noch in Krisengebiete zu liefern sei "eine durchaus vertretbare Interpretation" des Grundgesetzes. Mit Blick auf die besondere Partnerschaft mit Israel fügte der ehemals höchste Richter allerdings hinzu, dass Waffenlieferungen auch "der Wahrung und Wiederherstellung des Friedens dienen" könnten. "Wenn eine Genehmigung von Rüstungsausfuhren mit dem Ziel erteilt wird, Sicherheit und Frieden in der Region zu schaffen, ist sie rechtlich möglich."
Scharfen Widerspruch erfährt Stegners Vorstoß in der CSU. Der verteidigungspolitische Sprecher Florian Hahn sagte der "Welt am Sonntag": "Israel ist der Leuchtturm der Demokratie im Nahen Osten und ein befreundeter Staat. Aufgrund unserer Geschichte genießt Israel unsere besondere Fürsorge." Auch deshalb, sagte Hahn, würden Wünsche Israels nach Waffenlieferungen anders bewertet als im Falle anderer Staaten des Nahen Ostens. Die Bundeskanzlerin hat nie einen Zweifel an ihrer Haltung gelassen: Das Existenzrecht Israels gehört für Angela Merkel zur deutschen Staatsräson."
Libellés :
Antisemitismus,
CDU/CSU,
CSU,
Grass,
Israel,
Katar,
Republikanität,
Saudi-Arabien,
Schwarz-Gelb,
Schwarz-Rot,
SPD
mardi 14 mai 2013
Wer nicht feiert, hat verloren: Günter Grass' Kameraden in Orange
jW, 15.5.2013:
"Den Tag des Sieges über den Faschismus zum Trauertag umzufunktionieren – diese Idee verfolgt in der Ukraine mit eingeschränktem Erfolg die faschistische Partei Swoboda (Freiheit). Während in den meisten Regionen des Landes Zehntausende den Sieg der Roten Armee feierten, gingen die Faschisten im galizischen Lwiw (früher Lemberg) zu Ehren der ukrainischen Waffen-SS auf die Straße.
Ende April hatte der Lwiwer Stadtrat auf Initiative der dort tonangebenden Swoboda-Fraktion den 8. und 9. Mai zu »Gedenktagen der Opfer totalitärer Regime und des Zweiten Weltkrieges« erklärt und Trauerbeflaggung angeordnet. Feiern wurden verboten, ebenso das Zeigen sowjetischer Symbole. Es sei eine »Provokation«, wenn »anti-ukrainische Parteien und Gruppen« am 9. Mai die rote Flagge zeigten, so Swoboda-Politiker Liubomyr Melnychuk. Der »kommunistische Sabbath« müsse verhindert werden.
Nach Angaben des ukrainischen Rechtsextremismusforschers Anton Shekhovtsov sprechen die Lwiwer Behörden seit mehreren Jahren ein solches Flaggenverbot aus. Auch diesmal wurde es – allerdings von einem Gericht – aufgehoben. Swoboda erwirkte daraufhin ein Totalverbot aller »privaten« Großveranstaltungen am 8. und 9. Mai, nur offizielle Feierlichkeiten blieben erlaubt. Eine Ausnahme galt für ein Straßentheater, bei dem faschistische Lokalpolitiker die »Wahrheit des Besatzungskrieges« zu zeigen vorgaben, indem sie in Uniformen der Roten Armee, des sowjetischen Geheimdienstes NKWD und der SS die »Ukraine mißhandelten«. Das entspricht der nationalistischen Reduzierung des Sieges der Roten Armee als Beginn einer neuen Besatzung.
Der ukrainische Premierminister Nikolai Asarow erklärte zum »Trauergebot« der galizischen Politiker nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti: »Sie trauern, weil sie die geistigen Nachfolger dieser menschenfeindlichen Ideologie sind. Deswegen werden wir alles tun, damit die Keime des Nazismus in unserem Land nicht aufgehen.«
Zugleich hat Swoboda keine Probleme damit, öffentlich die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS zu feiern. Ende April versammelten sich in Lwiw rund 2000 Menschen anläßlich des 70. Jahrestages des Gründungsaufrufes der sogenannten Galizischen Division. Die Faschisten zogen vom Denkmal des Nationalistenführers Stepan Bandera aus durch die Stadt, mit sich führten sie das Emblem der SS-Einheit, andere Marschierer trugen SS-Runen auf ihrer Kleidung. Auch in Ivano-Frankivsk hat es Shekhovtsov zufolge einen solchen Aufmarsch gegeben. Radio Swoboda gab zudem an, erstmals hätten auch in einer östlichen Stadt, Krivoy Rog, 100 Menschen für die SS demonstriert. Nach Angaben der Bundesregierung gegenüber der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke haben an den Märschen auch einige deutsche Nazis teilgenommen.
»Swoboda nutzt die Aufmärsche, um den angeblichen Mythos aufzulösen, daß die Galizische Division eine Nazitruppe gewesen ist«, erklärten die Organisatoren. Die SS-Truppe, die bis zuletzt unter deutschem Oberbefehl gestanden und rund 13000 Mann umfaßt hatte, wird als »Erste Ukrainische Division der Ukrainischen Nationalen Armee« bezeichnet. Damit soll ein genuin ukrainischer Charakter der Kollaboration suggeriert werden. Diesen Namen hat sie freilich erst zehn Tage vor ihrer Kapitulation 1945 angenommen.
Der SS-Division sind etliche Verbrechen nachgewiesen worden. Polnische und ukrainische Historikerkommissionen machen sie etwa für ein Massaker an mehreren hundert Einwohnern des polnischen Dorfes Huta Pieniacka im Februar 1944 verantwortlich. Die Faschisten üben sich jedoch im Leugnen: Swoboda hat an der Stätte des Verbrechens sogar ein Schild aufgestellt, das die Verantwortung der ukrainischen Kollaborateure leugnet.
In der Lwiwer Stadthalle erhielten jetzt 20 SS-Veteranen Medaillen aus der Hand von Swoboda-Politikern, weil sie im Kampf gegen die Sowjetunion »für ihr Vaterland« gefochten hätten. An der Zeremonie nahm dem Pressedienst der Partei zufolge auch der Parlamentsabgeordnete Jurij Michaltschischin teil, der in der Vergangenheit den Holocaust als »Lichtblick in der europäischen Geschichte« bezeichnet hatte (vgl. jW Wochenendgespräch vom 20.10.2012.) Ähnliche Zeremonien soll es auch in anderen Regionen gegeben haben. Swoboda war bis zum vorigen Jahr weitgehend auf den Westen der Ukraine beschränkt, erhielt bei den Wahlen im vorigen Jahr aber über zehn Prozent der Stimmen.
Zahlen muß allerdings der Lwiwer Fußballclub »Karpaty«, nachdem ein Teil seiner Fans bei einem Spiel Ende April ein überdimensionales Emblem der »Division Galizien« entrollt hatten. Der Fußballverband sah darin eine neofaschistische Betätigung und verdonnerte den Verein neben einer Geldstrafe zu einem Heimspiel vor leeren Rängen. Am 9. Mai blieb es in Lwiw friedlich, aber nicht ohne Provokation: Bei einer Kranzniederlegung am sowjetischen Mahnmal pöbelten Nationalisten mit der Parole »Moskali go home«."
