jW, 19.2.2015:
In einer aufsehenerregenden Rede setzte Indiens Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi ein lange erwartetes Zeichen. Auf einer christlichen Veranstaltung distanzierte er sich unmissverständlich von den jüngsten Übergriffen und Gewaltakten gegen kirchliche Einrichtungen. Seine Regierung werde "völlige Glaubensfreiheit" für alle Bürger gewährleisten, versicherte Modi.
(...) Man werde keiner religiösen Gruppe erlauben - ob sie der Mehrheit oder Minderheiten angehört -, offen oder verdeckt zu Hass gegen andere anzustacheln. "Meine Regierung wird allen Glaubensbekenntnissen gleichen Respekt zollen", sagte Modi und verwies darauf, dass Indien schließlich das Land Buddhas und Mahatma Gandhis ist. Er verurteilte jegliche Gewalt gegen irgendeine Religion scharf.
Völlig unerwartet nahm der Regierungschef, dessen Indische Volkspartei (BJP) hindunationalistisch ausgerichtet und mit radikalen Hindugruppen verbandelt ist, an einer Feierstunde anlässlich der Heiligsprechung zweier Christen aus dem Bundesstaat Kerala teil. (...)
Indiens Hindunationalisten wollen das Land zu einem "Hindu-Reich" machen. (...)
Zuletzt kam es immer wieder zu Angriffen auf kirchliche Einrichtungen. Innerhalb von vier Monaten legten sie allein in Delhi fünf Brände in Kirchen. In der vergangenen Woche demolierten sie eine Missionsschule in der Hauptstadt.
Modi sah sich daraufhin veranlasst, Delhis Polizeichef einzubestellen und von ihm ein entschiedenes Vorgehen gegen die Angreifer zu fordern. Zugleich machte das Innenministerium Druck auf die Sicherheitskräfte, die Ermittlungen in all diesen Fällen zu beschleunigen. Minister Arun Jaitley bezeichnete den Vandalismus gegen Kirchen als "inakzeptable Verirrungen". Die Regierung scheint nun zum Schutz von Minderheiten ernsthaft Maßnahmen zu ergreifen. So arbeitet sie an einem Gesetz, das rassistische, kulturelle oder religiöse Diskriminierung sowie Missachtung von Behinderten unter Strafe stellt.
(...)
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lundi 23 février 2015
Ein Plädoyer für Republikanität
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mardi 28 octobre 2014
In eigener Sache
Gestern wurden mir Liebesgrüße eines Zeitgenossen zuteil, der sich erklärtermaßen darüber Sorgen macht, dass eine Nichtbekämpfung von Islamhass den Antisemitismus begünstige:
Was mich anbelangt, werde ich dem "Rat" von Antisemiten und Fellow Travellers des Djihadismus, mich ausgerechnet von zwei Parteien zu distanzieren, die für bürgerliche Demokratie (mithin für die bürgerliche Rechtsgleichheit von Juden, Christen, Hindus und Muslimen) und gegen antisemitische Barbarei eintreten, nicht folgen. Warum sollte ich das Band der (kritischen) Solidarität zerschneiden, das jeden deutschen Demokraten und Antifaschisten mit der Partei, die derzeit an der Spitze des Widerstandes britischer Patrioten gegen Deutsch-Europa steht (eine Linkspartei in dieser Position wäre mir allerdings lieber), und mit der Partei, die als führende Regierungspartei ein Riesenland beherzt vor dem Zugriff von Imperialismus und Djihadismus bewahrt, verbindet?
Konservative Demokraten können politische Gegner sein. Antisemiten hingegen sind meine Todfeinde. Es ist zu begrüßen, wenn dieses Pack durch die jüngsten Wahlen in Indien wie in Großbritannien eingeschüchtert werden konnte.
P. S.: Zu Programm und Auftreten der AfD habe ich mich hier geäußert: http://dighochschulgruppe.wordpress.com/2014/05/24/kein-unbedenklichkeitszeugnis/.
"(...) Ich rate ihnen sich in Zukunft von Organisationen wie AfD, UKIP oder der indischen BJP deutlich zu distanzieren. Das Band der Solidarität darf an keiner Stelle zerschnitten werden, sonst ist es zu schwach um überhaupt irgendeine Minderheit zu schützen.Der wackere "Kritiker" von AfD, UKIP und BJP hat keinen Grund, sich für einen Juden zu erklären, weil er im gegenwärtigen Deutschland keinen Antisemitismus entdecken kann, wohl aber einen grassierenden Muslimhass. Er erklärt sich für einen Muslim, wenn Muslime daran gehindert werden, "Juden ins Gas!" zu grölen, wodurch sie in ihrem "Recht" auf Pogromhetze beeinträchtigt werden, er ist sogar Muslim, wenn - wie im gegenwärtigen Deutschland - Muslime NICHT daran gehindert werden. Das "Band der Solidarität" darf an keiner Stelle zerschnitten werden - weshalb Mitglieder der Politsekte, der er angehört, an Zusammenrottungen djihadistischer "Demonstrationen" gegen Israel und die Juden teilnahmen.
"Ich bin Jude, wenn du was gegen Juden hast.
Ich bin schwul, wenn du was gegen Schwule hast.
