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dimanche 19 mai 2013

Antinationale des Monats: Schottische UKIP-"Kritiker"



Bereits wenige Jahre nach dem Anschluss der DDR an die Bundesrepublik Deutschland und der - von dieser maßgeblich vorangetriebenen - Zerschlagung Jugoslawiens und der Tschechoslowakei diagnostizierte der französische Patriot Pierre Gallois* das Umsichgreifen einer Supranationalität deutschen Verständnisses auch im westlichen Europa: Es ist von Selbständigkeit die Rede, die auch in Frankreich um sich greifen soll. Die Korsen, die Savoyer, die Basken, die Elsässer, die Lothringer, nicht zuletzt die Bretonen und Aquitanier - Menschen sämtlicher Regionen sollen ihre Unabhängigkeit erkämpfen, ja die Bevormundung des zentralistischen Staates abschütteln. Dies gilt ebenso für das spanische Baskenland und für Katalonien, das sich bereits als souveräner Regionalstaat gebärdet. Auch Norditalien soll 'unabhängig' werden. (...) In Belgien würden Flamen gegen Wallonen ausgespielt. Sogar Großbritannien, das in Nordirland mit der IRA zu kämpfen hat, erlebt zur Zeit das Wiederaufflammen eines recht merkwürdigen schottischen Separatismus.

Der totalitäre Herrschaftsanspruch des archaistischen schottischen Separatismus manifestierte sich jüngst in gewalttätigen Protesten gegen die UK Independence Party, also die Partei der Verteidigung des nach demokratisch-parlamentarischen Prinzipien organisierten bürgerlichen Nationalstaates gegen die EU, in Edinburgh. Der UKIP-Vorsitzende Nigel Farage sei, wie das stets verlässlich deutsch-europäischer Leit"kultur" verpflichtete Portal SPIEGEL ONLINE feixend berichtet, als Rassist beschimpft worden, der nach England zurückgehen solle; die Pressekonferenz musste abgebrochen werden, denn der Kneipenwirt wollte keinen Ärger - und machte daher von seinem Hausrecht nicht nur zulasten der Störer, sondern auch zulasten Farages Gebrauch. Dieser bemerkte mit Blick auf das Verhalten der "Demonstranten" treffend:

"Wenn das das Gesicht des schottischen Nationalismus ist, ist es ziemlich hässlich", sagte Farage. Die Demonstranten seien "faschistischer Abschaum" und "voller Hass gegen Engländer".

Eine Formulierung, die auch den mecklenburg-vorpommerischen Geschichtspolitiker Dr. Norbert Nieszery recht gut beschreibt (siehe: http://dighochschulgruppe.wordpress.com/2012/04/21/geschichtsrevisionismus-ist-flachendeckend-zu-achten-pm-vom-28-02-2012/). Hätte gegen dessen (politische) Vorfahren London 1940 nicht verteidigt werden können, so müsste die politische "Kultur", wie sie gegenwärtig die Parteigänger der Barbarei in Gestalt des schottischen Tribalismus ebenso verkörpern wie hierzulande die gesamte pro(deutsch)europäische "Linke", tatsächlich eine "paneuropäische" genannt werden: Auch das Deutsch-Europa von 1940 kann - frei nach Pierre Gallois - als Projekt des "Vermehren(s) der Regionalkräfte" und des "Niederhalten(s) der Nationalstaaten" gefasst werden. Dumm nur für die Feinde der Zivilisation, dass es Deutsch-Europa damals nicht gelang, - in den Worten des Nazismus- (und Djihadismus-)Apologeten Ernst Nolte - bis zum Ende des Jahres 1941 die Sowjetunion niederzuschlagen, dadurch England friedenswillig zu machen sowie die USA von einer Intervention abzuschrecken**!

* Pierre Gallois: Deutsches Europa oder europäisches Deutschland?, in: Walter von Goldendach / Hans-Rüdiger Minow: Von Krieg zu Krieg. Die deutsche Außenpolitik und die ethnische Parzellierung Europas. Mit einem Vorwort von Pierre Gallois. Nachwort von Annelie Buntenbach. Berlin 1997, 20.

** Ernst Nolte: Späte Reflexionen. Über den Weltbürgerkrieg des 20. Jahrhunderts. Wien 2011, 167.

jeudi 14 juillet 2011

Zum 14. Juli


"Unter den Klängen des Freiheitsliedes von Rouget de l'Isle, zu dem sich die Internationale gesellte, marschierten am 14. Juli 1936 eine Million Männer und Frauen von der Bastille zum Platz der Nation. [...] Die Kommunisten waren der Meinung, das Heer müsse imstande sein, die Sicherheit des vom Faschismus bedrohten Landes zu wahren. Sollte der Angriff abgeschlagen werden, zu dem die ausländischen Feinde der französischen Demokratie übergingen, dann durfte das Heer nicht die Beute ihrer Bundesgenossen im Inland sein. Nach dem schönen Wort von Jaurès muß die Armee der Republik 'mit der Nation ein Ganzes bilden'. [...]" (Maurice Thorez, 1951)

"[...] Zum Beispiel Frankreich, wo 40.000 Gefallenen-Denkmäler an zwei Weltkriege erinnern, in denen französische Soldaten das gesamte Staatsterritorium verteidigten, egal ob am Rhein oder am Atlantik, ob am Kanal oder in den Pyrenäen. Sie hatten unter dem Schutz der Gesetze der Republik gelebt, die ihre Provinz oder ihr Dorf umschloß. Dafür, nicht allein für ihre Provinz oder ihr Dorf, starben sie. [...]" (Pierre Gallois, 1997)

"Angesichts der drohenden Beherrschung Europas durch einen Sieg des deutschen Imperialismus in Maastricht den bürgerlichen Nationalstaat und die Grenzen in Europa gegen das völkische Europakonzept des Faschismus, 1789 gegen 1933, den Citoyen gegen den expansionistischen Bourgeois verteidigen zu müssen, [...] beweist in der Tat einen 'Riesensprung nach rückwärts'." (Stefan Eggerdinger, 1997)