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samedi 19 juillet 2008

Ägypten: Pogromistische Gewalt gegen Kopten


ksta.de, 18.7.2008:

"Die wachsende Zahl von blutigen Attacken auf Ägyptens Kopten beunruhigt auch liberale Muslime, wie den Schriftsteller Ahmad al-Aswani. Folgt das bevölkerungsreichste arabische Land dem Weg der Gewalt zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften, der den Libanon und den Irak ins Verderben stürzte? „Heute liest man von Übergriffen im Kairoer Stadtviertel Zeitun, in Alexandria, in Deir Abu Fana. Sie reichen von wahllosen Morden, über Raub, bis zur Entführung von Mädchen und Zwangsislamisierung. Häuser und Autos werden in Brand gesetzt.“ Die sonst so zurückhaltende Kirchenführung drängte in einem scharfen Appell an Präsident Hosni Mubarak, die „zunehmenden bewaffneten Angriffe auf Mönche“ und „Beleidigungen des Kreuzes“ zu verhindern."

mardi 12 février 2008

Hinkender Säkularismus in Ägypten


Das Urteil eines ägyptischen Berufungsgerichts, das die Rückkehr von koptischen Christen, die zum Islam übergetreten waren, zu ihrer ursprünglichen Religion für rechtmäßig erklärt, könnte einerseits als Zeugnis einer gewissen Widerstandsfähigkeit der Rechtsprechungsorgane des ägyptischen Staates gegenüber islamistischen Herrschaftsansprüchen begrüßt werden. Andererseits beleuchtet das Urteil schlaglichtartig die prekäre Situation einer autochthonen christlichen Gemeinschaft in einem als säkular geltenden islamisch dominierten Land.

Die Verweigerung des Rechtes auf Religionsfreiheit gegenüber den zwölf Klägern ging vom ägyptischen Innenministerium aus, das ihnen die Eintragung ihrer christlichen Religion in den Personalausweis verwehrt hatte. Das Gericht rüttelt nicht an der Prämisse einer Ächtungswürdigkeit der Konversion von Ägyptern, die von Geburt an Muslime sind. Solche Ägypter verdienen als Apostaten nach Auffassung des Gerichts keine öffentliche Anerkennung ihres neuen (nichtmuslimischen) religiösen Bekenntnisses.

Wenngleich die koptische Kirche als Religionsgemeinschaft anerkannt ist, ist im "säkularen" Ägypten Angehörigen dieser mehrere Jahrhunderte vor dem Eindringen des Islam in dem Land verwurzelten Gemeinschaft, der etwa 10 v. H. der ägyptischen Bevölkerung angehören, der Aufstieg in staatlichen Ämtern und der Armee verwehrt.