Ich bin Muslim, wenn du was gegen Musime hast."
usw.
Das sollten sie sich zu Herzen nehmen. Israel und alle Juden werden beim Kampf gegen jede Form des Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit und der Unterdrückung von Minderheiten mitverteidigt, denn wenn man eine Form der Barbarei zulässt ist es nur eine Frage der Zeit bis sie sich auch wieder gegen Juden richtet."
Was mich anbelangt, werde ich dem "Rat" von Antisemiten und Fellow Travellers des Djihadismus, mich ausgerechnet von zwei Parteien zu distanzieren, die für bürgerliche Demokratie (mithin für die bürgerliche Rechtsgleichheit von Juden, Christen, Hindus und Muslimen) und gegen antisemitische Barbarei eintreten, nicht folgen. Warum sollte ich das Band der (kritischen) Solidarität zerschneiden, das jeden deutschen Demokraten und Antifaschisten mit der Partei, die derzeit an der Spitze des Widerstandes britischer Patrioten gegen Deutsch-Europa steht (eine Linkspartei in dieser Position wäre mir allerdings lieber), und mit der Partei, die als führende Regierungspartei ein Riesenland beherzt vor dem Zugriff von Imperialismus und Djihadismus bewahrt, verbindet?
Konservative Demokraten können politische Gegner sein. Antisemiten hingegen sind meine Todfeinde. Es ist zu begrüßen, wenn dieses Pack durch die jüngsten Wahlen in Indien wie in Großbritannien eingeschüchtert werden konnte.
P. S.: Zu Programm und Auftreten der AfD habe ich mich hier geäußert: http://dighochschulgruppe.wordpress.com/2014/05/24/kein-unbedenklichkeitszeugnis/.
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jeudi 17 juillet 2014
Informationspolitik für Deutsch-Europa (17)
„Statt religiöse Gewalt grundsätzlich zu verurteilen, neigen westliche Beobachter leider dazu, sich in theologische Debatten darüber zu verstricken, wem eine umstrittene 'heilige' Stätte 'wirklich' gehöre, und sich ganz auf die Seite einer der beiden streitenden Religionen zu schlagen. Im Fall des zwischen Juden und Moslems umstrittenen Tempelbergs in Jerusalem etwa unterstützt der Mainstream den Exklusivitätsanspruch der Moslems (Juden, die dort still beten wollen, werden in deutschen Medien häufig als 'Provokateure' oder 'Radikale' bezeichnet).
Im Fall Ayodhya gibt es eine ähnliche Tendenz. Beispielhaft dafür ist ein gerade erschienenes Buch des Journalisten Dominik Müller, der immer wieder als Indien-Experte zu Wort kommt. Er zitiert einen 'renommierten Historiker', der meint, daß Babur, der Begründer des indischen Mogulreichs und Bauherr der Moschee, ganz bestimmt keine Tempel zerstört habe, da er eine 'tolerante Haltung gegenüber anderen Religionen' gehabt habe. Babur hat uns allerdings Memoiren hinterlassen (das Baburnama), in denen er selbst schreibt, wie er die 'Ungläubigen tötet', Kriegsgefangenen die Köpfe abschneiden und diese zu Haufen auftürmen läßt. Nicht sehr tolerant. Auf derselben Seite zitiert Müller einen 'Hindu-Nationalisten', der sagt, daß die islamischen Eroberer 'getötet, gefoltert, vergewaltigt und geheiligte Hindu-Stätten völlig zerstört' haben. Diese historische Tatsache nennt Müller 'manipulierte Geschichtsschreibung'.
Ein weiteres Beispiel für die einseitige Sicht auf den Konflikt zwischen Hindus und Moslems, die in Deutschland verbreitet ist, sind Müllers Ausführungen über das Pogrom von Gujarat (dem Bundesstaat, in dem Modi bislang Gouverneur war), das Hindus am 28. Februar 2002 in der Hauptstadt Ahmedabad an Moslems verübt haben. Müller beschreibt es wahrheitsgemäß und ausführlich. Diese Gewissenhaftigkeit läßt er aber vermissen, wenn er den Auslöser nennt, einen Angriff auf Hindu-Pilger am Tag zuvor. Den erwähnt er nur in einem Halbsatz: Die Hindus fingen an zu marodieren, so Müller, 'nachdem ein Zugwaggon mit Hindutwa-Pilgern nach einer Attacke von Muslimen ausgebrannt war'. Die Hauptsache fehlt: Es war nicht bloß ein Waggon, der ausbrannte, es waren Menschen, die am 27. Februar 2002 in jenem Zug verbrannt wurden, 59 an der Zahl, darunter 15 Kinder. Das sollte man doch erwähnen.
Islamische Terroristen wie die, die 2008 in Mumbai 150 Menschen ermordeten und dabei gezielt nach Juden suchten (die sie vor der Hinrichtung folterten), sind für Müller bloß 'in der Wahrnehmung der Regierung' eine Bedrohung. Sein Buch wurde übrigens von zahlreichen deutschen Stiftungen gefördert, unter anderem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von Brot für die Welt / Evangelischer Entwicklungsdienst.“
(Stefan Frank, Modi operandi, in: KONKRET 7/2014, 36 f.)
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