Im November vergangenen Jahres trat auf einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Erfurt der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) der Rostocker Politclown Alexander Will auf - unter Angabe des Fantasietitels "Sprecher der DIG Rostock". Da es eine DIG-Arbeitsgemeinschaft Rostock nicht gibt, musste ihm diese Hochstapelei ziemlich schnell um die Ohren fliegen. Nach der Desavouierung seiner Selbstmandatierung scheint Herr Will seine politischen Aktivitäten weitgehend in den virtuellen Raum verlegt zu haben - zu meinem Unglück, denn dort gebärdet er sich mir gegenüber, "einem Putin-Verehrer, der jede noch so grausame Schandtat dieses Gangsterbosses irgendwie zu rechtferftigen [sic] weiß, einem Menschen, der weiterhin seit einigen Monaten in seinen Texten für das völkische Konzept des 'Souveränismus' eintritt", als irrer Stalker.
Seine Verortung des Souveränismus ist vielleicht eine Frage der Perspektive: Wenn Jean-Pierre Chevènement oder Pierre Lévy Völkische sind, so ist der von Herrn Will unterstützte Aufruf für die djihadistischen Mordbrenner der sog. Freien Syrischen Armee (http://syrianfreedom.de) ein flammendes Plädoyer für die Menschenrechte von Alawiten, Christen, Kurden, Schiiten ... in Syrien, und Gestalten wie die Erstunterzeichner Thomas Osten-Sacken und Henryk M. Broder, letzterer ein engagierter Trommler für eine Liquidation des rechtsstaatlichen Folterverbots, sind Verfechter der Universalität der Menschen- und Bürgerrechte.
Welche "noch so grausamen Schandtaten" Putins, die ich zu rechtfertigen wisse, hat Herr Will nun aber im Auge? Lassen wir, um dies wenigstens ex negativo ermitteln zu können, Herrn Will noch einmal selbst zu Wort kommen:
"Ich denke, man kann (und konnte) bei Leuten wie Schikora und Elsässer auch einen sehr starken Hang zu einem dichotimen [sic] Weltbild feststellen, alles ist immer entweder absolut gut oder dem Untergang gewidmet. Also z.B. erkennt man auf dem Maidan Gruppen, die Russen und Juden ermorden wollen, ergo muss der Maidan schlecht sein und die Gegenseite gut."
Merke: Wer Russen und Juden ermorden will, muss deshalb noch lang kein schlechter Mensch sein. In dieser Perspektive muss es Moskau als besonders grausame Schandtat angelastet werden, dem Rechten Sektor den Zugang zur Krim versperrt zu haben. Warten wir ab, wie lange es dauert, bis ein vermeintlicher Israelfreund wie Herr Will, in der gleichen Logik, sich die Freyheit nehmen wird, die jüdische Republik einer unstatthaften Begrenzung der Reisefreiheit von Aktivisten der Muslimbruderschaft zu bezichtigen.
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jeudi 29 janvier 2015
lundi 30 septembre 2013
Zivilstaat oder Deutsch-Europa: Zum 75. Jahrestag des Münchener Abkommens
"L'éboration du système en question trouva son expression dans la création de la Yougoslavie, qui réunit les Serbes, les Croates et les Slovènes, de la Roumanie, qui a rassemblé tous les Roumains de la Grande Roumanie, et de la Tchécoslovaquie ainsi que d'une Autriche et d'une Hongrie limitées à leur territoire ethnique. Ainsi s'est accomplie une œuvre de justice vis-à-vis des peuples de l'ancienne monarchie, en même temps qu'a été gagné un gage de sécurité et d'équilibre politique en Europe centrale."
Joseph Chmelař*
"[...] Läßt es sich denn vergessen, daß unter den unheilvollen Ordnungen, die der deutsche Faschismus in dem von ihm versklavten 'neuen Europa' einführen wollte, die Zerstückelung der staatlichen und nationalen Einheit der Tschechen und Slowaken an führender Stelle stand? Diese Einheit war den Prätendenten auf eine 'tausendjährige' Herrschaft über die Völker Europas ein Dorn im Auge."