"Den Tag des Sieges über den Faschismus zum Trauertag umzufunktionieren – diese Idee verfolgt in der Ukraine mit eingeschränktem Erfolg die faschistische Partei Swoboda (Freiheit). Während in den meisten Regionen des Landes Zehntausende den Sieg der Roten Armee feierten, gingen die Faschisten im galizischen Lwiw (früher Lemberg) zu Ehren der ukrainischen Waffen-SS auf die Straße.
Ende April hatte der Lwiwer Stadtrat auf Initiative der dort tonangebenden Swoboda-Fraktion den 8. und 9. Mai zu »Gedenktagen der Opfer totalitärer Regime und des Zweiten Weltkrieges« erklärt und Trauerbeflaggung angeordnet. Feiern wurden verboten, ebenso das Zeigen sowjetischer Symbole. Es sei eine »Provokation«, wenn »anti-ukrainische Parteien und Gruppen« am 9. Mai die rote Flagge zeigten, so Swoboda-Politiker Liubomyr Melnychuk. Der »kommunistische Sabbath« müsse verhindert werden.
Nach Angaben des ukrainischen Rechtsextremismusforschers Anton Shekhovtsov sprechen die Lwiwer Behörden seit mehreren Jahren ein solches Flaggenverbot aus. Auch diesmal wurde es – allerdings von einem Gericht – aufgehoben. Swoboda erwirkte daraufhin ein Totalverbot aller »privaten« Großveranstaltungen am 8. und 9. Mai, nur offizielle Feierlichkeiten blieben erlaubt. Eine Ausnahme galt für ein Straßentheater, bei dem faschistische Lokalpolitiker die »Wahrheit des Besatzungskrieges« zu zeigen vorgaben, indem sie in Uniformen der Roten Armee, des sowjetischen Geheimdienstes NKWD und der SS die »Ukraine mißhandelten«. Das entspricht der nationalistischen Reduzierung des Sieges der Roten Armee als Beginn einer neuen Besatzung.
Der ukrainische Premierminister Nikolai Asarow erklärte zum »Trauergebot« der galizischen Politiker nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti: »Sie trauern, weil sie die geistigen Nachfolger dieser menschenfeindlichen Ideologie sind. Deswegen werden wir alles tun, damit die Keime des Nazismus in unserem Land nicht aufgehen.«
Zugleich hat Swoboda keine Probleme damit, öffentlich die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS zu feiern. Ende April versammelten sich in Lwiw rund 2000 Menschen anläßlich des 70. Jahrestages des Gründungsaufrufes der sogenannten Galizischen Division. Die Faschisten zogen vom Denkmal des Nationalistenführers Stepan Bandera aus durch die Stadt, mit sich führten sie das Emblem der SS-Einheit, andere Marschierer trugen SS-Runen auf ihrer Kleidung. Auch in Ivano-Frankivsk hat es Shekhovtsov zufolge einen solchen Aufmarsch gegeben. Radio Swoboda gab zudem an, erstmals hätten auch in einer östlichen Stadt, Krivoy Rog, 100 Menschen für die SS demonstriert. Nach Angaben der Bundesregierung gegenüber der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke haben an den Märschen auch einige deutsche Nazis teilgenommen.
»Swoboda nutzt die Aufmärsche, um den angeblichen Mythos aufzulösen, daß die Galizische Division eine Nazitruppe gewesen ist«, erklärten die Organisatoren. Die SS-Truppe, die bis zuletzt unter deutschem Oberbefehl gestanden und rund 13000 Mann umfaßt hatte, wird als »Erste Ukrainische Division der Ukrainischen Nationalen Armee« bezeichnet. Damit soll ein genuin ukrainischer Charakter der Kollaboration suggeriert werden. Diesen Namen hat sie freilich erst zehn Tage vor ihrer Kapitulation 1945 angenommen.
Der SS-Division sind etliche Verbrechen nachgewiesen worden. Polnische und ukrainische Historikerkommissionen machen sie etwa für ein Massaker an mehreren hundert Einwohnern des polnischen Dorfes Huta Pieniacka im Februar 1944 verantwortlich. Die Faschisten üben sich jedoch im Leugnen: Swoboda hat an der Stätte des Verbrechens sogar ein Schild aufgestellt, das die Verantwortung der ukrainischen Kollaborateure leugnet.
In der Lwiwer Stadthalle erhielten jetzt 20 SS-Veteranen Medaillen aus der Hand von Swoboda-Politikern, weil sie im Kampf gegen die Sowjetunion »für ihr Vaterland« gefochten hätten. An der Zeremonie nahm dem Pressedienst der Partei zufolge auch der Parlamentsabgeordnete Jurij Michaltschischin teil, der in der Vergangenheit den Holocaust als »Lichtblick in der europäischen Geschichte« bezeichnet hatte (vgl. jW Wochenendgespräch vom 20.10.2012.) Ähnliche Zeremonien soll es auch in anderen Regionen gegeben haben. Swoboda war bis zum vorigen Jahr weitgehend auf den Westen der Ukraine beschränkt, erhielt bei den Wahlen im vorigen Jahr aber über zehn Prozent der Stimmen.
Zahlen muß allerdings der Lwiwer Fußballclub »Karpaty«, nachdem ein Teil seiner Fans bei einem Spiel Ende April ein überdimensionales Emblem der »Division Galizien« entrollt hatten. Der Fußballverband sah darin eine neofaschistische Betätigung und verdonnerte den Verein neben einer Geldstrafe zu einem Heimspiel vor leeren Rängen. Am 9. Mai blieb es in Lwiw friedlich, aber nicht ohne Provokation: Bei einer Kranzniederlegung am sowjetischen Mahnmal pöbelten Nationalisten mit der Parole »Moskali go home«."
