NZZ, 22.9.2014:
"Peter Handke, dem am Sonntag im Nationaltheater Oslo der Ibsen-Preis verliehen worden ist, verzichtet auf den Geldbetrag der mit rund 330 000 Franken dotierten, vom norwegischen Staat gestifteten Auszeichnung. Wegen seiner Haltung zu den Balkankriegen und Slobodan Milosevic wurden Handke in Norwegen «Bagatellisierung und Trivialisierung von Kriegsverbrechen» vorgeworfen.
In den letzten Tagen hatte sich die Anti-Handke-Stimmung verschärft. So erklärte Bernt Hagtvet, Professor für Staatswissenschaften und Spezialist für Menschenrechtsfragen, an einer öffentlichen Veranstaltung, wenn man Handke den Ibsen-Preis verleihe, hätte man ebenso gut Joseph Goebbels mit dem Immanuel-Kant-Preis auszeichnen können. Hagtvet forderte Handke auf, das Preisgeld an die Opfer des Massakers von Srebrenica weiterzuleiten. Der Vorsitzende des norwegischen PEN, William Nygaard, forderte die vom Kulturministerium ernannte Jury auf, schleunigst zurückzutreten. Demgegenüber meinen bekannte norwegische Schriftsteller wie Karl Ove Knausgård oder Jon Fosse, Handke habe gar den Literaturnobelpreis verdient.
Der Gang zum Nationaltheater am Sonntag wurde für Peter Handke zum Spiessrutenlaufen. Er musste sich einen Weg durch eine wütende Menge bahnen, nach Angaben des norwegischen Fernsehens waren viele Bosnien- und Kosovo-Flüchtlinge erschienen. Beinahe wäre es zu einem Handgemenge gekommen. Die Demonstranten skandierten «Faschist, Faschist». Einem Reporter der norwegischen «Tagesschau» sagte Handke auf die Frage nach seiner Botschaft für die Demonstranten: «Gott segne sie.» Darauf fragte der Reporter, ob er die Demonstranten damit provozieren wolle. «Nein», entgegnete Handke lächelnd, «ich wollte ihnen in die Augen blicken.» In seiner auf Englisch gehaltenen Dankesrede fuhr er gröberes Geschütz auf: «Fahrt zur Hölle. Dort seid ihr schon. Schande über all jene, die die Demokratie missbrauchen und der Ignoranz, dem Hass, der Lüge in den sogenannten Medien Raum geben – und das im Namen der Demokratie.»
Am Montag fand der zweite Akt der Verleihungszeremonie in Henrik Ibsens Geburtsstadt Skien statt. Handke hielt eine Rede über sein Verhältnis zu Ibsen. Wie danach der Vorsitzende der Jury, Per Boye Hansen, dem Radio mitteilte, wolle Handke den Preis zwar behalten, er verzichte aber auf das Preisgeld. Peter Handke meine, er sei in Norwegen auf eine unwürdige Art und Weise empfangen worden. Einen Teil des Preisgeldes lasse er einem Kinderschwimmbad in Kosovo zukommen, der Rest bleibe beim norwegischen Staat."
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mardi 23 septembre 2014
Handke und die Arschlöcher 2.0
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samedi 17 mai 2014
Gründeutsche Mordspatrioten (2)
jW, 17.5.2014:
"Der taz-Kriegskorrespondent Erich Rathfelder gehört zu den Journalisten, deren Auftauchen signalisiert: Hier schießen bald wieder Deutsche scharf – oder lassen schießen. Seine antiserbischen Tiraden in der taz aus den 90er Jahren, zu einer Zeit, als die Grünen gerade beschlossen (1995), demnächst aus der NATO auszutreten, waren richtungweisend. Als er im Sommer 1998 im Kosovo ein Massengrab durch Hörensagen »entdeckte« und die genaue Zahl der dort verscharrten Toten sofort lieferte, hievte die damalige taz-Chefredaktion unter Barbara (Bascha) Mika die Story auf Seite eins. ARD-Korrespondent Friedrich Brebeck konstatierte damals, der »Erich« habe »etwas berichtet, was nicht passiert ist«. Geschadet hat das Lügengeschäft Rathfelder nicht. Aber nach den Bundestagswahlen 1998 bildeten SPD und Grüne eine Koalition, die sofort mit den Kriegsvorbereitungen gegen Jugoslawien begann. Die gröbste Hetze übernahmen Kanzler Gerhard Schröder, Außenminister Joseph Fischer und Kriegsminister Rudolf Scharping persönlich, Rathfelder durfte Nebenarbeiten verrichten. (...)
