mardi 8 avril 2008

Grün ist die Farbe der "jungen Welt"


Die Warnung der Hamburger "Linken"-Parlamentarierin Christiane Schneider vor theokratischen Bestrebungen des Dalai Lama:

"Die Weltgesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten keine guten Erfahrungen mit Religionsführern gemacht, die sich als Repräsentanten gesellschaftlicher Opposition in die Politik mengten. Ich erinnere zum Beispiel an Khomeini.",

hat in der Berliner Tageszeitung junge Welt Mißfallen hervorgerufen: Durch den Vergleich des tibetisch-buddhistischen Entertainers mit dem islamistischen Staatsterroristen sieht das ehemalige FDJ-Organ letzteren verunglimpft.

"Dabei waren Schneiders Worte ohnedies auf Anpassung an den herrschenden »Common sense« ausgerichtet. Ganz im Geist des aufgeklärten, säkularen, demokratischen usw. Westens kritisierte sie religiös inspirierte Regime, wobei sie die theokratische Herrschaft in Teheran als negativen Bezugspunkt setzte. Das macht den Vergleich zwischen dem islamischen Wüterich und der buddhistischen Sanftheit in Person aus der Sicht ihrer Kritiker um so unerträglicher. Der Vergleich ist tatsächlich völlig unangebracht. Khomeini war der Inspirator einer antiimperialistischen Volkserhebung, die das Antlitz der Region entscheidend verändert hat. Der Dalai Lama ist ein schmieriger Kostgänger des Westens, der die Vergangenheit einer parasitären Mönchsdiktatur verkörpert." (jW, 4.4.2008)

Auf den Umstand, daß sich "Die Linke" mit dem Gros ihrer parteipolitischen Gegner in den vergangenen Jahren stets einig darüber war, daß dem Iran mit einer Politik der Beschwichtigung begegnet werden müsse - und es sich daher bei dem "negativen Bezugspunkt", den die Teheraner Ajatollahs als theokratische Gewaltherrschaft im herrschenden bundesdeutschen Diskurs einnehmen, um graue Theorie handelt -, haben wir bereits an anderer Stelle hingewiesen. Freilich bekümmert "jW"-Kommentator Werner Pirker nicht die Neigung auch und gerade der Lafontaineschen Linken zu einer politischen Hoffähigmachung nicht nur der iranischen Ajatollahs, sondern darüber hinaus auch deren terroristischer Verbündeter - wie Hamas und Hisbollah -, im Gegenteil: Daß der khomeinistische Iran - auch als nicht gänzlich erfolgloser Gönner arabisch-palästinensischer wie libanesischer Radikalislamisten - "das Antlitz der Region entscheidend verändert hat", verzeichnet die "jW" Ajatollah Khomeini und dessen politischen Erben ja ausdrücklich als Bonus. Die Auslöschung praktisch der gesamten säkularen Linken im Iran durch Khomeinis "antiimperialistische" Horden, einhergehend mit riesigen Massakern, stört deutsche "radikale Linke" hierbei offenbar ebenso wenig, wie die mit der "Islamischen Revolution" sich vollziehende systematische Negation aller Menschen- und Bürgerrechte, einschließlich des Rechtes auf (negative) Religionsfreiheit.

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