Libellés :
Antisemitismus,
Die Linke,
Grass,
Menschenrechte,
Neonazismus,
Polen,
Rechtsstaat,
Republikanität,
Russland,
UdSSR,
Ukraine,
Zeitläufte
mardi 30 avril 2013
Armenier, Juden und die Rechtsradikalen von Turkishpress
Mit Abscheu habe ich die antiarmenische „Turkishpress“-Veröffentlichung Armenischer Rassenwahn und Antisemitismus vom 24. April 2013 zur Kenntnis nehmen müssen (http://www.turkishpress.de/de/news/24042013/armenischer-rassenwahn-und-antisemitismus/4743). Gegenstand des Artikels sind angebliche oder wirkliche neofaschistische Aktivitäten in der Republik Armenien wie innerhalb der armenischen Diaspora, Phänomene, die – ohne dass hierfür irgendein Beleg angeführt würde – als zumindest für erhebliche Teile der armenischen Gesellschaft repräsentativ dargestellt werden:
„Neonazis haben in Armenien ein relativ leichtes Spiel, Anhänger zu finden. Mit der Türkenkarte kann man einerseits die antitürkische Haltung innerhalb der Gesellschaft durch die armenische Diaspora, bedingt durch Bergkarabach und dem sogenannten Völkermord, ausspielen [...]“
Auf diese Weise demonstriert, ausgerechnet am 98. Jahrestag des jungtürkischen Völkermordes an den Armeniern, Aramäern/Assyrern und Pontos-Griechen, der „Turkishpress“-Autor Akin Ruhi Göztaş seinen rasenden Hass auf die armenischen Überlebenden dergestalt, dass er die berechtigte Forderung nach Anerkennung der historischen Tatsache des Genozids am armenischen Volk 1915/16 allen Ernstes als neonazismuskompatibel verunglimpft. Tatsächlich sind es jedoch er und seinesgleichen, die – gleich den Leugnern oder Verharmlosern der Shoah – in ihrer Hetze gegen das öffentliche Gedenken eines Genozids die Einheit des Menschengeschlechts substantiell in Frage stellen.
Den verlogenen Gestus des 'antirassistisch' Engagierten teilen sie dabei mit all jenen wackeren Kämpfern gegen vermeintlichen zionistischen „Rassismus“, die sich gern auch einmal auf die Expertise des einstigen deutschen SS-Angehörigen Günter Grass berufen. Erinnern wir uns daran, dass nicht unter armenischer, sondern unter türkischer Flagge ein Mob von radikalen Islamisten, türkischen Neofaschisten und sog. „Linken“ im Mai 2010 versuchte, in Gestalt der Mavi-Marmara-„Friedensflottille“ illegal die israelische Gazablockade zu durchbrechen. Die Fratze des höhlenmenschlichen türkischen Nationalchauvinismus, wie er im deutschsprachigen Raum nicht zuletzt durch „Turkishpress“ hervorragend vertreten ist, zeigte sich damals in der staatsoffiziellen Solidarisierung der Türkei mit einem gewalttätigen Mob, der keinen Zweifel daran ließ, dass er nicht nur jeden lebenden Armenier, sondern auch jeden lebenden Juden als nicht hinnehmbare Provokation seines Türkentums sieht.
Göztaş behauptet: „Die Etablierung von nationalsozialistischen Gedankenguts ist jedoch kein neues Phänomen der Neuzeit, reicht bis zum Zweiten Weltkrieg zurück, taucht jedoch jetzt in neuem Gewand wieder auf.“ Somit versucht er den Eindruck zu erwecken, dass Armenien nicht nur (wie von ihm behauptet) gegenwärtig, sondern auch in den 1930er und 1940er Jahren in besonderem Maße für faschistische Agitation 'anfällig' gewesen sei. Lassen wir diesem Verleumder gegenüber, der aus Völkermordopfern Beteiligte an einem (anderen) genozidären System zu machen trachtet, die historische Wahrheit zur Geltung kommen. Im vierzehnten Teil seiner unregelmäßigen Serie aus Anlass des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, Der dritte Weltkrieg, geht Erich Später auch auf die Situation der Armenier nach dem 22. Juni 1941 ein (KONKRET, 4/2013, 38 f.):
„In eine besonders gefährliche Situation gerieten die Armenier, da sie in den Augen der NS-Rassentheoretiker eine enge Verwandtschaft zu den 'Semiten' aufwiesen. Der ihnen nachgesagte Hang zum 'parasitären Handel' wurde auf eine starke 'jüdische Rassemischung' zurückgeführt. Diese potentiell tödliche Einschätzung der NS-Ideologen wurde verstärkt durch die Loyalität der armenischen Bevölkerung zur Sowjetunion. Nicht nur in der armenischen Sowjetrepublik, sondern auch in Exilkreisen wurden Befürchtungen über einen möglichen türkischen Angriff auf die Sowjetunion geäußert, als dessen Folge man die völlige Ausrottung des armenischen Volkes befürchtete. Die 1941/42 aufgestellten armenischen Milizen und Selbstschutzverbände ersetzten teilweile die regulären Verbände der Roten Armee an der sowjetisch-türkischen Grenze. Diese Einheiten verstärkten im September und Oktober 1942 schließlich die Frontlinie im Nordkaukasus.“
Am 9. Mai dieses Jahres werden wir gemeinsam mit den Armeniern den 68. Jahrestag des Sieges auch Sowjetarmeniens im Großen Vaterländischen Krieg und den 21. Jahrestag der Befreiung von Shushi (Bergkarabach) von aserbaidschanischer Fremdherrschaft feiern. Den Sieg der Partei der Menschheit über den Faschismus.
Daniel Leon Schikora, Sprecher der DIG-Hochschulgruppe Rostock
(Erstveröffentlicht in: DER KOSMOPOLIT, 30.4.2013, http://www.der-kosmopolit.de/2013/04/armenier-juden-und-die-rechtsradikalen.html.)
„Neonazis haben in Armenien ein relativ leichtes Spiel, Anhänger zu finden. Mit der Türkenkarte kann man einerseits die antitürkische Haltung innerhalb der Gesellschaft durch die armenische Diaspora, bedingt durch Bergkarabach und dem sogenannten Völkermord, ausspielen [...]“
Auf diese Weise demonstriert, ausgerechnet am 98. Jahrestag des jungtürkischen Völkermordes an den Armeniern, Aramäern/Assyrern und Pontos-Griechen, der „Turkishpress“-Autor Akin Ruhi Göztaş seinen rasenden Hass auf die armenischen Überlebenden dergestalt, dass er die berechtigte Forderung nach Anerkennung der historischen Tatsache des Genozids am armenischen Volk 1915/16 allen Ernstes als neonazismuskompatibel verunglimpft. Tatsächlich sind es jedoch er und seinesgleichen, die – gleich den Leugnern oder Verharmlosern der Shoah – in ihrer Hetze gegen das öffentliche Gedenken eines Genozids die Einheit des Menschengeschlechts substantiell in Frage stellen.
Den verlogenen Gestus des 'antirassistisch' Engagierten teilen sie dabei mit all jenen wackeren Kämpfern gegen vermeintlichen zionistischen „Rassismus“, die sich gern auch einmal auf die Expertise des einstigen deutschen SS-Angehörigen Günter Grass berufen. Erinnern wir uns daran, dass nicht unter armenischer, sondern unter türkischer Flagge ein Mob von radikalen Islamisten, türkischen Neofaschisten und sog. „Linken“ im Mai 2010 versuchte, in Gestalt der Mavi-Marmara-„Friedensflottille“ illegal die israelische Gazablockade zu durchbrechen. Die Fratze des höhlenmenschlichen türkischen Nationalchauvinismus, wie er im deutschsprachigen Raum nicht zuletzt durch „Turkishpress“ hervorragend vertreten ist, zeigte sich damals in der staatsoffiziellen Solidarisierung der Türkei mit einem gewalttätigen Mob, der keinen Zweifel daran ließ, dass er nicht nur jeden lebenden Armenier, sondern auch jeden lebenden Juden als nicht hinnehmbare Provokation seines Türkentums sieht.
