jW, 31.10.2016:
Jeder blamiert sich, so gut er kann. Die Vollversammlung der
Vereinten Nationen hat am Freitag beschlossen, Russland nicht wieder in
den UN-Menschenrechtsrat zu wählen. Statt dessen bekamen Viktor Orbáns
Ungarn und Kroatien die Osteuropa zustehenden Sitze. Herzlichen
Glückwunsch, liebe Magyaren, zivjeli, liebe Erben der Nazikollaborateure
in Zagreb, ihr seid in guter Gesellschaft. Denn in der asiatischen
Staatengruppe wurde Saudi-Arabien, das Königreich der Henker und
Auspeitscher, mit 193 Stimmen in seiner Mitgliedschaft bestätigt. Einer
der Finanziers der prowestlichen Seite des syrischen Bürgerkrieges mit
auch anderweitig langjährig und solide nachgewiesenen Terrorconnections
(»Nine-Eleven«). Erstklassige Referenzen für Menschenrechtsfragen also,
Kompliment. (...) Man kann das alles
erklären: Die in der Charta proklamierte Gleichheit aller Mitglieder in
der UNO eliminiert nicht die faktische Ungleichheit ihrer
wirtschaftlichen und politischen Ressourcen. (...) Die »Allgemeine
Erklärung der Menschenrechte« von 1948 ist explizit unverbindlich und
deshalb das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Sie sollte nie
durchsetzbar sein, genau damit der Inhalt so schön selektiv und je nach
Bedarf interpretierbar ist, wie man es aktuell wieder einmal sieht. (...) Natürlich verletzt jeder Krieg serienmäßig Menschenrechte betroffener
machtloser Individuen. Der in Syrien auch. Nur: von einer Verurteilung
der aus Riad und Katar, aus Ankara und Washington finanzierten
islamistischen Banden in Aleppo, die die Zivilbevölkerung als Geiseln
halten, war bei der UNO nichts zu hören. Im Gegenteil: Washington
widersetzt sich sogar ihrer Evakuierung aus der Stadt bei freiem Geleit,
wie sie Generalsekretär Ban Ki Moon vorgeschlagen hat. Denn die
Vereinigten Staaten wollen diese jedem Menschenrecht hohnsprechende
Situation mit den Banden hinter dem Rücken der Zivilisten verlängern, um
aus den bei ihrer Bekämpfung eintretenden menschlichen Opfern
propagandistisches Kapital zu schlagen. Sie können das, weil niemand
sich traut, die USA – als gäben nicht Todesstrafe und Polizeirassismus
ohnehin mehr als genug Argumente genug dafür her – aus dem
Menschenrechtsrat zu werfen.
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mercredi 2 novembre 2016
mardi 6 septembre 2016
Informationspolitik für Deutsch-Europa (42)
Weg der Neutralität, Prinzip der Objektivität, Streben nach Unparteilichkeit
"Um in dem nach der Wende entstandenen Konkurrenzkampf erfolgreich zu bestehen, wählte 'Népszabadság' den Weg der Neutralität. Unter Chefredakteur Pál Eötvös entfernte sie sich von der aus der bisherigen Staatspartei sprießenden Ungarischen Sozialistischen Partei. Damit das Prinzip der Objektivität nicht nur illusorisch über dem Horizont schwebt, suchte sich die Tageszeitung einen ausländischen Investor. Haupteigentümer wurde der deutsche Bertelsmann-Konzern. Dank seiner herausragenden überregionalen Reportagen und seines Strebens nach Unparteilichkeit kam das Blatt bei 300 000 Abonnenten im neuen Jahrtausend an."
Hanna Ongjerth, Die "Népszabadság" setzt auf Seriosität, in: 70 Jahre neues deutschland. Eine Zeitung, zwei Leben, 70 Jahre, Berlin 2016, 43.