Aber deutsche Kriegsparteien vergessen keinen, der sich als Wahrheitsschlächter verdient gemacht hat. Am 13. Mai war es für Rathfelder soweit. Er durfte sich in der taz unter dem Titel »Vom Bosnienkrieg lernen« als »Fernfuchtler« (Peter Handke) zu Ukraine, Rußland, Putin und allem drumherum äußern. (...) Rathfelder inszeniert einen Ähnlichkeitswettbewerb zwischen dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Das ist nach den bisher vorherrschenden Hitler- und Stalin-Vergleichen geradezu originell. Die Gemeinsamkeit des Serben und des Russen besteht bei Rathfelder darin, daß er beide nicht mag, daher wird aus seinem Vergleich schnurstracks eine Gleichsetzung.
Bei Rathfelder geht das so: »Die Verbindung der aus dem Kommunismus stammenden totalitären Machtstrukturen mit dem serbischen Nationalismus führte in einen Eroberungskrieg, inklusive ethnischer Säuberungen.« Das stellt zwar die Dinge auf den Kopf, weil es die von außen betriebene Auflösung Jugoslawiens unterschlägt, gegen die sich Serbien wehrte. Aber Daten und Abläufe stören einen wie Rathfelder nicht weiter.
Ähnlichkeiten sieht der taz-Mann in der »Reaktion aus Moskau« auf die Maidan-Proteste in Kiew: »Wie in Serbien versuchte die russische Propaganda, die politischen Gegner auf dem Maidan als ›faschistische‹ Bewegung darzustellen und die geschichtlichen Erfahrungen der russischen Bevölkerung mit dem Eroberungs- und Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten 1941 bis 1945 für die jetzige Politik zu instrumentalisieren.« Auch die serbische Propaganda habe die Erinnerung an die Schrecken der kroatischen Ustascha-Herrschaft 1941 bis 1945 genutzt. (...)
Bleibt anzumerken: Der taz-Artikel erschien elf Tage nach dem Pogrom von Odessa gegen Linke und Maidan-Gegner, vier Tage nach dem Massaker, das die ukrainische »Nationalgarde« zusammen mit kriminellen, von Oligarchen ausgestatteten Banden in Mariupol veranstaltet hatte. Von diesen Verbrechen steht bei Rathfelder kein Wort, die Berichterstattung in den meisten deutschen Medien tendierte gegen Null. Wer neofaschistische Verbrechen beschweigt, benötigt keine moralische Rechtfertigung mehr wie in den 1990er Jahren, als die Kriege des Westens in »humanitäre Interventionen« umbenannt wurden. Für den Mord an Russen hat die deutsche Propaganda seit altersher nur die Begründung, die taz-Rathfelder liefert: Alles Kommunisten, also Faschisten, die Russen."