Göztaş behauptet: „Die Etablierung von nationalsozialistischen Gedankenguts ist jedoch kein neues Phänomen der Neuzeit, reicht bis zum Zweiten Weltkrieg zurück, taucht jedoch jetzt in neuem Gewand wieder auf.“ Somit versucht er den Eindruck zu erwecken, dass Armenien nicht nur (wie von ihm behauptet) gegenwärtig, sondern auch in den 1930er und 1940er Jahren in besonderem Maße für faschistische Agitation 'anfällig' gewesen sei. Lassen wir diesem Verleumder gegenüber, der aus Völkermordopfern Beteiligte an einem (anderen) genozidären System zu machen trachtet, die historische Wahrheit zur Geltung kommen. Im vierzehnten Teil seiner unregelmäßigen Serie aus Anlass des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, Der dritte Weltkrieg, geht Erich Später auch auf die Situation der Armenier nach dem 22. Juni 1941 ein (KONKRET, 4/2013, 38 f.):
„In eine besonders gefährliche Situation gerieten die Armenier, da sie in den Augen der NS-Rassentheoretiker eine enge Verwandtschaft zu den 'Semiten' aufwiesen. Der ihnen nachgesagte Hang zum 'parasitären Handel' wurde auf eine starke 'jüdische Rassemischung' zurückgeführt. Diese potentiell tödliche Einschätzung der NS-Ideologen wurde verstärkt durch die Loyalität der armenischen Bevölkerung zur Sowjetunion. Nicht nur in der armenischen Sowjetrepublik, sondern auch in Exilkreisen wurden Befürchtungen über einen möglichen türkischen Angriff auf die Sowjetunion geäußert, als dessen Folge man die völlige Ausrottung des armenischen Volkes befürchtete. Die 1941/42 aufgestellten armenischen Milizen und Selbstschutzverbände ersetzten teilweile die regulären Verbände der Roten Armee an der sowjetisch-türkischen Grenze. Diese Einheiten verstärkten im September und Oktober 1942 schließlich die Frontlinie im Nordkaukasus.“
Am 9. Mai dieses Jahres werden wir gemeinsam mit den Armeniern den 68. Jahrestag des Sieges auch Sowjetarmeniens im Großen Vaterländischen Krieg und den 21. Jahrestag der Befreiung von Shushi (Bergkarabach) von aserbaidschanischer Fremdherrschaft feiern. Den Sieg der Partei der Menschheit über den Faschismus.
Daniel Leon Schikora, Sprecher der DIG-Hochschulgruppe Rostock
(Erstveröffentlicht in: DER KOSMOPOLIT, 30.4.2013, http://www.der-kosmopolit.de/2013/04/armenier-juden-und-die-rechtsradikalen.html.)
lundi 18 juin 2012
Waffen-SZ leistet "Serbien-Kritik"

In vielleicht unbeabsichtigter Reminiszenz daran, dass sie an der Rechtfertigung des Kriegsverbrechens vom 23. April 1999 mitwirkte, attackiert die SZ die Pressesprecherin Präsident Nikolics, wie folgt:
"Pressesprecherin von Nikolic ist Stanislava Pak, die in den neunziger Jahren als Journalistin beim Staatsfernsehen RTS arbeitete. Das Medienhaus war damals die wichtigste Propagandamaschine des Regimes. Unabhängige Journalisten haben Pak als Hetzerin in Erinnerung. Die neue RTS-Führung hat sich erst vor einem Jahr für die Propaganda, Verleumdungen und Hassreden während der Milosevic-Herrschaft entschuldigt." (SZ, 14.6.2012)
Hassreden? Hat der RTS den "unabhängigen" Journalismus des Blattes aus der Hauptstadt der Bewegung, in dem noch im April 2012 ein einstiger Angehöriger jener Bande von Juden- und Serbenmördern, deren verbrecherischer Charakter in Nürnberg gerichtsnotorisch festgestellt wurde, eine jüdische Bedrohung des Weltfriedens halluzinieren durfte, als Fischers und Scharpings Waffen-SZ tituliert?
Libellés :
Antisemitismus,
Grass,
Handke,
Jugoslawien,
Serbien,
Zeitläufte
dimanche 6 mai 2012
Grün-brauner Bruderzwist
WELT ONLINE berichtet:
"Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen die rechte Organisation "Pro NRW" erstattet. Anlass sind die jüngsten Aktionen der vom NRW-Verfassungsschutz beobachteten "Pro NRW"-Gruppierung vor Moscheen in Nordrhein-Westfalen, wie der ZMD am Freitag in Köln mitteilte. Dabei würden Muslime "mit Zeichnungen, Plakaten und Parolen" beleidigt."
Noch vor 68 Jahren, als ein späterer deutscher Literaturnobelpreisträger in seinen bis heute währenden Kampf gegen den "jüdischen Bolschewismus" eintrat, gingen sie einträchtig auf Menschenjagd auf Juden und Slawen. Heute verklagen sie sich gegenseitig. Als sagte der Rouhs zum Mazyek: "Masseneinwanderung von Orientalen hätte es unterm Führer nicht gegeben." Und der Mazyek antwortete: "Islamophobie erst recht nicht."
Libellés :
Antisemitismus,
Grass,
Integration,
Islamismus,
Neonazismus,
Zeitläufte
dimanche 22 avril 2012
"Was gesagt werden muss" - Der deutsch-europäische Gesamtfriedensfreund in dreifacher Ausfertigung
1938
"Alle Welt muß wissen, daß es für eine Großmacht einfach unerträglich ist, wenn an ihren Grenzen jeder kleine Staat glaubt, sie provozieren zu können. Ich habe lange genug untätig zugesehen. Weil ich immer noch hoffte, daß die Vernunft die Oberhand bekäme. Aber das ist einfach unmöglich, daß in Österreich einer, bloß weil er ein Lied singt, das Ihnen nicht paßt, oder ‘Heil Hitler’ sagt, ins Gefängnis kommt. Die Verfolgung der Nationalsozialisten muß ein Ende haben, sonst werde ich ein Ende machen."
(Adolf Hitler)
1999
"Ich war bei Milosevic, ich hab mit ihm zweieinhalb Stunden diskutiert. Ich habe ihn angefleht, darauf zu verzichten, daß die Gewalt eingesetzt wird im Kosovo. Es ist der Krieg, ja, und ich hätte mir nicht träumen lassen, daß Rot-Grün mit im Krieg ist. Aber dieser Krieg geht nicht erst seit 51 Tagen, sondern seit 1992..."
(Joseph Martin Fischer)
2012
"... Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muss,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre. ..."