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Zeitläufte
dimanche 13 septembre 2015
Informationspolitik für Deutsch-Europa (30)
jW, 14.9.2015:
Nun ist es passiert. Der österreichische Kanzler Werner Faymann (SPÖ) griff am Samstag in die Historienkiste. Der ungarische Premier Viktor Orbán betreibe »eine Politik der Abschreckung«, warf Faymann seinem Amtskollegen vor. In Anspielung auf die Judendeportationen durch die Nazis sagte er: »Flüchtlinge in Züge zu stecken in dem Glauben, sie würden ganz woanders hinfahren«, wecke »Erinnerungen an die dunkelste Zeit unseres Kontinents«.
Hitler also. Es war klar, dass das irgendwann passieren musste. Und auch, dass es wahlweise ein Deutscher oder ein Österreicher sein würde, der nach dem alten Motto handelt: Wer als erster »Nazi!« ruft, gewinnt.
Nun muss man über Orbán nicht diskutieren. Der Rechtspopulist, der einmal als Wirtschaftsliberaler von Gnaden des Westens angefangen hatte, verfügt über wenig bis keine Schamgrenzen. Und die Stimmung im orbanisierten Ungarn weckt fraglos Assoziationen an den »Reichsverweser« Horthy, der sich nicht schnell genug den deutschen Faschisten andienen konnte. Als sich das Kriegsglück wendete, wollte er wieder aussteigen, doch es war zu spät – die Wehrmacht besetzte das Land und ermordete über eine halbe Million jüdische Bürger.
An den Ursachen, die heutzutage Millionen Menschen zur Flucht zwingen, ist Orbán unschuldig. Ihm und seinem Land fehlen schlicht die Möglichkeiten, andere Teile der Welt derart auszuplündern und kaputtzubomben, dass irgendwann der Exodus der verarmten Bewohner beginnt. Deutschland hat diese Möglichkeiten, und es macht fleißig davon Gebrauch. Wer Nazivergleiche strapaziert, sollte dies berücksichtigen.
Die CSU hingegen dürfte sich bestärkt fühlen. Sie hat den Magyaren zu ihrer Herbstklausur eingeladen. Ob Feymanns Bonmot den letzten Ausschlag gab, ist unbekannt. Seehofer nun als »Mussolini« zu schmähen verbietet sich trotzdem.
Nun ist es passiert. Der österreichische Kanzler Werner Faymann (SPÖ) griff am Samstag in die Historienkiste. Der ungarische Premier Viktor Orbán betreibe »eine Politik der Abschreckung«, warf Faymann seinem Amtskollegen vor. In Anspielung auf die Judendeportationen durch die Nazis sagte er: »Flüchtlinge in Züge zu stecken in dem Glauben, sie würden ganz woanders hinfahren«, wecke »Erinnerungen an die dunkelste Zeit unseres Kontinents«.
Hitler also. Es war klar, dass das irgendwann passieren musste. Und auch, dass es wahlweise ein Deutscher oder ein Österreicher sein würde, der nach dem alten Motto handelt: Wer als erster »Nazi!« ruft, gewinnt.
Nun muss man über Orbán nicht diskutieren. Der Rechtspopulist, der einmal als Wirtschaftsliberaler von Gnaden des Westens angefangen hatte, verfügt über wenig bis keine Schamgrenzen. Und die Stimmung im orbanisierten Ungarn weckt fraglos Assoziationen an den »Reichsverweser« Horthy, der sich nicht schnell genug den deutschen Faschisten andienen konnte. Als sich das Kriegsglück wendete, wollte er wieder aussteigen, doch es war zu spät – die Wehrmacht besetzte das Land und ermordete über eine halbe Million jüdische Bürger.
An den Ursachen, die heutzutage Millionen Menschen zur Flucht zwingen, ist Orbán unschuldig. Ihm und seinem Land fehlen schlicht die Möglichkeiten, andere Teile der Welt derart auszuplündern und kaputtzubomben, dass irgendwann der Exodus der verarmten Bewohner beginnt. Deutschland hat diese Möglichkeiten, und es macht fleißig davon Gebrauch. Wer Nazivergleiche strapaziert, sollte dies berücksichtigen.