"Der taz-Kriegskorrespondent Erich Rathfelder gehört zu den Journalisten, deren Auftauchen signalisiert: Hier schießen bald wieder Deutsche scharf – oder lassen schießen. Seine antiserbischen Tiraden in der taz aus den 90er Jahren, zu einer Zeit, als die Grünen gerade beschlossen (1995), demnächst aus der NATO auszutreten, waren richtungweisend. Als er im Sommer 1998 im Kosovo ein Massengrab durch Hörensagen »entdeckte« und die genaue Zahl der dort verscharrten Toten sofort lieferte, hievte die damalige taz-Chefredaktion unter Barbara (Bascha) Mika die Story auf Seite eins. ARD-Korrespondent Friedrich Brebeck konstatierte damals, der »Erich« habe »etwas berichtet, was nicht passiert ist«. Geschadet hat das Lügengeschäft Rathfelder nicht. Aber nach den Bundestagswahlen 1998 bildeten SPD und Grüne eine Koalition, die sofort mit den Kriegsvorbereitungen gegen Jugoslawien begann. Die gröbste Hetze übernahmen Kanzler Gerhard Schröder, Außenminister Joseph Fischer und Kriegsminister Rudolf Scharping persönlich, Rathfelder durfte Nebenarbeiten verrichten. (...)
Aber deutsche Kriegsparteien vergessen keinen, der sich als Wahrheitsschlächter verdient gemacht hat. Am 13. Mai war es für Rathfelder soweit. Er durfte sich in der taz unter dem Titel »Vom Bosnienkrieg lernen« als »Fernfuchtler« (Peter Handke) zu Ukraine, Rußland, Putin und allem drumherum äußern. (...) Rathfelder inszeniert einen Ähnlichkeitswettbewerb zwischen dem früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Das ist nach den bisher vorherrschenden Hitler- und Stalin-Vergleichen geradezu originell. Die Gemeinsamkeit des Serben und des Russen besteht bei Rathfelder darin, daß er beide nicht mag, daher wird aus seinem Vergleich schnurstracks eine Gleichsetzung.
Bei Rathfelder geht das so: »Die Verbindung der aus dem Kommunismus stammenden totalitären Machtstrukturen mit dem serbischen Nationalismus führte in einen Eroberungskrieg, inklusive ethnischer Säuberungen.« Das stellt zwar die Dinge auf den Kopf, weil es die von außen betriebene Auflösung Jugoslawiens unterschlägt, gegen die sich Serbien wehrte. Aber Daten und Abläufe stören einen wie Rathfelder nicht weiter.
Ähnlichkeiten sieht der taz-Mann in der »Reaktion aus Moskau« auf die Maidan-Proteste in Kiew: »Wie in Serbien versuchte die russische Propaganda, die politischen Gegner auf dem Maidan als ›faschistische‹ Bewegung darzustellen und die geschichtlichen Erfahrungen der russischen Bevölkerung mit dem Eroberungs- und Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten 1941 bis 1945 für die jetzige Politik zu instrumentalisieren.« Auch die serbische Propaganda habe die Erinnerung an die Schrecken der kroatischen Ustascha-Herrschaft 1941 bis 1945 genutzt. (...)
Bleibt anzumerken: Der taz-Artikel erschien elf Tage nach dem Pogrom von Odessa gegen Linke und Maidan-Gegner, vier Tage nach dem Massaker, das die ukrainische »Nationalgarde« zusammen mit kriminellen, von Oligarchen ausgestatteten Banden in Mariupol veranstaltet hatte. Von diesen Verbrechen steht bei Rathfelder kein Wort, die Berichterstattung in den meisten deutschen Medien tendierte gegen Null. Wer neofaschistische Verbrechen beschweigt, benötigt keine moralische Rechtfertigung mehr wie in den 1990er Jahren, als die Kriege des Westens in »humanitäre Interventionen« umbenannt wurden. Für den Mord an Russen hat die deutsche Propaganda seit altersher nur die Begründung, die taz-Rathfelder liefert: Alles Kommunisten, also Faschisten, die Russen."
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dimanche 24 mars 2013
Zum 14. Jahrestag des Angriffskrieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien

"Seit dem 24. März sind Serbien, Montenegro, die Republik Srpska und Jugoslawien das Vaterland für alle, die keine Marsianer und grünen Schlächter geworden sind."
(Peter Handke, März 1999)
"Im Falle Jugoslawiens wurde deutlich, daß das Direktorium der NATO-Staaten nicht nur die UNO mit Verachtung behandelt hat, sondern alles getan hat, damit diese Verachtung von den Medien wahrgenommen wurde, so als ob man eine Botschaft in alle Himmelsrichtungen schicken wollte.