(Günter Grass)
Libellés :
Antisemitismus,
Grass,
Israel,
Jugoslawien,
Österreich,
Rot-Grün,
Serbien,
Zeitläufte
jeudi 19 avril 2012
Zum 67. Jahrestag des Schwurs von Buchenwald
Am 19. April 1945 legten im befreiten Buchenwald auf einer Trauerkundgebung 21.000 Menschen den Schwur von Buchenwald ab, in dem die Erkenntnis zum Tragen kommt, dass eine Welt des Friedens und der Freiheit, eine Welt ohne Faschismus erst noch zu erreichen sei:
Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten 51.000 Gefangenen! 51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet - abgespritzt - 51.000 Väter, Brüder - Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren. 51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an! Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache! Heute sind wir frei! Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken! Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, - Slovaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven und Ungarn kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht - Der Sieg muß unser sein! Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum! Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach: WIR SCHWÖREN! (Siehe unter: http://www.vvn-bda.de/geschichte/schwur_buchenwald.html)Proklamationen der Bereitschaft zur „friedlichen Koexistenz“ mit Mördern und Faschisten sind mit der antifaschistischen Tradition offenkundig nicht nur unvereinbar; sie verhalten sich zu dieser Tradition diametral. Die sogenannte Friedensbewegung, die in den vergangenen Wochen nicht davor zurückscheute, mit Günter Grass einen früheren Angehörigen der „Eliteformation“ Nazideutschlands, deren Charakter als einer verbrecherischen Organisation im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, als Bannerträger des Antiisraelismus zu feiern, hat mit dieser anti-antifaschistischen Demonstration ihr antizivilisatorisches Anliegen zur Kenntlichkeit entstellt.
Libellés :
Belgien,
Frankreich,
Grass,
Italien,
Jugoslawien,
Luxemburg,
Niederlande,
Österreich,
Polen,
Rumänien,
Spanien,
Tschechoslowakei,
UdSSR,
Ungarn,
USA,
Vereinigtes Königreich,
Zeitläufte
dimanche 15 avril 2012
Grass' (Ur-)Enkel

Aus dem Brodkorb der mecklenburg-vorpommerischen Sozialdemokratie
Nicht nur die NPD, sondern auch die "Linksjugend" Rostock springt dem Günter-Grass-Apologeten Norbert Nieszery (SPD) bei. Mit Blick auf das von Israel gegen Grass verhängte Einreiseverbot stellt die "Linksjugend" die (rhetorische) Frage:
"Ist es angebracht einen Literaturnobelpreisträger jegliche Kompetenzen abzusprechen, weil er als 17 jähriger in den Wirren des Krieges von verbrecherischen Nazis in eine Waffen-SS Uniform gesteckt wurde?" ("Von Keulenschwingern und dem A-Wort", 8.4.2012)
Ja, es ist durchaus angebracht, einem früheren Angehörigen der "Eliteformation" Hitlerdeutschlands, deren verbrecherischer Charakter im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, das Recht abzusprechen, die Opfer des Hitlerismus (resp. ihre Nachfahren) "friedenspolitisch" zu belehren (dies gilt auch für die Hetze Grass' gegen Jugoslawien und Russland in den 1990er und 2000er Jahren, als der Blechtrommler für die albanischen und tschetschenischen Erben der Hitler-Kollaborateure Partei ergriff). Wie Peter Handke im Hinblick auf Grass' Beitritt zur SS gültig formulierte: "Die Ausrede, dass man mit 17 nichts weiß, ist eine der schlimmsten. (...) Das Nazitum, ob es in Danzig war oder nicht, hat ein Volk zum Feind des Erdenlebens erklärt, und das waren die Juden. Sogar ein Zwölfjähriger muss spüren: Wenn ein anderes Volk als schlecht hingestellt wird, ist diese Ideologie grundböse."
Libellés :
Antisemitismus,
Die Linke,
Grass,
Handke,
Islamismus,
Israel,
Jugoslawien,
Neonazismus,
Russland,
Serbien,
SPD,
Terrorismus,
Zeitläufte
mardi 7 avril 2009
Bombenkriegs-Racket

taz, 7.4.2009:
"'Gut aufgestellt.' Das sagt er wirklich. Der Autor der 'Blechtrommel', der Schriftsteller von Weltruf, der Nobelpreisträger für Literatur. Der Mann, der gerade eine halbe Stunde aus seinen Werken gelesen hat, jedes Wort wohl gesetzt. Er sagt jetzt ohne jeden Anflug von Ironie: "Wir sind gut aufgestellt mit Steinmeier und Steinbrück."
Es ist nicht so, dass Günter Grass solche Sätze peinlich fände. Im Gegenteil. Sie sollen illustrieren: Hier ist einer, der sich für den politischen Nahkampf nicht zu schade ist. [Als einen "politischen Nahkampf" dürfte der deutsche Blechtrommler gewiß auch seinen Einsatz in der Waffen-SS betrachten. Dahingegen trat er freilich 1999, als Propagandist des Angriffskriegs gegen Jugoslawien, den Gestalten wie Steinmeier unter Bruch von Art. 26 des Grundgesetzes vorbereiteten, als "Fernfuchtler" (Peter Handke) hervor. - Anm. von mir, Daniel L. Schikora.] Also macht Grass, wie schon seit fünfzig Jahren, mal wieder Wahlkampf für die SPD. Und damit das auch jeder mitbekommt, hatte die Partei am Montagabend zur Ausstellungseröffnung geladen."
Libellés :
Grass,
Handke,
Jugoslawien,
Rechtsstaat,
SPD
mercredi 31 décembre 2008
Deutsche Zivilgesellschaft (1)

Zu einem Sprachrohr des postnazistischen deutschen Mobs, der im Frühjahr 1999 an der Bombardierung Jugoslawiens nur zweierlei auszusetzen hatte: daß sie zu spät erfolgt sei (so etwa Günter Grass) und nicht auf Tel Aviv ausgedehnt wurde, hat sich Evelyn Hecht-Galinski gemacht:
"Nicht die gewählte Hamas-Regierung, sondern die brutalen Besatzer, nämlich die Regierung eines radikal-jüdischen Staates gehören vor das Haager Kriegstribunal." (Zit. nach jW, 31.12.2008)
Daß das International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), das die antiisraelische Publizistin hier offenbar im Auge hat, zu profaschistischen Zwecken, nämlich zur Stigmatisierung der Serben Bosniens und der Krajina sowie der "radikal-jugoslawischen" Bundesrepublik als Aggressoren und Völkermörder eingerichtet wurde, scheint auch Hecht-Galinski nicht entgangen zu sein - weshalb sie mit guten Gründen annimmt, daß das Jugoslawien-Tribunal, würde es mit dem Nahost-Konflikt betraut und seinen islampolitischen Maximen treu bleiben, Repräsentanten der israelischen Republik verurteilen (oder ohne Verurteilung in Haft sterben lassen) und solche der "palästinensischen" Sektion der Muslimbruderschaft freisprechen würde.