Die CSU hingegen dürfte sich bestärkt fühlen. Sie hat den Magyaren zu ihrer Herbstklausur eingeladen. Ob Feymanns Bonmot den letzten Ausschlag gab, ist unbekannt. Seehofer nun als »Mussolini« zu schmähen verbietet sich trotzdem.
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lundi 3 mars 2014
Informationspolitik für Deutsch-Europa (5)
In der Sicht der FAZ ("Europas Störenfriede – Antieuropäer auf dem Vormarsch") stellt sich Orban-Ungarn im Februar 2014 als rechtspopulistenfreie Zone dar.
vendredi 24 janvier 2014
Deutsch-europäische Bande
Dichtung ...
"Präsident Janukowytsch ist aufgefordert, das durch das Parlament gepeitschte Gesetzespaket zur massiven Einschränkung grundlegender Bürgerrechte umgehend zurückzunehmen. Auch muss Janukowytsch endlich ernsthaft und persönlich den Dialog mit der demokratischen Opposition suchen, dazu gehören auch außerparlamentarische Initiativen auf dem Maidan. [...] Die EU hat den Ukrainerinnen und Ukrainern einen Weg der Annährung eröffnet. Damit ist auch eine Verantwortung für die Menschen verbunden. Was wir jetzt brauchen, ist eine entschiedene diplomatische Initiative der EU, welche der Regierung in Kiew und den sie stützenden Netzwerken unmissverständlich klar macht, dass der eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führt. Hochrangige Vertreter sollten zudem umgehend nach Kiew reisen, um das repressive Vorgehen zurückzuweisen und den friedlich Protestierenden den Rücken zu stärken."
(Marieluise Beck, "Eskalation in der Ukraine mahnt EU zur Verantwortung", PM vom 22.1.2014).
... und Wahrheit
"Daß die 'westlich' und 'europäisch orientierte' Opposition, auf die Deutschland heute setzt, aus derselben Gegend [um Lwiw] stammt, ist bloß ein Zufall, so unschuldig wie die vielen anderen Zufälle, die fast jedes Pack, mit dem Deutschland heute in Osteuropa paktiert, als gute alte Bekannte erscheinen lassen: die Rassisten und Faschisten des Viktor Orbán, dessen Partei Fidesz mit Angela Merkels Union im Europa-Parlament eine Fraktionsgemeinschaft bildet; die Nachfahren der lettischen und litauischen SS-Verbände, die den Deutschen bei der Ermordung der Juden am liebsten zuvorgekommen waren; die nationalgesinnten Georgier, die eine Legion der Wehrmacht gestellt hatten, wofür die Deutschen vor fünf Jahren, als Georgien einen Krieg gegen Rußland anfing, sich durch herzliche Anteilnahme und eine - inzwischen aufgeflogene - Lügenkampagne ihrer Medien bedankten; die slowenischen Domobranzen, die mit der Wehrmacht und der Waffen-SS gegen Tito kämpften, die kroatischen und bosniakischen Ustaša-Milizen, die SS-Einheiten kroatischer und albanischer Muslime, die alle auf Betreiben der deutschen Politik fünfzig Jahre später mit der Einrichtung eigener Staaten belohnt wurden; die ukrainischen und litauischen Trawniki, die bei der Ermordung von zwei Millionen Juden im sogenannten Generalgouvernement Polen halfen, die ukrainischen Freiwilligen der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS, das ukrainische Bataillon 'Nachtigall', die 'Ukrainische Aufständischenarmee', die mit Wehrmacht und SS gegen die Rote Armee kämpfte.
Wer die Welt so sieht, gilt als paranoid. Wie die dreißig Abgeordneten der Knesset, die den Präsidenten des Europäischen Parlaments vor der ukrainischen Partei Swoboda ('Freiheit') gewarnt haben, weil die sich gegen Juden, Russen und andere Völker richte und 'öffentlich die Massenmorde preist, die von der ukrainischen Unterabteilung der SS begangen worden sind'. Swoboda bildet, einer Studie der New Yorker jüdischen Wochenzeitung 'The Algemeiner Journal' zufolge, ein Netzwerk mit Timoschenkos Vaterlandspartei und Klitschkos Udar."
