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lundi 17 juin 2013

17. Juni 1953: "Erinnerungsort" des Faschismus, der das Wort "Freiheit" im Munde führt

Im Hinblick auf den antikommunistischen (und daher EU-kompatiblen) "Erinnerungsort" des 17. Juni 1953 gilt es, - wie von KONKRET gültig formuliert - "der historischen Tatsache, daß die Teilnehmer des Juniaufstands wie die Deutschen des Jahres 1953 insgesamt zu zirka 95 Prozent aus Wählern der NSDAP, gerade von ihren Heldentaten aus Leningrad, Lidice, Oradour, Distomo, Theresienstadt, Auschwitz und so weiter zurückgekehrten Männern der Wehrmacht, der SA, der SS, der Hitlerjugend, der Reichsarbeitsfront, des Reichsnährstandes, des NS-Rechtswahrerbundes oder des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps und aus Frauen der NS-Frauenschaft bzw. des Bundes Deutscher Mädel bestanden, stets ein mahnendes Gedenken (zu) bewahren. Und niemals (zu) vergessen, daß das Volk, das am 17. Juni 1953 aufgestanden ist, vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 keine Sekunde daran gedacht hat, sich zu erheben und nicht immer nur die rechte Hand. Und (zu) bedauern, daß der Tag, an dem der Aufstand dieser Volksgenossen niedergeschlagen wurde, keine Wegmarke der europäischen Freiheitsgeschichte werden durfte."

vendredi 1 février 2013

Der "Antideutsche" und die Germanomanen



Einem impotenten Hahne
Gleichend, stolzt ein Pangermane
Pochend auf das f r e i e Wort.
Es heißt Mord.


Bert Brecht


Ein deutscher Revanchist kommt selten allein. So kam es, in Reaktion auf den Wahlsieg eines linksrepublikanischen Patrioten über einen bekennenden Parteigänger der Paneuropa-Union in der zweiten Runde der tschechischen Präsidentschaftswahlen, zu einer regelrechten Zusammenrottung derer, die offenherzig stets auch einen Viktor Orban als einen der ihren gegen "linke" Kritik in Schutz nahmen:

Der gerade gewählte Präsident Tschechiens Milos Zeman gefällt Heimat»vertriebenen« nicht. Der CSU-Politiker Martin Kastler twitterte am Wochenende: »Seit Ende des Kommunismus wird wieder ein Steinzeitsozialist tschechischer Präsident.« Kastler, der seine Politik nicht aus der Steinzeit, sondern aus dem Deutschen Reich 68 Jahre nach dessen Untergang ableitet, twitterte außerdem: »Ein Sieg auf Haß gebaut.« Und die Chef-»Vertriebene« Erika Steinbach, Tochter eines deutschen Besatzungssoldaten in Polen, beschimpfte das Staatsoberhaupt eines bislang noch souveränen EU-Mitgliedes, er sei ein »ein übler Nationalist«.

Zeman hatte sich im Wahlkampf mit Äußerungen des Gegenkandidaten Fürst Karl zu Schwarzenberg auseinandergesetzt. Dessen Verurteilung der Aussiedlung von Deutschen aus der Tschechoslowakei ab 1945 als grobe Verletzung von Menschenrechten konterte Zeman mit der Bemerkung, der Fürst rede wie ein Sudetendeutscher. Das war eine eher staatsmännische Formulierung. Kastler und Steinbach betrachten es aber offenbar als Beleidigung, wenn ein Fürst als Sudetendeutscher bezeichnet wird.

Der Sprecher der Sudetendeutschen, der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt – sozusagen ein Staatsoberhaupt im Wartestand – bot Zeman am Montag die Gelegenheit, sich zu entschuldigen – vielleicht dafür, Tscheche zu sein. Der Nachrichtenagentur dapd sagte er: »Zeman hat jede Chance verdient.« Von ihm habe es zwar »unfaire Töne« gegeben, aber der »antideutsche Rassismus« im Wahlkampf sei nicht von ihm, sondern aus der Familie des scheidenden tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus gekommen. Zeman darf also hoffen, seine Wähler müssen noch etwas tun, bis die Sudetendeutschen ihnen Reichsprotektorat, Reinhard Heydrich, Lidice, Theresienstadt usw. verzeihen.

(jW, 29.1.2013)

Noch einmal mit Bert Brecht zu sprechen: Blut und Dreck in Wahlverwandtschaft / Zog das durch die deutsche Landschaft / Rülpste, kotzte, stank und schrie: / FREIHEIT und DEMOCRACY!

dimanche 10 juin 2012

Zum 70. Jahrestag der Auslöschung von Lidice und Ležáky



WELT ONLINE berichtet:

Das Schreiben von Bundespräsident Joachim Gauck zum 70. Jahrestag der NS-Massaker in den Dörfern Lidice und Lezáky stößt in Tschechien auf große Resonanz. Bei der zentralen Gedenkfeier für die 340 Toten des Massakers von Lidice zeigten sich sowohl Tschechiens Regierungschef Petr Necas als auch die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Miroslava Nemcová, dankbar für Gaucks Brief.

Necas äußerte in seiner Ansprache seine Wertschätzung für das Schreiben, mit dem Gauck seine Trauer und Scham über die Auslöschung von Lidice und Lezáky ausgedrückt und die geschichtliche Verantwortung der Deutschen anerkannt habe. Nemcová dankte Gauck für seine ausgestreckte Hand. Der Leiter der Gedenkstätte von Lidice, Milous Cervencl, sprach im tschechischen Fernsehen, von einer "großen Geste" des Bundespräsidenten.

Gauck hatte in einem Brief an Tschechiens Präsidenten Václav Klaus seine Betroffenheit über die verwerflichen Terrorakte ausgedrückt. Klaus zeigte sich am Freitag in seiner Antwort dankbar für Gaucks neuen Impuls, Reste des Misstrauens auf beiden Seiten der Grenze zu überwinden.

Es spricht Bände über die geschichtspolitische "Normalität" der EU des Jahres 2012, dass seitens der Tschechischen Republik davon abgesehen wird, das deutsche Staatsoberhaupt daran zu erinnern, dass in der Bundesrepublik, einem Land, in dem es Extremistenbeschlüsse gibt, der "Witikobund" niemals aufgelöst wurde, und Erika Steinbach als "Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe" der Bundestagsfraktion einer staatstragenden Partei firmiert.