Libellés :
Antisemitismus,
Bosnien,
Grass,
Hecht-Galinski,
Islamismus,
Israel,
Jugoslawien,
Krajina,
Menschenrechte,
Rechtsstaat,
Serbien
dimanche 17 août 2008
Deutscher Djihad gegen Sarkozy

Aus einer Pressemitteilung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vom 8.8.2008:
"Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Teilnahme des französischen Staatspräsidenten und Ratspräsidenten der Europäischen Union, Nicolas Sarkozy, an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele scharf kritisiert. "Sarkozy entpuppt sich als Papiertiger, wenn er sich nach seinen vollmundigen Ankündigungen im April 2008 in Peking nun doch im Kotau vor der chinesischen Führung übt", erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Freitag. Der EU-Ratspräsident habe so eine Chance für Europa vertan, unmissverständlich Kritik an der katastrophalen Menschenrechtslage in China zu demonstrieren. Es sei weder üblich noch notwendig, dass EU-Ratspräsidenten an der Eröffnung von Olympischen Spielen teilnehmen.
Frankreich lasse sich gerne als Wiege der Menschenrechte feiern. "Doch mit Sarkozys Reise macht die französische Regierung deutlich, dass ihr Wirtschaftsinteressen mehr als Menschenrechte bedeuten", erklärte Delius. Paris bemühe sich zurzeit um den Abschluss von Verträgen zum Bau von Atomkraftwerken in China durch französische Unternehmen. Mehrere tausend GfbV-Unterstützer hatten in den vergangenen drei Wochen aus Protest gegen Sarkozys Wortbruch "Rote Karten" an den französischen Präsidenten gesandt. Damit wollten die Menschenrechtler deutlich machen, dass Sarkozy in Peking nicht ganz Europa vertritt.
[...]"
Nein, Sarkozy vertritt nicht ganz Europa: Abgesehen von den Protesten etwa der Repräsentanten "ostturkestanischer" Exil-Politiker, die im Europa der (selektiv) offenen Grenzen Aufnahme gefunden haben, dürfte das französische Staatsoberhaupt auch mit "Roten Karten" beglückt worden sein, die - als Freunde der GfbV - Günter Grass und Rupert "Nur wer für die Juden (Tschetschenen, Guantanamo-Häftlinge etc.) schreit, darf heute gregorianisch singen" Neudeck ihm mutmaßlich zukommen ließen. Im Grunde genommen liegt hier freilich ein Win-win vor: Immerhin erlauben es die "Roten Karten" deutschen Völkerbelehrern, ihre Abneigung gegen den Westen im allgemeinen und ihren Haß auf die Französische Republik (als ethnische Bindungen transzendierende Staatsbürgernation) im besonderen kundzutun, ohne daß diese Form des Djihad Menschenleben kostete (anders als etwa die mörderischen Attacken "bedrohter" bosnischer Muslime oder Albaner auf Serben, "bedrohter" Tschetschenen auf Russen oder "bedrohter" Uiguren auf [Han-]Chinesen).
Libellés :
Bosnien,
China,
EU,
Frankreich,
Grass,
Islamismus,
Menschenrechte,
Neudeck,
Russland,
Serbien,
Terrorismus
mercredi 7 mai 2008
Hitlerismus und Panislamismus

In dem Vorwort zu seinem Werk "Gabriels Einflüsterungen. Eine historisch-kritische Bestandsaufnahme des Islam" (2006) nimmt der indische Autor Jaya Gopal die NS-Kollaboration in der islamischen Welt in den Blick. Die Kollaborationsbereitschaft von Muslimen sieht er in einer ordnungspolitischen Affinität des Hitlerismus zum originären Islam begründet:
"In der sozialen Ordnung des Islam sind alle anderen - Christen, Juden und sogenannte Heiden - minderwertige, drittklassige Wesen ähnlich Hitlers slawischen Untermenschen. [...] Es überrascht nicht, daß etliche moslemische Staaten und Völker wie die Tschetschenen, bosnischen Moslems, Tataren, Kalmücken und Inguschen im Zweiten Weltkrieg auf seiten der Nazis gegen die Sowjetunion kämpften. Genauso wie Jerusalems Erzmufti einen Pakt mit Hitler schloß, unterstützte der jugoslawische Mufti die Ustaschen in Kroatien (und umgekehrt). Die ausgesprochen militanten Verbände der Khaksaren, Ikhwan-ul-Muslimin und Jaamat-e-Islami unterstützten Hitler und Mussolini. Der Anführer der Ikhwan-ul-Muslimin und der bei weitem angesehenste, mit den örtlichen Gründungsvätern eng verbundene pakistanische Dichter Mohammed Iqbal schrieben Lobeshymnen auf Mussolini. Beiden Systemen ferner gemeinsam ist die Einstellung gegenüber der Frau, die mehr als Gebärmaschine denn als vollwertiges Subjekt mit allen politischen und Persönlichkeitsrechten angesehen wird." (S. xxvi)
Wir fügen hinzu: Es überrascht nicht, daß Günter Grass in den Jahren 1999 und 2000 Partei gegen Serbien und Rußland und für die "ausgesprochen militanten Verbände" der UCK und der tschetschenischen Islamisten ergriff, ebensowenig, daß er nach dem 11. September 2001 den militärischen Sturz des radikal-islamistischen Taliban-Regimes verurteilte und für die Anerkennung eines arabisch-palästinensischen Rechtes auf Rückkehr in das Kerngebiet Israels, also für die Auslöschung Israels als einer jüdischen Republik, eintrat. Auch die Stellungnahme des Blechtrommlers für islamistische Pogromisten im Zusammenhang mit dem "Karikaturenstreit", als er die angegriffenen dänischen Karikaturisten als rechtsextreme Provokateure stigmatisierte und davor warnte, das laizistische Prinzip der Trennung von Religion und Politik für universal gültig zu erklären, ließe jedenfalls einen Vorwurf an Grass gewiß als unbegründet erscheinen: daß er sich des "Eidbruchs" schuldig gemacht habe und in einem Europa der Zivilstaaten angekommen sei.
Libellés :
Afghanistan,
Bosnien,
Dänemark,
Gopal,
Grass,
Islamismus,
Israel,
Italien,
Jugoslawien,
Kroatien,
Menschenrechte,
Rechtsstaat,
Russland,
Serbien,
Zeitläufte
dimanche 23 mars 2008
Zwei Blechtrommler

NZZ Online, 20.3.2008:
"In Anspielung an den Abdruck der [Mohammed-]Karikaturen im Februar erklärte Bin Ladin: «Ihr habt es in eurem Unglauben übertrieben, indem ihr diese beleidigenden Zeichnungen veröffentlicht habt. Das ist das grösste und gefährlichste Unglück und das Urteil dafür wird entschlossener ausfallen.»
Die Karikaturen seien Teil eines «neuen Kreuzzugs» gegen den Islam, in dem der Papst eine besondere Rolle spiele. «Die Antwort wird sein, was ihr seht und nicht, was ihr hört», fuhr der Al-Kaida-Führer fort."