(Hermann L. Gremliza)
mercredi 11 septembre 2013
Des Deutsch-Europäers große Freyheit
Zwölf Jahre, nachdem ihr Kanzler in Anbetracht des djihadistischen Massenmordes vom 11.9.2001 den Vereinigten Staaten "uneingeschränkte Solidarität" versicherte, rotzen die deutschen FAZisten auf ihrer Titelseite vom 11.9.2013 den Amerikanern ans Bein:
Und die heute in erhebenderer Weise durch ein Orban-kompatibles Deutsch-Europa repräsentiert werden?
"Liberty ganz klein [...] Äußerlich ist die Wunde am Ground Zero geschlossen. Dort erhebt sich jetzt der 'Freedom Tower' 541 Meter hoch in den Himmel, das höchste Gebäude im Land. 'Lady Liberty', die Freiheitsstatue auf der Insel in der Bildmitte, verschwindet da fast aus dem Blick. Dabei symbolisierte doch gerade die Dame Liberty für viele Einwanderer die Werte, für die Amerika steht."
Und die heute in erhebenderer Weise durch ein Orban-kompatibles Deutsch-Europa repräsentiert werden?
vendredi 1 février 2013
Der "Antideutsche" und die Germanomanen
Einem impotenten Hahne
Gleichend, stolzt ein Pangermane
Pochend auf das f r e i e Wort.
Es heißt Mord.
Bert Brecht
Ein deutscher Revanchist kommt selten allein. So kam es, in Reaktion auf den Wahlsieg eines linksrepublikanischen Patrioten über einen bekennenden Parteigänger der Paneuropa-Union in der zweiten Runde der tschechischen Präsidentschaftswahlen, zu einer regelrechten Zusammenrottung derer, die offenherzig stets auch einen Viktor Orban als einen der ihren gegen "linke" Kritik in Schutz nahmen:
Der gerade gewählte Präsident Tschechiens Milos Zeman gefällt Heimat»vertriebenen« nicht. Der CSU-Politiker Martin Kastler twitterte am Wochenende: »Seit Ende des Kommunismus wird wieder ein Steinzeitsozialist tschechischer Präsident.« Kastler, der seine Politik nicht aus der Steinzeit, sondern aus dem Deutschen Reich 68 Jahre nach dessen Untergang ableitet, twitterte außerdem: »Ein Sieg auf Haß gebaut.« Und die Chef-»Vertriebene« Erika Steinbach, Tochter eines deutschen Besatzungssoldaten in Polen, beschimpfte das Staatsoberhaupt eines bislang noch souveränen EU-Mitgliedes, er sei ein »ein übler Nationalist«.
Zeman hatte sich im Wahlkampf mit Äußerungen des Gegenkandidaten Fürst Karl zu Schwarzenberg auseinandergesetzt. Dessen Verurteilung der Aussiedlung von Deutschen aus der Tschechoslowakei ab 1945 als grobe Verletzung von Menschenrechten konterte Zeman mit der Bemerkung, der Fürst rede wie ein Sudetendeutscher. Das war eine eher staatsmännische Formulierung. Kastler und Steinbach betrachten es aber offenbar als Beleidigung, wenn ein Fürst als Sudetendeutscher bezeichnet wird.
Der Sprecher der Sudetendeutschen, der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt – sozusagen ein Staatsoberhaupt im Wartestand – bot Zeman am Montag die Gelegenheit, sich zu entschuldigen – vielleicht dafür, Tscheche zu sein. Der Nachrichtenagentur dapd sagte er: »Zeman hat jede Chance verdient.« Von ihm habe es zwar »unfaire Töne« gegeben, aber der »antideutsche Rassismus« im Wahlkampf sei nicht von ihm, sondern aus der Familie des scheidenden tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus gekommen. Zeman darf also hoffen, seine Wähler müssen noch etwas tun, bis die Sudetendeutschen ihnen Reichsprotektorat, Reinhard Heydrich, Lidice, Theresienstadt usw. verzeihen.