Und diese Botschaft ist klar:
- Die internationale Gesetzlichkeit, so wie sie in der Satzung der UNO festgelegt wurde, ist abgeschafft,
- Der Sinn und die Substanz der Staats-Souveränität sind abgeschafft,
- Das Gleichgewicht der Weltordnung ist abgeschafft."
(Mikis Theodorakis, April 1999)
"Nous voici réunis dans la même ferveur pieuse, dans le même sentiment profond de la justice, dans la même communion d'esprit pour commémorer le dixième anniversaire du martyre du peuple serbe, victime de la plus injuste, de la plus abominable, de la plus criminelle, de la plus sale des guerres dans l'histoire de l'humanité, la guerre que l'Otan a menée contre la Serbie tout au long du printemps 1999.
Et quand je dis cela, je pèse bien mes mots, car on n'a jamais vu dans l'histoire du monde une telle disproportion de forces en présence : d'un côté la plus grande et la plus puissante alliance militaire de tous les temps, l'Otan, représentant dix-neuf États, totalisant près d'un milliard d'individus et disposant de moyens illimités dans tous les domaines, et de l'autre côté un seul pays, la Serbie, comptant, elle, à peine dix millions d'âmes et ne disposant que de moyens militaires, politiques, économiques et médiatiques infimes par rapport à ceux de l'Otan.
Il va sans dire que la Serbie n'avait jamais fait le moindre tort à aucun des pays appartenant à la coupable, j'allais dire à la scélérate alliance. En fait la Serbie ne faisait que défendre la partie la plus sacrée de son territoire, le Kosovo, contre l'ennemi séculaire albanais. Par ailleurs, cette guerre, à la différence des autres, fut une guerre chimique, radiologique, polluant à jamais le milieu naturel et, par conséquent, meurtrière, non pas seulement pour ceux qui la subissaient à ce moment-là, mais pour les générations à venir, aussi bien des humains que d'autres êtres vivants.
[...]"
Komnen Becirovic, März 2009
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jeudi 6 décembre 2012
Peter Handke zum 70. Geburtstag
"Seit dem 24. März sind Serbien, Montenegro, die Republik Srpska und Jugoslawien das Vaterland für alle, die keine Marsianer und grünen Schlächter geworden sind." (Peter Handke, 1999)
"Ich werde von Tag für Tag zorniger. Plötzlich sind alle gegen den Krieg. Sogar Monsieur Chirac spricht davon, daß alles sein Recht haben muß. Aber in Jugoslawien, das mitgeholfen hatte, die Welt vom Nazitum zu befreien, war das Recht völlig egal (…) Das Recht war unwichtig, jetzt muß es plötzlich gewahrt werden. Deshalb will ich nicht mit dem Gesindel, das den Krieg gegen Jugoslawien befürwortet hat, in irgend etwas einstimmen. Die europäischen Staaten haben sich für alle Zeiten strafbar gemacht. Jetzt haben sie in Jugoslawien ihren Blutdurst gestillt – vor allem Deutschland hatte da ja einen gewissen Nachholbedarf –, und plötzlich sind alle diese Verbrecher für den Frieden." (Peter Handke, 2003)
Als Antidot gegen Bestrebungen, den "literarischen" vom "politischen" Peter Handke, den Dichter vom republikanischen Intellektuellen, zu trennen, sei an dieser Stelle an die Kontinuität der Parteinahme Handkes für die serbischen Opfer der Zerstörung der jugoslawischen Föderation erinnert. Wie Hermann Peter Piwitt 2006 in einem Kommentar zu der Hetzkampagne gegen den homo politicus Handke anlässlich der geplanten Verleihung des Heinrich-Heine-Preises der Stadt Düsseldorf an Handke gültig feststellte:
"Handkes Ruhm immerhin gestattete ihm jetzt, einer breiten Öffentlichkeit in Erinnerung zu bringen, was unsereins allenfalls noch in KONKRET oder im 'Freitag' sagen darf. Nämlich:
- Daß die Bombardierung einer der ehrwürdigsten Metropolen Europas ein barbarischer Akt war.