FAZ.NET, 9.2.2006:
"Der deutsche Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ scharf kritisiert. „Es war eine bewußte und geplante Provokation eines rechten dänischen Blattes“, sagte der Schriftsteller in einem Interview mit der spanischen Zeitung „El País“ (Donnerstag-Ausgabe). Den Blattmachern sei bekannt gewesen, daß die Darstellung Allahs oder Mohammeds in der islamischen Welt verboten sei. „Sie haben aber weitergemacht, weil sie rechtsradikal und fremdenfeindlich sind.“"
Libellés :
Benedikt XVI.,
Grass,
Islamismus,
Laizität,
Menschenrechte,
Terrorismus
dimanche 19 août 2007
Wladimir Putin und Europas "Antikolonialisten"

«Gestern (1945) hat sich Europa konstituiert, indem es sich gegen drei Übel verbündet hat. Das Übel Hitler hat es hinter sich. Desgleichen das Übel Stalin. Den Sieg über das dritte Übel namens 'Kolonialkriege', die Europa sich zu verbieten gelernt hat, hat Europa noch vor sich.»
Der Internationale Aufruf, der diese Passage enthält, wurde am 23. März 2000 veröffentlicht – fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem, unter aktiver Beteiligung «Europas» (oder genauer: des in die NATO inkorporierten Teils des Kontinents) ein europäisches Gemeinwesen, Jugoslawien, mit einem Kolonialkrieg überzogen worden war. Gegen diesen tatsächlichen Kolonialkrieg, dessen offizielle Zielsetzung in der Unterwerfung des gesamten jugoslawischen Staatsgebietes unter ein de facto Besatzungsstatut (Annex B des «Abkommens von Rambouillet») bestand, hatte im Frühjahr 1999 freilich kaum einer der Unterzeichner des zitierten Aufrufs auch nur das Geringste einzuwenden gehabt. Im Gegenteil: André Glucksmann, der Autor des Bekenntnisses zu einem Sieg «Europas» über das «Übel namens 'Kolonialkriege'», hatte den Unterwerfungskrieg gegen Jugoslawien mit der gleichen Verve gerechtfertigt, wie etwa die Unterzeichner Timothy Garton Ash, Wolf Biermann, Hans Christoph Buch, Günter Grass, Bernard-Henri Lévy, Rupert Neudeck, Peter Schneider, Tilman Zülch, Micha Brumlik und Elie Wiesel.
Gegen wen richtete sich nun der «antikoloniale» Aufruf dieser Propagandisten der Kolonialisierung Südosteuropas?:
«Heute glaubt Herr Putin, dass er sich alles erlauben kann. Die Qualen, die der russische Oberbefehlshaber Tschetschenien auferlegt, machen die brutalsten Methoden der Kriegsführung international wieder salonfähig.»
Was hatte sich der russische Staatspräsident Wladimir Putin «erlaubt», das Glucksmann und Co. so in Rage versetzte? Hatte er außerhalb der russischen Grenzen Uranmantelgeschosse eingesetzt und die Massakrierung Tausender von Zivilisten eines nicht-aggressiven Gründungsmitgliedstaates der Vereinten Nationen angeordnet? Nein, er hatte sich des Vorgehens gegen islamistische «Parallelstrukturen» in russischem Territorium schuldig gemacht – für die Sympathisanten der gewaltsezessionistischen albanischen UCK, deren Landnahme im serbischen Kosovo-Metohija die Nato durch ihren Kolonialkrieg erst ermöglicht hatte, ein wahrhaft ahndungswürdiges Verbrechen. Tatsächlich hatte ein Ehrentschetschene grün-alternativer Couleur bereits im Januar 2000 Putin als einen russischen Slobodan Milosevic attackiert:
«Vom Balkan auf den Kaukasus: Das Kosovo des Jahres 2000 heißt Tschetschenien. Seit vielen Wochen mordet und zerstört der zweite russische Feldzug in der Teilrepublik. Tausende Tote und zerstörte Städte und Dörfer, allem voran eine bis auf die Grundmauern verwüstete Hauptstadt Grosny. Hier ist es Grosny, im Kosovo war es Pristina. (...) Einen signifikanten Unterschied dieser beiden Tragödien gibt es jedoch: Milosevic wurde von einer internationalen Koalition gestoppt. Die russische Regierung wird hingegen immer noch aus der Perspektive der vergangenen Ost-West-Konfrontation betrachtet. »
Jamal Karsli, der sich später dadurch hervortun sollte, Israel der «Nazi-Methoden» zu bezichtigen, empfahl also allen Ernstes die völkerrechtswidrige Gewaltandrohungs- und Gewaltanwendungspolitik der Nato gegenüber Jugoslawien als vorbildhaft für ein gebotenes aggressives Vorgehen gegenüber der Russischen Föderation. Dass infolge des 78tägigen Bombenkrieges der Nato Hunderttausende von Serben und anderer Nicht-Albaner aus dem Kosmet vertrieben wurden, störte den «Migrations- und Flüchtlingspolitischen Sprecher» der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im NRW-Landtag dabei bemerkenswerterweise nicht im Geringsten.
Was hatten die tschetschenischen «Rebellen» getan, um die Herzen «europäischer» Menschenrechtler wie Glucksmann oder Karsli für sich zu gewinnen? Sie hatten, nachdem die russische Armee sich im September 1996 aus dem Territorium zurückgezogen hatte (ohne dass die Russische Föderation de jure auf ihre Hoheitsrechte in der Teilrepublik verzichtet hätte!), unter der Verantwortung des vermeintlich «gemäßigten» muslimischen «Präsidenten» Tschetscheniens, Aslan Maschadow, einen islamischen Muster«staat» errichtet. Im Februar 1999 zwangen sie dem Territorium die Scharia auf und würdigten somit zumindest 50 v. H. der tschetschenischen Bevölkerung in den Status von Haustieren herab. Wo blieb hier der Protest engagierter westeuropäischer Menschenrechtler, die ja (wenigstens bis zum 11. September 2001) auch der islamischen Barbarei des Taliban-Regimes in Afghanistan mit beredtem Schweigen begegneten? (Eine der wenigen Entitäten, die die «Regierung» des islamistischen Tschetschenien jemals formell anerkannten, waren die Taliban Mullah Omars.)
Als einer der publizistischen Tschetschenien-Kämpfer «der ersten Stunde» verdient Zbigniew Brzezinski eine besondere Aufmersamkeit. Denn in der Person Brzezinskis, der als Sicherheitsberater US-Präsident Carters die militärische Aufrüstung afghanischer (und arabischer!) Islamisten zum Zwecke der Beseitigung der linksnationalen afghanischen Regierung propagierte – und zwar bereits vor dem als «Friedensbruch» skandalisierten offenen militärischen Eingreifen der UdSSR im Dezember 1979 –, verkörpert sich die Kontinuität der Protegierung islamistischer «Freiheitskämpfer» durch westeuropäische und nordamerikanische Russophobe. Gleichzeitig kann anhand einer Polemik Brzezinskis vom November 1999 die Haltlosigkeit des praktisch von Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges an erhobenen «Genozid»-Vorwurfs an Russland exemplarisch aufgezeigt werden.