(jW, 29.1.2013)
Noch einmal mit Bert Brecht zu sprechen: Blut und Dreck in Wahlverwandtschaft / Zog das durch die deutsche Landschaft / Rülpste, kotzte, stank und schrie: / FREIHEIT und DEMOCRACY!
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mardi 17 juillet 2012
Orbans Flugverbotszone
Die beste Ideologiekritik schreibt noch immer die Neue Nato, so, indem sie die Erben des Genozids in der Vojvodina vom Januar 1942 ersucht, die Kontrolle des Luftraums über Kosovo-Metohija zu übernehmen:
"Der Nordatlantikrat hat Ungarn ersucht, im März 2013 den Luftraum über dem Kosovo zu eröffnen und den dortigen Flugverkehr zu leiten, wie ungarische Medien am Mittwoch berichteten. Ungarns Staatssekretär im Außenministerium, Zsolt Nemeth, bezeichnete den Auftrag als 'bedeutenden diplomatischen Erfolg'. Laut Nemeth gelte es auch im internationalen Vergleich als 'beispiellose Lösung', dass ein Nicht-Nachbarstaat [Ungarn ist durchaus ein Nachbarstaat Serbiens; Anm. von Daniel Leon Schikora] die Lenkung eines Luftraums als 'Ferndienst' ausführe." (krone.at, 20.6.2012)
Wer 1998/99 Ja zu Fischer sagte, sagte Ja zur gegenwärtigen "Flugverbotszone" der Pfeilkreuzler.
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lundi 30 avril 2012
Niederlande: Protest gegen gedenkpolitische Orbanisierung
Wie die DIE WELT berichtet, stoßen die geschichtspolitischen Vorstöße des deutschen Staatsoberhaupts in den Niederlanden nicht auf ungeteilte Zustimmung:
Nächste Woche wird Joachim Gauck in die Niederlande reisen, um als erstes ausländisches Staatsoberhaupt am 5. Mai, dem Tag, als das Königreich von den Nazis befreit wurde, eine Rede zu halten. Aber nicht jeder freut sich über den Besuch. "Das Gedenken sollte eine rein niederländische Angelegenheit sein. Dazu gehört niemand anderes, und schon gar keine Deutschen", fordert Mirjam Ohringer aus Amsterdam. Die Jüdin, Jahrgang 1924, war im Zweiten Weltkrieg im Widerstand aktiv. Ihre Jugendliebe wurde verhaftet und starb im Konzentrationslager Mauthausen. Frau Ohringer überlebte im Untergrund und kämpft heute gegen das Vergessen.
Sie ist nicht die einzige Niederländerin, die Gaucks Auftritt kritisiert. Pieter Dietz de Loos ist Chef des Internationalen Dachau-Komitees, sein Vater überlebte jenes KZ in Bayern. Wenn es nach ihm ginge, dann dürfte Gauck nur kommen, wenn er den Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber mitbringt: "Wie kann Gauck über Versöhnung mit den Niederlanden sprechen und andererseits nichts tun, damit Faber an Holland ausgeliefert wird?", fragt der Anwalt aus Wassenaar. "Das ist eine Schande."
Seit Jahren streiten die Bundesrepublik und Holland über das Schicksal des 90-Jährigen aus Haarlem, der als Mitglied der Waffen-SS wegen der Ermordung von 22 Niederländern in den 40er-Jahren erst zum Tod und später zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1952 gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis in Breda. Ausgerechnet diese Stadt im Süden des Nachbarlandes wird Gauck am nächsten Samstag besuchen. Der Widerstand dagegen wächst jedoch. Der Publizist Arthur de Graaff hat die viel beachtete Kampagne "Gauck nein, Faber ja" gestartet. "Gauck soll zu Hause bleiben", sagt der Aktivist der "Welt". "Deutschland hat holländische Kriegsverbrecher nie ausgeliefert. Nur weil Hitler ausländische Kämpfer der Waffen-SS mit dem sogenannten Führer-Erlass aus 1943 zu Deutschen machte."