- Daß es verabscheuungswürdig war, den Bürgerkrieg zu riskieren, als man Nationalisten jugoslawischer Einzelstaaten ermunterte, 'ihren' Staat zu machen, obschon alle Volksgruppen Jugoslawiens mittlerweile überall im Staatenbund zu Hause waren.
- Daß es bei den Kriegen geopolitisch darum ging, alte Raumordnungspläne gegenüber dem ('Serbien muß sterbien') 'Erzfeind' umzusetzen und den letzten vergleichsweise plausiblen sozialistischen Staat Europas vom Kontinent zu löschen.
- Und schließlich, daß die 'biologische Lösung' die Anklage des Internationalen Gerichtshofs augenscheinlich vor einer Blamage rettete."
(konkret 7/2006)
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lundi 18 juin 2012
Waffen-SZ leistet "Serbien-Kritik"

In vielleicht unbeabsichtigter Reminiszenz daran, dass sie an der Rechtfertigung des Kriegsverbrechens vom 23. April 1999 mitwirkte, attackiert die SZ die Pressesprecherin Präsident Nikolics, wie folgt:
"Pressesprecherin von Nikolic ist Stanislava Pak, die in den neunziger Jahren als Journalistin beim Staatsfernsehen RTS arbeitete. Das Medienhaus war damals die wichtigste Propagandamaschine des Regimes. Unabhängige Journalisten haben Pak als Hetzerin in Erinnerung. Die neue RTS-Führung hat sich erst vor einem Jahr für die Propaganda, Verleumdungen und Hassreden während der Milosevic-Herrschaft entschuldigt." (SZ, 14.6.2012)
Hassreden? Hat der RTS den "unabhängigen" Journalismus des Blattes aus der Hauptstadt der Bewegung, in dem noch im April 2012 ein einstiger Angehöriger jener Bande von Juden- und Serbenmördern, deren verbrecherischer Charakter in Nürnberg gerichtsnotorisch festgestellt wurde, eine jüdische Bedrohung des Weltfriedens halluzinieren durfte, als Fischers und Scharpings Waffen-SZ tituliert?
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dimanche 15 avril 2012
Grass' (Ur-)Enkel

Aus dem Brodkorb der mecklenburg-vorpommerischen Sozialdemokratie
Nicht nur die NPD, sondern auch die "Linksjugend" Rostock springt dem Günter-Grass-Apologeten Norbert Nieszery (SPD) bei. Mit Blick auf das von Israel gegen Grass verhängte Einreiseverbot stellt die "Linksjugend" die (rhetorische) Frage:
"Ist es angebracht einen Literaturnobelpreisträger jegliche Kompetenzen abzusprechen, weil er als 17 jähriger in den Wirren des Krieges von verbrecherischen Nazis in eine Waffen-SS Uniform gesteckt wurde?" ("Von Keulenschwingern und dem A-Wort", 8.4.2012)
Ja, es ist durchaus angebracht, einem früheren Angehörigen der "Eliteformation" Hitlerdeutschlands, deren verbrecherischer Charakter im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, das Recht abzusprechen, die Opfer des Hitlerismus (resp. ihre Nachfahren) "friedenspolitisch" zu belehren (dies gilt auch für die Hetze Grass' gegen Jugoslawien und Russland in den 1990er und 2000er Jahren, als der Blechtrommler für die albanischen und tschetschenischen Erben der Hitler-Kollaborateure Partei ergriff). Wie Peter Handke im Hinblick auf Grass' Beitritt zur SS gültig formulierte: "Die Ausrede, dass man mit 17 nichts weiß, ist eine der schlimmsten. (...) Das Nazitum, ob es in Danzig war oder nicht, hat ein Volk zum Feind des Erdenlebens erklärt, und das waren die Juden. Sogar ein Zwölfjähriger muss spüren: Wenn ein anderes Volk als schlecht hingestellt wird, ist diese Ideologie grundböse."