Unter dem Titel: «Russland will Tschetschenien ganz und gar zerstören» berichtet Brzezinski in der FAZ vom 10.11.1999 über von mitteleuropäischen Geheimdiensten (welchen?) aufgedeckte «russische Pläne», die «angeblich folgende Schritte» umfassen sollen: (1) die - wie der Autor behauptet, weitgehend verwirklichte - Vertreibung der «nicht an den Kämpfen Beteiligte[n]»; (2) die «fortschreitende militärische Einkesselung des tschetschenischen Widerstands» in für diesen relevanten Gebieten; (3) den Einsatz «neuartige[r] Sprengstoffe und chemische[r] Kampfmittel» etc., um «Zehntausende tschetschenischer Kämpfer» auszulöschen. Als Todfeinde hat Brzezinski nicht nur auf ihrer Souveränität bestehende slawische Nationen ausgemacht, sondern auch die Logik. Wenn der Autor dem Leser mitteilt: «Das Ergebnis dieser Strategie wird ein Völkermord sein, der von der Welt unbeteiligt beobachtet wird», so wird diese Behauptung eines zukünftigen Genozids im Ergebnis der russischen Militäraktion konterkariert durch den das Pamphlet abschließenden Aufruf, «die letzte Phase des russischen Völkermordes in Tschetschenien aufzuhalten» [Hervorhebungen von mir, Daniel L. Schikora].
Summa summarum legt Brzezinski eindrucksvoll dar, dass ein russischer Völkermord(-Versuch) in Tschetschenien, wie er ihn behauptet, offenkundig nicht vorliegt – jedenfalls nicht, wenn der Beurteilung der russischen Anti-Terror-Operationen die Definition des Völkermord-Begriffs durch die VN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes von 1948 zugrunde gelegt wird (denn das terroristische Kollektiv der von Brzezinski heißgeliebten « tschetschenischen Kämpfer » ist beim besten Willen keine «nationale», «ethnische», «rassische» oder «religiöse» Gruppe, deren beabsichtigte gänzliche oder teilweise Auslöschung als ein russischer Völkermord-Versuch ausgelegt werden könnte).
Der militärische Triumph Russlands über islamistische Terroristen würde - Brzezinski zufolge - nicht nur den angeblich geplanten Völkermord an den Tschetschenen ermöglichen, sondern hätte auch andere „weit reichende und negative Folgen“:
«So würde ein russischer Sieg neoimperiale Aspirationen in Moskau nähren und gleichzeitig die Anziehungskraft der schlimmsten Elemente der russischen politischen Elite verstärken.»
Mit anderen Worten: Russland zu verbieten, seine Hoheitsrechte in Tschetschenien wahrzunehmen, diente und dient keinesfalls nur der territorialpolitischen «Begrenzung» Russlands, seiner Herausdrängung aus der Kaukasusregion, sondern darüber hinaus der «Problematisierung» seiner nationalen Unabhängigkeit als solcher.
Signifikant für die politisch-romantischen Tendenzen der Bannerträger des «bedrohten» tschetschenisch-muslimischen «Volkes» ist Brzezinskis ethnozentristische Darstellung des russischen Widerstandes gegen muslimische Extremisten als einer konsequenten Fortführung einer vom russischen Kaiserreich wie der UdSSR ausgehenden Unterdrückungspolitik gegenüber dem Kaukasusvolk der Tschetschenen:
«Die Tschetschenen haben der russischen Unterwerfung mehr als 120 Jahre Widerstand geleistet. Sie sind weder russisch noch orthodox. Darüber hinaus sind sie die Opfer in diesem Konflikt. Das Leiden, das dem tschetschenischen Volk gegenwärtig zugefügt wird, erinnert bereits an Stalins Entscheidung aus dem Jahr 1944, das ganze Volk durch Deportation nach Zentralasien zu vernichten [sic].»
Die nichtrussischen und nichtorthodoxen - und Brzezinski offenbar allein deshalb sympathischen - Tschetschenen also waren (und sind) „die Opfer in diesem Konflikt“, während die russischen Soldaten und Zivilisten, die den mordenden Sezessionistenbanden zum Opfer fielen, gemäß der Sprachregelung des nordatlantischen Humanitaristen wohl als «Kollateralschäden» einzustufen sind. (Selbst, als im September 2004 die tschetschenischen Islamisten im nordossetischen Beslan einen Massenmord an Kindern begingen, hat sich an dieser dichotomischen Sichtweise großer Teile der westeuropäischen Öffentlichkeit nichts Wesentliches geändert.) Denn der tschetschenische Terrorismus stellt sich Brzezinski als legitime Notwehrhandlung gegen den beißwütigen russischen Bären dar:
«Gemäßigte Tschetschenen sind auf die Seite der Extremisten getrieben worden, weil sie keine andere Wahl hatten, insbesondere, nachdem der Kreml jegliche Verhandlungen mit ihnen abgelehnt hatte.»
Wie die Regierungen des Nordatlantik-Bündnisses den jugoslawischen Präsidenten für die Bombenangriffe auf dessen Land verantwortlich machten, da er sich geweigert hatte, die serbische Hoheit im Kosmet – und darüber hinaus – aufzugeben, so wurde nun seitens des in einer deutschen Tageszeitung publizierenden US-Russophoben Brzezinski dem russischen Staat, weil er sich wie Serbien weigerte, mit zentrifugalen islamistischen Kräften über seine legitime Souveränität zu verhandeln, die Verantwortung für die Massakrierung seiner Bürger zugeschrieben.
Als Russland sich im Sommer 1999 dazu entschloss, dem Expansionismus der tschetschenischen Islamisten militärisch Einhalt zu gebieten, nachdem diese in Daghestan – außerhalb des von ihnen usurpierten tschetschenischen «Hoheitsgebietes» – einen Gottesstaat ausgerufen hatten, solidarisierte sich der russische Patriot und Antitotalitarist Alexander Solschenizyn mit der Tschetschenien-Politik der Regierung Putin. Er wies darauf hin, dass es nicht Russland sei, das als Aggressor auftrete. Russland habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten weltpolitisch kontinuierlich nachgegeben und müsse nun zeigen, ob es willens sei, seinen Lebensanspruch gegen terroristische Angriffe zu verteidigen. Ein echter Konservativer zeichnet sich dadurch aus, dass er auch mit der historischen Kurzlebigkeit kultureller Normen vertraut ist, die sich auf die Negation elementarer individueller Freiheitsrechte gründen. Insofern ist derjenige, der Hitlers «Volksgemeinschaft» nachtrauert oder – in kulturrelativistischer Manier - islamistische Terrorregime als Ausdruck kultureller Selbstentfaltung islamischer Völker rechtfertigt, kein echter Konservativer.
Libellés :
BHL,
Biermann,
Brumlik,
Garton Ash,
Glucksmann,
Grass,
Islamismus,
Jugoslawien,
Menschenrechte,
Neudeck,
Russland,
Separatismus,
Serbien,
Solschenizyn,
Terrorismus,
Wiesel
Inscription à :
Articles (Atom)