Faber floh damals nach Deutschland, wo er für Audi in Ingolstadt arbeitete. Die Tötung der niederländischen Widerstandskämpfer verschwieg er dort ebenso wie seine Vergangenheit als KZ-Aufseher im Lager Westerbork, wo er Gefangene überwachte und tötete. Die Bundesrepublik hat sich 60 Jahre lang wenig um Faber gekümmert. "Ein unglaublicher Skandal", sagt dazu Efraim Zuroff, der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem. "Deutschland schützt diese Leute lieber, als dass man sie in den Knast steckt." Doch vor einer Auslieferung schützt Faber seine deutsche Staatsbürgerschaft. Zwar sollte ihm 1957 der Prozess gemacht werden, doch das Landgericht Düsseldorf lehnte die Aufnahme eines Hauptverfahrens ab, weil die Niederlande ihre Beweise gegen Faber nicht zugänglich machen wollten, mit der Begründung, dass er doch schon vor einem niederländischen Gericht rechtskräftig verurteilt worden sei. Als die Niederlande dann 2004 ein Ersuchen auf Übernahme der Vollstreckung stellten, entschied das Landgericht Ingolstadt dagegen und auch gegen neue Ermittlungen und bezog sich auf die Düsseldorfer Entscheidung. Diese stelle einen "Strafklageverbrauch" dar, anders gesagt: Niemand kann mehrmals abgeurteilt werden. Doch Zuroff scheint es, als verstecke sich die Bundesrepublik hinter dem Führer-Erlass: "Es ist unglaublich, dass die Familien der Opfer von Faber mehr als ein halbes Jahrhundert lang so beleidigt wurden." Dass Gauck ausgerechnet am Befreiungstag nach Holland komme, sei das falsche Signal, meint Zuroff: "Ich habe die Opferfamilien im Westerbork gesprochen. Sie erwarten, dass endlich etwas passiert. Wenn Gauck so tut, als wäre nichts los, wäre das fatal."
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum führt Faber auf Platz fünf der meistgesuchten Kriegsverbrecher. [...]
Gauck ist zur Kenntlichkeit entstellte deutsch-europäische Verfassungswirklichkeit. Sollte es dem deutschen Christen tatsächlich gelingen, als Repräsentant der Bundesrepublik am niederländischen Befreiungstag teilzunehmen, so wäre dies als ein gewaltiger Schritt in Richtung auf eine gesamteuropäische Durchsetzung der gedenkpolitischen "Standards" des Baltikums oder Orban-Ungarns durch deren Westausdehnung zu werten.
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jeudi 19 avril 2012
Zum 67. Jahrestag des Schwurs von Buchenwald
Am 19. April 1945 legten im befreiten Buchenwald auf einer Trauerkundgebung 21.000 Menschen den Schwur von Buchenwald ab, in dem die Erkenntnis zum Tragen kommt, dass eine Welt des Friedens und der Freiheit, eine Welt ohne Faschismus erst noch zu erreichen sei:
Kameraden! Wir Buchenwalder Antifaschisten sind heute angetreten zu Ehren der in Buchenwald und seinen Aussenkommandos von der Nazibestie und ihrer Helfershelfer ermordeten 51.000 Gefangenen! 51.000 erschossen, gehenkt, zertrampelt, erschlagen, erstickt, ersäuft, verhungert, vergiftet - abgespritzt - 51.000 Väter, Brüder - Söhne starben einen qualvollen Tod, weil sie Kämpfer gegen das faschistische Mordregime waren. 51.000 Mütter und Frauen und hunderttausende Kinder klagen an! Wir lebend gebliebenen, wir Zeugen der nazistischen Bestialitäten sahen in ohnmächtiger Wut unsere Kameraden fallen. Wenn uns eins am Leben hielt, dann war es der Gedanke: Es kommt der Tag der Rache! Heute sind wir frei! Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken! Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, - Slovaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslaven und Ungarn kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Uns beseelte eine Idee: Unsere Sache ist gerecht - Der Sieg muß unser sein! Wir führten in vielen Sprachen den gleichen, harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum! Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Apellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach: WIR SCHWÖREN! (Siehe unter: http://www.vvn-bda.de/geschichte/schwur_buchenwald.html)Proklamationen der Bereitschaft zur „friedlichen Koexistenz“ mit Mördern und Faschisten sind mit der antifaschistischen Tradition offenkundig nicht nur unvereinbar; sie verhalten sich zu dieser Tradition diametral. Die sogenannte Friedensbewegung, die in den vergangenen Wochen nicht davor zurückscheute, mit Günter Grass einen früheren Angehörigen der „Eliteformation“ Nazideutschlands, deren Charakter als einer verbrecherischen Organisation im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, als Bannerträger des Antiisraelismus zu feiern, hat mit dieser anti-antifaschistischen Demonstration ihr antizivilisatorisches Anliegen zur Kenntlichkeit entstellt.
