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mardi 26 août 2014

Informationspolitik für Deutsch-Europa (18)

Jüdische Allgemeine, 26.8.2014:

"»Holocaustüberlebende prangern Israel an.« Was am Wochenende als Meldung durch die Medien ging, sah auf den ersten Blick aus wie eine Sensation. Mehr als 300 Überlebende der Schoa hätten in einer halbseitigen Anzeige in der New York Times am 24. August Israel ein »Massaker in Gaza«, gar »laufenden Genozid am palästinensischen Volk« vorgeworfen, war zu lesen.

Die Unterzeichner (aus Deutschland dabei unter anderem Felicia Langer und Rolf Verleger) reagierten damit auf eine zuvor in der selben Zeitung erschienene Anzeige Elie Wiesels, in der dieser die Hamas mit den Nazis verglichen hatte. »Wir sind angewidert und empört von Elie Wiesels Missbrauch der Geschichte«, zitierte ZEIT-online »die NS-Überlebenden«.

Bei genauerer Betrachtung relativierte sich die vermeintliche Sensation allerdings. »In einer früheren Version dieses Textes war fälschlich von 330 Überlebenden des Holocaust die Rede. Es handelt sich bei den 330 Unterzeichnern um mehrere Dutzend Holocaustüberlebende und deren Nachkommen«, korrigierte Spiegel-Online seine erste Meldung bald. In der Tat fallen fast 90 Prozent der Namen auf der Anzeige in die (selbst gewählten) Rubriken »Kinder von Überlebenden«, »Enkel von Überlebenden«, »Urenkel von Überlebenden« sowie »Andere Angehörige von Überlebenden«.

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Schweiz, SRF, änderte auf seiner Website wenigstens die Überschrift. Aus »Gaza-Konflikt spaltet Israel« wurde »Gaza-Konflikt spaltet Juden« - was so aber immer noch nicht stimmt. Denn die Initiatoren der Anzeige sind nicht nur im Mainstream-Judentum minoritär, sondern selbst in der israelkritischen Linken eine extreme Randgruppe.

Das 2008 gegründete »International Jewish Anti-Zionist Network« (IJAN) mit Sitz in den USA ist nicht nur ein Gegner der israelischen Politik, es fordert die Auslöschung des jüdischen Staats als solchem. »Wir sind kompromisslos der ... Befreiung des palästinensischen Volkes und Landes verpflichtet. (...) Unser Ziel ist das Ende der israelischen Kolonisierung des historischen Palästinas« heißt es in der Selbstdarstellung des Vereins auf seiner Website – eine Position, die so selbst die PLO nicht mehr offiziell vertritt."

lundi 20 juillet 2009

Orientalisierung

Die Auszeichnung Felicia Langers mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse beleuchtet schlaglichtartig, wie wenig der deutsche Staat sich im Konfliktfall an regierungsoffizielle Bekenntnisse einer besonderen Verantwortung Deutschlands für Israel gebunden sieht. Wer die "menschenrechtlichen" Aktivitäten Langers, die eine einseitige Verurteilung der Sicherheitspolitiken israelischer Regierungen mit einer Anpreisung islamistischer Mörderbanden, wie Hamas und Hisbollah, als Gesprächspartner des diffamierten israelischen Staates verbindet, für auszeichnungswürdig hält, dem kann eines nicht nachgesagt werden: daß er sich mit Teheran oder Riad in einem "Kampf der Kulturen" befinde ...

In gebotener Klarheit hat Ralph Giordano die Entscheidung des Staatsministeriums Baden-Württemberg als einen Akt der Kumpanei mit einer 'Menschenrechts'politik verurteilt, die in Deutschland "jener verbreiteten Gesinnung, sich vom eigenen Schulddruck durch Kritik an Israel zu entlasten", korrespondiert. "Was mich in dieser inzwischen bereits eine Generation andauernden Fehde immer am tiefsten entsetzt hat, ist Felicia Langers unverbergbare innere Beziehungslosigkeit zur Welt der israelischen Opfer."

Giordano schließt mit der Aufforderung an das Staatsministerium, die Verleihung des Ordens rückgängig zu machen. Käme dieses Giordanos Forderung nach, so ließe es damit Baden-Württemberg und Deutschland etwas weniger "orientalisch" erscheinen, als es ihre "Zivilgesellschaften", in deren "Mitte" sich auch ein Norbert Blüm und ein Rupert Neudeck tummeln, tatsächlich sind.

jeudi 8 janvier 2009

"Links"protestantischer Volkssturm

Wenn es um den Kampf gegen den "israelischen Krieg", die Selbstverteidigungsmaßnahmen der jüdischen Republik gegen die islamofaschistische Mörderbande Hamas, geht, greift die antizionistische "junge Welt" gern auf (amts-)kirchlichen Beistand zurück. So gibt Pfarrer Hans Christoph Stoodt recht offenherzig seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß aufgrund des schlechten Ansehens der Hitlerschen Judenmörder dem Deutschen Christen nicht mehr erlaubt ist, unvermittelt zu Judenpogromen aufzurufen, die zu propagieren und durchzuführen (vorerst?) ein Privileg der niedlichen Muslim-Brüder und Wahhabiten bleibt, welche von westeuropäischen Pseudo-Linken gern für "Völkermord"-Opfer erklärt werden (auch außerhalb "Palästinas"):
"Natürlich haben wir in der Bundesrepublik ein Problem: Vielen Menschen fällt es aus historischen Gründen – wegen des Holocaust – schwer, sich im Nahostkonflikt israelkritisch zu äußern. Aber unsere israelischen Freunde auf seiten der Linken erwarten von uns, daß wir gegen den Krieg Stellung nehmen und sie mit dieser Haltung nicht allein lassen. Sie haben es schwer, denn die Rechten übertönen sie mit Sprechchören wie »Tod den Arabern« – beispielsweise vergangenen Samstag in Tel Aviv." (jW, 8.1.2009)
Jetzt wissen wir, wer wackere "Israel-Kritiker" wie Stoodt dazu zwingt, auf deutschen Straßen Demonstrationen zu organisieren, auf denen - um die israelische Rechte zu konterkarieren - "Tod den Juden!" gegrölt wird: Es sind die "israelischen Freunde" deutscher Judenhasser "auf seiten der Linken". Sie verleihen einem Stoodt den gleichen Schein der Legitimität als Bannerträger der Völkerfreundschaft, wie Djindjic und die Otpor-Pogromisten der kriegstreiberischen Regierung Schröder-Fischer. Gäbe es Felicia Langer nicht, müßten die Stoodts und Neudecks unserer Republik ihre "Israel-Kritik" durch Selbstmandatierung "legitimieren" (wovor sie gewiß nicht zurückschrecken würden).