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dimanche 25 septembre 2011
Aus aktuellem Anlaß

"Handkes Ruhm immerhin gestattete ihm jetzt, einer breiten Öffentlichkeit in Erinnerung zu bringen, was unsereins allenfalls noch in KONKRET oder im 'Freitag' sagen darf. Nämlich:
- Daß die Bombardierung einer der ehrwürdigsten Metropolen Europas ein barbarischer Akt war.
- Daß es verabscheuungswürdig war, den Bürgerkrieg zu riskieren, als man Nationalisten jugoslawischer Einzelstaaten ermunterte, 'ihren' Staat zu machen, obschon alle Volksgruppen Jugoslawiens mittlerweile überall im Staatenbund zu Hause waren.
- Daß es bei den Kriegen geopolitisch darum ging, alte Raumordnungspläne gegenüber dem ('Serbien muß sterbien') 'Erzfeind' umzusetzen und den letzten vergleichsweise plausiblen sozialistischen Staat Europas vom Kontinent zu löschen.
- Und schließlich, daß die 'biologische Lösung' die Anklage des Internationalen Gerichtshofs augenscheinlich vor einer Blamage rettete."
(Hermann Peter Piwitt, 2006 [Unter Verdacht. Interview mit dem Schriftsteller Hermann Peter Piwitt zum Fall Handke, in: konkret 7/2006, 44])
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mardi 7 avril 2009
Bombenkriegs-Racket

taz, 7.4.2009:
"'Gut aufgestellt.' Das sagt er wirklich. Der Autor der 'Blechtrommel', der Schriftsteller von Weltruf, der Nobelpreisträger für Literatur. Der Mann, der gerade eine halbe Stunde aus seinen Werken gelesen hat, jedes Wort wohl gesetzt. Er sagt jetzt ohne jeden Anflug von Ironie: "Wir sind gut aufgestellt mit Steinmeier und Steinbrück."
Es ist nicht so, dass Günter Grass solche Sätze peinlich fände. Im Gegenteil. Sie sollen illustrieren: Hier ist einer, der sich für den politischen Nahkampf nicht zu schade ist. [Als einen "politischen Nahkampf" dürfte der deutsche Blechtrommler gewiß auch seinen Einsatz in der Waffen-SS betrachten. Dahingegen trat er freilich 1999, als Propagandist des Angriffskriegs gegen Jugoslawien, den Gestalten wie Steinmeier unter Bruch von Art. 26 des Grundgesetzes vorbereiteten, als "Fernfuchtler" (Peter Handke) hervor. - Anm. von mir, Daniel L. Schikora.] Also macht Grass, wie schon seit fünfzig Jahren, mal wieder Wahlkampf für die SPD. Und damit das auch jeder mitbekommt, hatte die Partei am Montagabend zur Ausstellungseröffnung geladen."
