jeudi 13 mars 2008

Oppositionelle Iraner verurteilen Antisemitismus und Israel-Haß


Aus einem konkret-Interview mit dem Deutschlandsprecher der Grünen Partei des Iran, Dr. Kazem Moussavi:

konkret: Den Aufruf "Stop the Bomb" gegen das Milliardengeschäft der österreichischen OMV mit dem Iran haben mittlerweile auch zahlreiche prominente Oppositionelle im Iran und aus dem Exil unterzeichnet. Bemerkenswert daran ist, daß der Aufruf eine deutliche Solidarisierung mit Israel enthält. Gibt es ein Umdenken im Verhältnis zu Israel?

Moussavi: Im größten Teil der iranischen Opposition existiert schon lange eine positive Haltung gegenüber Israel. Diese Haltung hatte aber bislang keine praktischen Konsequenzen, mit der fatalen Folge, daß das Regime die Gegnerschaft zu Israel als Konsens im Iran darstellen konnte. Aber mittlerweile haben die meisten oppositionellen Kräfte begriffen, daß es so nicht weitergehen kann. Wir haben seitens der Grünen Partei des Iran ein Thesenpapier vorgelegt, das viel diskutiert wurde. Aus unserer Sicht gehören Unterdrückungspolitik nach innen, die Expansionspolitik nach außen und der Antisemitismus des Regimes untrennbar zusammen, und die Atombombe verbindet diese Aspekte miteinander. Man kann nicht nur einen dieser Aspekte angreifen, wenn man das Regime stürzen will. Dieser Gedanke findet sich in dem genannten Aufruf wieder. Vertreter/innen des iranischen Nationalen Widerstandsrats, in dem sich auch Linke befinden, unterstützen den Aufruf, ebenso wie Monarchisten. Es haben Persönlichkeiten wie der politische Gefangene Amir Entezam unterschrieben, der mit Unterbrechungen seit 1980 im Evin-Gefängnis in Teheran sitzt. Menschen fast aller politischen Richtungen der iranischen Opposition finden sich unter den Unterstützern.

(Zit. nach: KONKRET 3/2008, S. 3)

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