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lundi 5 mars 2012
Orban-Ungarn: Die Entzauberung des "Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts" EU
jW, 6.3.2012:
"Der ungarische Schriftsteller Akos Kertész hat in Kanada politisches Asyl beantragt. Der 79jährige Autor mit jüdischen Wurzeln sei am 29. Februar nach Kanada ausgereist und habe dort seinen Antrag gestellt, teilte sein Pressebüro am Sonntag mit. Kertész habe sich »nicht gegen Ungarn und das ungarische Volk entschieden, aber gegen die derzeitige Regierung« der Halbnazis um Viktor Orban. Nach einem sehr kritischen Artikel über seine Landsleute, der im August in dem in den USA erscheinenden ungarischen Magazin Népszava veröffentlicht wurde, hatte es eine politische Kampagne gegen Kertész einschließlich Morddrohungen gegeben. Unter anderem wurde dem Schriftsteller seine Ehrenbürgerschaft von Budapest aberkannt.
In dem Artikel hatte Kertész das ungarische Volk wegen seiner Rolle im Holocaust als »genetisch minderwertig« bezeichnet und seinen Landsleuten vorgeworfen, nie die Verantwortung für die Ermordung von mehr als 400 000 jüdischen Ungarn übernommen zu haben. Da Ungarn hierfür niemals um Entschuldigung gebeten habe, werde es auch keine »Absolution« erhalten. Später änderte Kertész seinen Artikel und strich die Formulierung »genetisch minderwertig«."
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samedi 3 mars 2012
Schrecklicher Verdacht: Ist Joachim Gauck Orban-kompatibel?

Der rot-grün-schwarz-gelbe Präsidentschaftskandidat erhält Schützenhilfe seitens eines Pfeilkreuzlers:
"Joachim Gauck ist ein guter Mann, den man in Ungarn hochschätzt. Seine persönlichen Erfahrungen sind wichtig für Deutschland. Europa wird nur zusammenwachsen können, wenn die Erfahrungen Osteuropas mit den totalitären Systemen in ganz Europa zur gewürdigt werden. Ungarn hatte immer auch ein besonderes Verständnis für die deutsche Kultur." (Gábor Tallai, Programmdirektor des "Hauses des Terrors", Budapest)
Was etwa in den Massenmorden an Juden und Serben in der Vojvodina im Januar 1942 zum Tragen kam.