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lundi 31 mars 2008
Günter Nooke: Sportler haben Recht auf freie Meinungsäußerung

Die Debatte über mögliche "Strafmaßnahmen" gegen China mit Blick auf dessen Vorgehen in Tibet hat den Menschenrechtsbeauftragten der deutschen Bundesregierung, Günter Nooke, auf den Plan gerufen:
"Nooke forderte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, Protestaktionen der Sportler während der Spiele zu erlauben. 'Wenn das IOC die Spiele weiter an Länder wie China oder Russland vergeben will, dann muss es den Sportlern auch erlauben, sich politisch zu äußern, und ihnen nicht mehr mit Konsequenzen drohen', sagte Nooke." (SPIEGEL ONLINE, 26.3.2008 - Hervorhebung von mir, Daniel L. Schikora)
Dürfen deutsche Sportler nun, ohne von Günter Nooke dafür behelligt zu werden, auch für Wladimir Putin demonstrieren? Sollte Nooke dies bejahen, so hätte sich das Menschenrechtsverständnis des deutschen Menschenrechtsbeauftragten innerhalb von 25 Monaten in - aus freiheitlicher Sicht - ausgesprochen erfreulicher Weise gewandelt.*
* Im März 2006 hatte der deutsche Menschenrechtsbeauftragte den österreichischen Dichter Peter Handke belehrt, „man darf durch seine persönliche Anwesenheit nicht Menschenrechtsverletzungen und Völkermord rechtfertigen. Wenn Handke sich zu diesen Leuten gesellt und dann auch noch davon spricht, dort glücklich zu sein, kann man das nur verurteilen. Handke muss sein Verhalten aufklären“. (B.Z., 18.3.2006) Die Teilnahme des österreichischen Staatsbürgers Handke an dem Begräbnis eines verstorbenen jugoslawischen Staatsoberhaupts stellte in Nookes Perspektive offenbar so etwas wie ein Geständnis der Beteiligung an einem Genozid dar. Wer - wie Handke - sein Recht auf Meinungsäußerungsfreiheit wahrnahm, war ein (potentieller) Menschenrechtsverletzer und mußte sich den Tugendwächtern der deutschen Regierung gegenüber verantworten. Für nicht aufklärungsbedürftig - wen wunderts? - hielt Nooke dagegen die Umstände des Todes Milosevics, der Handkes vermeintliche Menschenrechtsverletzung ja definitiv erst ermöglichte.
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vendredi 15 février 2008
Zum 5. Jahrestag des 15. Februar 2003

„Ich werde von Tag für Tag zorniger. Plötzlich sind alle gegen den Krieg. Sogar Monsieur Chirac spricht davon, daß alles sein Recht haben muß. Aber in Jugoslawien, das mitgeholfen hatte, die Welt vom Nazitum zu befreien, war das Recht völlig egal (…) Das Recht war unwichtig, jetzt muß es plötzlich gewahrt werden. Deshalb will ich nicht mit dem Gesindel, das den Krieg gegen Jugoslawien befürwortet hat, in irgend etwas einstimmen. Die europäischen Staaten haben sich für alle Zeiten strafbar gemacht. Jetzt haben sie in Jugoslawien ihren Blutdurst gestillt – vor allem Deutschland hatte da ja einen gewissen Nachholbedarf –, und plötzlich sind alle diese Verbrecher für den Frieden.“ (Peter Handke)
lundi 21 janvier 2008
Kein Parteigänger von Rechtsnihilismus und Barbarei: Peter Handke

Das Feuilleton der FAZ vom 21.1.2008 berichtet über ein Gespräch des österreichischen Dichters Peter Handke mit der Belgrader Zeitung Politika:
"'Sie [die Serben; Anm. von Daniel L. Schikora] wissen, was Leid ist, was Probleme sind, was aus dem Norden und was aus dem Süden, Osten und Westen kommt", so Handke laut 'Politika'. Den EU-Außenpolitik-Beauftragten Solana, der Nato-Generalsekretär war, als Serbien bombardiert wurde, beschreibt er als Verbrecher: 'Im Namen der Menschlichkeit werden überall auf der Welt Menschen getötet. Das ist die schlimmste Sorte Mensch, er und ihm ähnliche haben keine Ahnung vom Balkan, sie wissen nichts, haben keine Lösung, und dann bombardieren sie.' Das sei auch das Problem 'dieses Finnen' (des UN-Beauftragten Ahtisaari, dessen Vorschlag zur beaufsichtigten Unabhängigkeit des Kosovos demnächst umgesetzt werden soll): 'Er weiß nichts und fühlt nichts.' Über sein jüngstes Werk, 'Die morawische Nacht', sagte Handke: 'Mein Serbien ist das Serbien der guten Menschen aus Negotin, Bor, Zaječar, aus Novi Sad, Kragujevac, dem Kosovo.' Von den serbischen Autoren schätze er am meisten den 2003 gestorbenen Aleksandar Tišma, so Handke."
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