Leonid Iljitsch Breshnew**
"[...] la Yougoslavie et la Tchécoslovaquie, voulues par la France et la Grande-Bretagne en 1919, et jadis piliers de la 'Petite Entente', ont aujourd'hui disparu de la carte au profit d'une myriade de petits États évoquant la Kleinstaaterei du Saint Empire romain germanique. [...]"
Jean-Pierre Chevènement***
* Le problème allemand en Tchécoslovaquie, Prague 1936, 25, Hervorhebung im Original.
** Ansprache in Bratislava während eines Essens zu Ehren der sowjetischen Partei- und Regierungsdelegation, 1. Juni 1978, in: L. I. Breshnew, Auf dem Wege Lenins (= Reden und Aufsätze Band 7, Januar 1978 - März 1979), Berlin 1980, 399-400.
*** La France est-elle finie ?, Paris 2011, 110.
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mercredi 10 avril 2013
Elsässer verteidigen Departement als Grundeinheit der einen und unteilbaren Republik

"L'ancien ministre Jean-Pierre Chevènement (MRC) s'est félicité dimanche soir du 'grand bon sens' des Alsaciens qui ont rejeté le projet de fusion de leurs collectivités.
'Comme les Corses en 2003, les Alsaciens, dans leur grand bon sens, ont rejeté un projet visant à supprimer les départements, unité de base de la République française depuis 1791', a déclaré à l'AFP le président d'honneur du Mouvement républicain et citoyen.
Selon lui, 'les Français sont attachés aux départements par plus de deux siècles d'histoire. Ils y voient à juste titre un échelon de proximité que la région ne sera jamais, ainsi que le symbole de l'unité française'."
(http://www.chevenement.fr/Chevenement-MRC-se-felicite-du-grand-bon-sens-des-Alsaciens_a1478.html)
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vendredi 31 août 2012
Deutsch-europäische Fatwa gegen Hellas
Ein antikommunistischer Ideologieproduzent mit proislamistischer und prodeutscher Schlagseite, der Neue Philosoph André Glucksmann, verkündet im deutsch-europäischen Flaggschiff DER SPIEGEL eine Fatwa gegen Hellas: "[...] Dann der Sonderfall Griechenland: Das Land ist eine Art Isolat mit einer furchtbar chaotischen Geschichte seit der Unabhängigkeit 1830 und auch noch nach 1945, mit Bürgerkrieg und Militärdiktatur", die die britischen und amerikanischen Antitotalitaristen dem Land aufzwingen mussten, nachdem es die Deutschen nicht geschafft hatten, es zu einer kommunistenfreien Zone zu machen. "Griechenland liegt in vielem quer in Europa: antideutsch, proserbisch, oft prorussisch." Wie gestern de Gaulle und heute Chevènement. Oder mein Blog, ein Hort intransingenter Germanophobie.
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vendredi 25 avril 2008
Kommunistisch-nationalistische Allianz?: Ein Gespenst geht um in EU-Europa

"Weil Deutschland noch immer die Nation diabolisiert, neigt es zur Flucht ins Postnationale. Da findet es sich im wehmütigen Traum einer Art von Föderation, die unterschiedliche Teile möglichst regional so zusammenhält, wie das im Heiligen Römischen Reich der Fall war ..." (Jean-Pierre Chevènement, Juni 2000)
Der Vorsitzende des Verfassungsausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen (SPD), hat den europapolitischen Diskurs unserer Republik um den folgenden Brillanten bereichert:
"Mit dem Nein zum Lissabon-Vertrag verbündet sich Lafontaine mit Nationalisten und Kommunisten in Europa".
Nationalisten und Kommunisten: Waren dies nicht - so mag der gute deutsche EU-Untertan, Verzeihung: -Verfassungspatriot, grübeln - jene bösen Buben, die ab 1938 in der Tschechoslowakei, ab 1939 in Polen, ab 1940 in Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, Norwegen, ab 1941 in Jugoslawien und Griechenland kein Verständnis dafür aufzubringen vermochten, daß ihre Nationen ihre Souveränitätsrechte einer sozusagen "postnationalen" Neuordnung des Kontinents opfern sollten?
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