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dimanche 29 novembre 2009
Antirepublikanischer Pogrom

In den vergangenen Wochen manifestierte sich das antisemitische Ressentiment einer braun-"rot"-grünen deutschen "Linken" verschiedenenorts in Sponti-Gewaltakten gegen das Recht der Verteidiger der israelischen Souveränität auf Meinungsäußerungs- und Versammlungsfreiheit. Die Akteure dieses Pogroms gegen die Republik nimmt Thomas Becker, wie folgt, aufs Korn:
Dieselben Rotznasen, die kein Buch lesen und keinen Brief schreiben können, sich aber allemal einbilden, sie hätten mehr zu melden als ein Professor, überall mitreden wollen, aber nie zuhören, die nichts gelernt haben und nichts wissen wollen, weil sie es besser wissen, diese Bande von nervösen, zappeligen, rasselnden Analphabeten beweist erst da, was wirklich in ihr steckt, wo sie, den Amokläufer hinter sich lassend, politisch wird: als auftrumpfende Lernunfähigkeit. [...] In Hamburg war es vor ein paar Wochen ein Mob umfinsterter Antiimperialisten, ein Stoßtrupp als Judennazis verkleideter Antizionisten, die mit geballten Fäusten und dem Schlachtruf: „Ihr Judenschweine“ die Vorführung eines Dokumentarfilms des Holocaustüberlebenden und Résistance-Kämpfers Claude Lanzmann verhinderten, den sie, in ihrem überlegenen Unwissen, als „zionistische Propaganda“ verurteilt hatten. Zwei Wochen später nahmen sie sich in Bielefeld den Journalisten Karl Pfeifer vor, der den Holocaust durch die Flucht aus Wien über Budapest nach Israel überlebte, wo er bei der Palmach, dem Vorläufer der israelischen Streitkräfte, gegen die palästinensischen Milizen des in die Arme des Führers nach Berlin geflohenen Großmufti von Jerusalem, Amin Al Husseini, kämpfte, was ihm die autonomen Hausverwalter des Bielefelder Arbeiterinnenjugendzentrums bis auf den heutigen Tag nicht vergessen haben, und ihm deshalb verboten, in ihren Räumen [...] einen Vortrag über den Zigeuner- und Judenhass in Ungarn zu halten. Das einzige, was das linksdeutsche Gesindel aus der Geschichte gelernt hat, ist, dass ein Jude nicht gekämpft, sich nicht verteidigt haben darf, um ihnen als würdiges Opfer zu dienen. Zugegeben, für derlei Irrwitz darf man nicht die Lernunfähigkeit der Schüler und Studenten alleine verantwortlich machen, denn den haben ihnen ihre Eltern und Lehrer schon beigebracht, die Altachtundsechziger, jene deutschlinken Vorbildrevoluzzer, die den Antizionismus als ehrbaren Antisemitismus damals erfunden hatten. Und deshalb sind wir heute alle gegen „den Krieg“, v.a. aber gegen den Krieg Israels gegen Hizballah und Hamas, den Krieg der Amerikaner gegen Taliban und Al Qaeda und gegen die iranischen Revolutionswächter, die sich mit Atomraketen bewaffnen, um den Judenstaat von der Landkarte zu radieren.* Und deshalb gibt es auch in Bielefeld keine Antifa mehr. Gäbe es noch eine, sie würde auf der Heeper, der Teutoburger und der August-Bebel Straße demonstrieren und die sofortige Schließung aller antisemitischen Zentren fordern: AJZ, IBZ und IZB.
Genaueres über den Vorfall in Bielefeld nachzulesen gibt es u.a. hier: http://www.redok.de/content/view/1581/36/
* Ein "Krieg der Amerikaner" gegen die Islamische "Republik" Iran existiert freilich nur in der Phantasie der "antiimperialistischen" Weißwäscher des khomeinistischen Islamofaschismus. - Anm. von mir, Daniel L. Schikora.
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mardi 29 septembre 2009
Geschichtspolitik (2)

In seiner Rede vor der UNO führte der diktatorisch regierende Präsident Georgiens, Michail Saakaschwili, aus, sein Land sei
"vor einem Jahr von jenen überfallen worden, deren 'Vorfahren' in Polen, Finnland, Ungarn, die Tschechoslowakei und Afghanistan einmarschiert waren sowie die Stadt Grosny 'dem Erdboden gleich gemacht haben'." (RIA Novosti, 25.9.2009)
Als Repräsentant eines antirussischen Frontstaates beruft sich Saakaschwili somit expressis verbis auf die Traditionen Mannerheim-Finnlands, das 1941 auf der Seite Hitler-Deutschlands die Sowjetunion bekriegte, der afghanischen und arabischen Islamisten, die seit den 1970er Jahren terroristische Anschläge gegen die Institutionen des säkularen afghanischen Staates verübten, und der tschetschenischen Islamisten, die 1999 in russischem Territorium die Scharia einführten und zur Ausrottung der jüdischen Bevölkerung aufriefen.
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